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Kirsten Johannsen :: Häuten [1995]

*_"Ich bin der Welt abhanden gekommen", diese erste Zeile aus Friedrich Rückerts gleichnamigem Gedicht, das durch Gustav Mahlers Vertonung das romantische Weltschmerzgefühl des frühen 19. Jahrhunderts überdauert hat, verdichtet Kirsten Johannsens Reflexion über die Rolle des Körpers an der Schnittstelle zwischen realer und virtueller Welt.
Ursprünglich als zentrales Requisit einer Video-Performance entwickelt, in deren Verlauf eine Sängerin sich langsam durch ein menschenleeres Waldstück bewegt und dabei Mahlers Lied interpretiert, besteht die Videoskulptur Häuten aus einem zur Korsage zerschlitzten Ganzkörperanzug aus schwarzem Kautschuk, auf den kleine LCD-Monitore montiert sind, die extreme Nahaufnahmen menschlicher und tierischer Hautoberflächen zeigen. Beim Näherkommen hört der Besucher das aufreizende Gesurre eines Moskitos auf seinem Todesflug in die Leuchtstäbe einer technischen Insektenvertilgungsapparatur. Die Technik schützt uns vor der Welt, aber jeder Schutz ist auch ein kleiner Tod. ][
Abteilung:
· Institut für Bildmedien
· Medienmuseum
publiziert in:
· Hardware Software Artware
· Medien Kunst Geschichte
Credits:
· Konzept und Realisation: Kirsten Johannsen
· Kooperation: NBK, Neuer Berliner Kunstverein (Performance) und ZKM /Institut für Bildmedien (Video)
Gattung:
· Videoskulptur/ Performance
Hardware:
· 12 LCD-Monitore in Reihenschaltung
· VHS-Player, Video/Audio auf Videoband
· Gummianzug mit Monitoren auf Eisenkonstruktion

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