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Bruno Cohen :: Camera Virtuosa [1996]

*_In einem Miniaturtheater geht man von einem Foyerraum mit Hintergrundgeräuschen in eine Künstlergarderobe mit Blick auf einen semitransparenten Spiegel, der die Sicht auf eine Miniaturbühne freigibt. Dem Zuschauer werden sieben kleine Szenen präsentiert, verbunden mit der Aufforderung zur Interaktion. Gelingt dem Zuschauer das Eintreten in das Spiel, so wird eine Videoaufnahme seiner eigenen Aktion auf der Bühne eingeblendet. Nach Verlassen des Garderobenraumes kann auf zwei Monitoren der nächste Spieler beobachtet werden.
Die Camera Virtuosa probt den Einsatz von Computer- und Videotechnologien zur Erweiterung traditioneller Regie im Theaterraum. Die Einbindung des Zuschauers in das szenische Geschehen verschiebt die Grenzen zwischen den festgeschriebenen Rollen von Schauspieler, Zuschauer und Regisseur. Traditionelle Rezeptionsformen werden hinterfragt und das kreative Potential im Wechsel der Optionen experimentell eingeführt. Für Bruno Cohen steht nicht der Entwurf der dramatischen Form im Vordergrund, sondern die Gegenüberstellung der klassischen Szenerie mit Bildtechnologien zur Erweiterung des Bühnenraumes. Dabei ist die Beteiligung des Zuschauers graduell abgestuft - zwischen Engagement und Verweigerung sind unterschiedliche Spielarten der Partizipation am bereitgestellten Plot möglich. Die karge Ausgangssituation wird im Ablauf der Szenen in der Camera Virtuosa unmittelbar zur Herausforderung an eine phantasievolle Teilnahme des Zuschauers. ][
Abteilung:
· Medienmuseum
publiziert in:
· Medien Kunst Geschichte
Credits:
· Realisation: Bruno Cohen
· Szenisches Konzept und Skript: Bruno Cohen, Daniel Corinaut, Bernhard Serexhe
· Technische Leitung und Synchronisation: Robert Chong
· Optik, Technik: George-Albert Kisfaludi
· Produktion: ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe
· Koproduktion: Maison de la Culture de Metz; École Nationale des Beaux-Arts de Nancy
Gattung:
· Interaktives Environment
Hardware:
· Semitransparenter Spiegel (virtex [trademark])
· 2 Videomonitore
· Videokamera, 3 Laserdiskplayer, Video/Audio auf Laserdisk, Videoumwandler mit Fernbedienung, 3 Videomonitore, Videomischer/Effektgerät, Videoaufzeichnungsgerät, Videoverteiler, Kreuzschiene Video, CD-Laufwerk, Tonmischer, Verstärker, Lautsprecher, Mikrofon
· 14 Infrarotsender, 4 Bewegungsmelder, Mikrofon, Telefon, Smartpax, Smartlink
· komplettes Miniaturtheater mit Bühne und Bühnenbeleuchtung, Stuhl, Garderobenspiegel und -leuchten, Telefon
· Apple Macintosh 7600
verwendete Software:
· TRAX 3

Photo: Christian Legay

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