: ZKM :: Z_KinoMittwoch :: 07_0802
 
 

  

Z_KinoMittwoch

Juli | August _ 2002

Thema: »Iconoclash. Jenseits der Bilderkriege in Religion, Wissenschaft und Kunst«

Vorstellungsbeginn: 20.30 Uhr
ZKM_Medientheater bzw. Vortragssaal

Eintritt ::
»pay one, get two«: EUR 5,10 / 3,10
[Mit einem Ticket für Medienmuseum+Sonderausstellung gratis in eine Vorstellung des Z_KinoMittwoch]
Kinokarte allein: EUR 4,50 / 2,50

° Juli 2002 ::

· 10.07.2002 ::

Wenn Kattelbach kommt... (Cul-de-Sac)
R: Roman Polanski, GB, 1966; 111 min., deutsch
[ZKM_Medientheater]

Zwei geflohene Verbrecher dringen in die Einsamkeit eines nordenglischen Inselschlosses ein, das von einem biederen Ehepaar bewohnt wird. Während man vergeblich auf das Eintreffen des Gangsterbosses Kattelbach wartet, entspinnt sich ein makabres Spiel um Macht und Abhängigkeit, bis der Hausherr den Terror eher zufällig mit einem Gewaltakt beendet. Der Film bietet eine bitterböse Parabel auf die Kommunikationsstörungen der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Disposition zur Gewalt.

· 31.07.2002 ::

Das Gespenst
R: Herbert Achternbusch, D, 1982, 88 min.
[ZKM_Medientheater]

Die lebensgroße Christusfigur eines bayrischen Klosters steigt vom Kreuz und gerät recht schnell mit der Polizei, einem Bischof und Münchener Passanten in Konflikt. Eine ästhetisch und gedanklich radikale Tragikkomödie, die auf Geschmacklosigkeiten und maßlose Provokation des religiösen Empfindens mancher Menschen setzt. Was würde Jesus tun, käme er heute nach Bayern? Achternbuschs Attacke auf Kirche und Staat verursachte 1983 heftige Kritik deutscher Bischöfe, der Staatsanwaltschaft und des Bundesinnenministers. In Österreich unterliegt der Film bis heute einem Aufführungsverbot.

^

° August 2002 ::

· 07.08.2002 ::

WR - Mysterien des Organismus [WR - Misterije organizma]
R: Dusan Makavejev, YU, 1971; 84 min., deutsch
[ZKM_Vortragssaal]

Ausgehend von Leben und Theorie des Marxisten und Psychoanalytikers Wilhelm Reich, für den die sexuelle Revolution Voraussetzung für den wahren Sozialismus war, greift Dusan Makavejev autoritäre Gesellschaftsordnungen an. Der Film ist eine provokative und zuweilen schockierende Collage, die satirisch-kabaretthaft auf sexuelle Verkrampfungen und Verirrungen hinweist.

· 14.08..2002 ::

Orphée
R: Jean Cocteau, F, 1949; 95 min., OV
[ZKM_Vortragssaal]

Cocteaus Version der Orpheus-Sage: Im Paris der Gegenwart beginnt die abenteuerliche Odyssee eines Dichters, der auf der Suche nach seiner geliebten Frau das Reich der Imagination und des Todes durchquert. Cocteau zieht den Zuschauer in ein kunstvoll verschachteltes Labyrinth aus poetischen Zeichen, mythologischen Anspielungen und ironischen Seitenhieben auf die Situation des modernen Künstlers. Die verblüffenden cinematografischen Tricks, zum Teil aus dem spielerischen Umgang mit Technik und Zufall entstanden, haben ihren Charme bis heute bewahrt.

· 28.08.2002 ::

Metropolis
R; Fritz Lang, D, 1925/26; 93 min., restaurierte Fassung
[ZKM_Medientheater]

In der Zukunftsstadt Metropolis, deren Glanz und Reichtum von unterirdisch lebenden Proletariermassen geschaffen wird, entfesselt ein dämonischer Wissenschaftler einen Sklavenaufstand. Dafür benutzt er das »Maschinenmädchen Maria« als Agitatorin. Die Revolte endet in Maschinenstürmerei, führt jedoch zur Versöhnung von Arbeiterklasse und Oberschicht. Fritz Langs Stummfilmepos verbindet Motive des deutschen Expressionismus mit technischer Utopie und politischer Spekulation. Der Film ist ein immer wieder sehenswertes, virtuos durchkomponiertes Licht- und Schattenspiel, das durch Montagerhythmus und architektonische Fantasie fesselt. Gleichzeitig bietet er einen zeitgeschichtlichen Kommentar zur Sozialpsychologie in der Weimarer Republik.

^

© 2014 ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe :: Impressum/Web Site Credits