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Lynn Hershman :: Lorna [1979-84]

*_Lynn Hershman hat in den siebziger Jahren mit Lorna einen Prototyp nicht-linearer Filmerzählung geschaffen. Sie zeigt die Geschichte einer Frau, die fast ohne Außenkontakt in ihrer Wohnung lebt, deren wichtigster Gegenstand das Fernsehgerät ist - Vermittler zur Welt und Apparat zur Interaktion. Der Betrachter findet sich in der Rolle der Protagonistin wieder, er sucht nach der Fortsetzung der Geschichte und einer Logik des Daseins im Labyrinth der Szenen. So verwirrend manche Sprünge, Zirkelschlüsse und Brüche im Lauf der Bilder sind, so deutlich zeichnen sie das psychologische Porträt der Hauptdarstellerin. Viele mehr oder weniger voyeuristische Einstellungen vermitteln ein Bild von der Selbstinszenierung einer Person, die nur mit sich selbst konfrontiert ist. Lynn Hershmans Arbeit schwankt zwischen bitterer Satire und verzweifeltem Drama, der Ausgang bleibt offen. Drei Möglichkeiten können die Geschichte zum Ende führen: Verzweiflung und Tod durch Selbstmord, Aufbruch und Flucht durch Verlassen der Wohnung und Flugreise oder, vielleicht die spannendste Variante, ein Schuß auf den Fernseher - der Mord am Medium. ][
Abteilung:
· Medienmuseum
publiziert in:
· Medien Kunst Geschichte
Credits:
· Konzept und Realisation: Lynn Hershman
· Ausführung: Ann Marie Gartie (Programmierung), Terry Allen (Musik), Joanna Mross (Schauspielerin)
· Kooperation: Texas Tech; Art Com
Gattung:
· Interaktives Environment
Hardware:
· Fernseher
· (Laserdiskplayer, Video/Audio auf Laserdisk, Lautsprecher)
· Fernbedienung
· Tisch, Stuhl, Fernsehtisch, Goldfischglas
· mit Goldfisch, Bluse, Damenstiefelette, Damensandale, Scheck, Zeitschriften, Flußdiagramm, Comic, Uncle-Sam-Pecan-Cookie-Packung, 2 Fotos, 3 Miniaturbilder (Mischtechnik auf Papier)

Linkempfehlung:
· Lynn Hershman : »Lorna 1979-1983 A.D.«

Photo: Philpp Radowitz

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