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Hermen Maat :: Paranoid Panopticum [2000]

*_Die Installation Paranoid Panopticum thematisiert die Erfahrung mit den Kontrollmechanismen unserer Gesellschaft. Laut Hermen Maat kann Kontrolle zur Angst vor dem Verlust der Kontrolle führen. Dieses Paradoxon liegt dem Werk zugrunde.
Die Installation besteht aus einer undurchsichtigen Privalit-Glaswand, die sich in einen Spiegel verwandeln kann. Der Betrachter bewegt sich im Raum zwischen Spiegel und den gegenüberliegenden Projektionsflächen. Eine Videokamera filmt ihn durch den semitransparenten Spiegel, und sein Bildnis wird auf die Leinwand gegenüber projiziert. Im Spiegel erblickt der Betrachter sein Abbild, das ihn über seine Schulter anschaut. Die Projektion zeigt ebenfalls eine Schauspielerin, die mit einem unsichtbaren Gegenüber einen Dialog führt
Sobald der Besucher die Installation betritt, durchläuft er seine eigenen Kontrollmechanismen. Während er seine Mimik und Gestik in einem Spiegel und in einer Videoprojektion beobachtet, verändert sich seine Wahrnehmung der Realität. Die Kontrolle schlägt in die Angst um, selbst überwacht zu werden, und verwandelt sich von einer zunehmenden Überwachung in eine persönliche Bedrohung. Der Betrachter wird in diesem Panoptikum von seinen eigenen Spiegelbildern verfolgt.
Frei nach der griechischen Sage von Echo und Narziss, Sohn des Flussgotts Kephissos und der Nymphe Leiriope, kann der Betrachter mit seiner eigenen Projektion spielen.
In dem Moment, als Narziss von unstillbarer Liebe zu seinem Spiegelbild getrieben im Fluss Selbstmord begeht, stirbt auch das Spiegelbild des Betrachters. Ab da beginnt die Geschichte wieder von vorn.
Der Text der Installation basiert auf An Echo play (1923) von Alfred Kreijmborg. Die Dialoge der Protagonisten werden von Viviane de Muynk und Hermen Maat gesprochen. Die Begegnungen von Echo und Narziss werden abwechselnd von der Spiegelprojektion des Besucher und der Schauspielerin Viviane de Muynck dargestellt.][
Abteilung:
· Medienmuseum
Credits:
· Konzept und Realisation: Hermen Maat
· Software: Aadjan van der Helm, Carlo Prelz
· Video: Viviane de Muynck
· Text: Alfred Kreijmborg "An Echo Play" (1923)
· Gefördert durch The Netherlands Foundation for Visual Arts, Architekture and Design, Amsterdam Fund for the Arts und Zentrum für Kunst und Medientechnologie
Gattung:
· Interaktive Installation
Hardware:
· Kamera mit Weitwinkelobjektiv und Stativ
· Videomixer
· PC, 1 Smart UPS und 1 I-cube
· 2 Iomega-Buzz
· Semitransparente Spiegel, Privalite-Glas
· 4 Lautsprecher
verwendete Software:
· eigensentwickelte Software von V2_Lab
Linkempfehlung:
· www.lancelmaat.nl
· Transmediale 2000
· intermedium 2

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