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Z_KinoMittwoch ::

Mai | Juni _ 2002

Thema : »Iconoclash. Jenseits der Bilderkriege in Wissenschaft, Religion und Kunst«

Vorstellungsbeginn : 20.30 Uhr
ZKM_Medientheater oder ZKM_Vortragssaal

Eintritt ::
»pay one, get two«: EUR 5,10 / 3,10
[Mit einem Ticket für Medienmuseum+Sonderausstellung gratis in eine Vorstellung des Z_KinoMittwoch]
Kinokarte allein: EUR 4,50 / 2,50

Informationen : kino@zkm.de

° Mai 2002 ::

· 22.05.2002 ::

Vertigo [Aus dem Reich der Toten]
[USA, 1958; R: Alfred Hitchcock; 112 min.]

Vertigo ist die mysteriöse Geschichte um einen Privatdetektiv, der sich in eine Frau verliebt, die scheinbar vom Geist einer verstorbenen Verwandten besessen ist. Trotz Observation kann er ihren Selbstmord nicht verhindern. Wochen danach begegnet er einer scheinbaren Doppelgängerin der Toten. In blinder Obsession versucht er diese förmlich in die Verstorbene umzuwandeln und muss am Schluss erkennen, Opfer eines raffiniert angelegten Betruges geworden zu sein.

Feature Film
[UK, 1998/99; R: Douglas Gordon; 81 min., OF]

Feature Film basiert auf Hitchcocks Vertigo. Der schottische Künstler Douglas Gordon verwendet in seinem Remake keinen Zentimeter Zelluloid seines Vorbildes, sondern zeigt, von drei Kameras gefilmt, ausschließlich den Dirigenten der Pariser Oper, James Conlon, der das einhundertköpfige Orchester die Originalpartitur der Filmmusik von Vertigo einspielen lässt. Allein über Herrmanns Komposition und das unmittelbare Erlebnis der Gesten, der Mimik des Körpers von James Conlon vermag Feature Film die Erinnerung an Hitchcocks Original zu aktivieren.

· 23.05.2002 ::

Disgraced Monuments
[UK, 1994 ; R: Laura Mulvey/Mark Lewis; 50 min., OF]

Der Film ist eine Studie des Ikonoklasmus in der Sowjetunion nach dem Niedergang des Kommunismus und der Auflösung der Sowjetunion. Er untersucht die historische, kulturelle und ästhetische Bedeutung der Demontage von sowjetischer Monumentalkunst seit August 1991. In Interviews mit russischen Wissenschaftlern, Künstlern, Architekten, Kunstkritikern und Vertretern öffentlicher Institutionen sowie mithilfe historischen Filmmaterials spürt er der Entwicklung öffentlicher sowjetischer Monumente und Bauten als politischer Instrumente unter Lenin, Stalin und Chruschtschow nach.

· 29.05.2002 ::

Level Five
[F, 1996; R: Chris Marker; 106 min.]

Die Geliebte eines verstorbenen Programmierers sucht in seiner letzen Arbeit, einem Videospiel über die Schlacht von Okinawa, nach einem Hinweis auf seinen unerwarteten Tod. Sie ruft das »Montage-As« Chris zur Hilfe, recherchiert in einem dreidimensionalen Internet und holt Zeugenaussagen über das Schicksal jener Insel ein, die 1945 von den Amerikanern unter schweren Verlusten und Massenselbstmorden der Zivilbevölkerung erobert wurde. Ein Essay über den Umgang mit Zeit, über das Verdrängen von Tragödien, im Privaten wie im Öffentlichen und eine radikale Kritik an den Maschinerien von Krieg, Kino und Video.

° Juni 2002 ::

· 05.06.2002 ::

Blue
[UK, 1993; R: Derek Jarman; 76 min., OF]

Jarman, der im Februar 1994 an AIDS starb, hatte zur Zeit der Entstehung des Filmes bereits sechs Jahre gegen seine Krankheit gekämpft. Trotz oder gerade wegen seiner drohenden Erblindung entstand ein überraschender Experimentalfilm. Er lädt das Publikum ein in eine/seine Welt eingeschränkten Sehens: meditativ und die Sinne schärfend durch den Einsatz einer blauen Leinwand für den gesamten Film. Tilda Swinton und Nigel Terry lesen aus Jarmans oft sehr poetischen Tagebüchern über Medizin, Trauer und Kunst. Ein Film ohne Wut und Selbstmitleid.

Das Meisterspiel
[D, 1998; R: Lutz Dammbeck]

1994 wurden 27 Gemälde des österreichischen Malers Arnulf Rainer in der Wiener Kunstakademie von einem Unbekannten schwarz übermalt. Rainer erlangte Berühmtheit durch das Übermalen sowohl eigener Bilder als auch der anderer Künstler. Ein Jahr nach der Attacke taucht ein Bekennerbrief auf, der den Akt rechtfertigen will: Ein anti-modernes Manifest, gefüllt mit Zitaten, Verweisen und Anspielungen, die den Maler als Teil eines »destruktiven Modernismus « anklagen. Wer übermalte den »Übermaler«? Rainer selbst? Sind die Aktionen Medienrummel, Schwindel? Fälschungen? Was ist Realität, Simulation und Erfindung?

· 12.06.2002 ::

Das Schattenreich der Mathematik
[D, 2002; R: Margarete Kreuzer; 58 min., deutsch]

Die Dokumentation zeigt den diskreten Charme der Mathematik. Sie ist, selbst wenn sie dabei selten explizit genannt wird, aus Musik, Film, Literatur und Architektur nicht wegzudenken. Als Zeugen werden u.a. Leonardo da Vinci, Johann Sebastian Bach, Peter Weibel, Bernd Lintermann und der Architekt Salvador Calatrava benannt. Der Autor Hans-Magnus Enzensberger hat einen »Poesie-Automaten« entwickelt, der mithilfe der angewandten Mathematik sogar dichten kann.

Kurt Gödel. Ein mathematischer Mythos
[AUS, 1986; R: Peter Weibel/Werner Schimanovich; 80 min. deutsch]

Wie Alan Turing gehört Gödel zu den Gründungsfiguren der Computer Culture. Für viele der größte Logiker seit Aristoteles, einer der größten Mathematiker des 20. Jahrhunderts, ein rätselhaftes Genie, eine Legende, die in Wien 1931 mit 25 Jahren die prinzipielle Unentscheidbarkeit gewisser mathematischer Sätze mit exakten mathematischen Methoden bewies. Gödel lebte danach vollkommen zurückgezogen, in Princeton USA, mit Albert Einstein befreundet. Dieser Film erklärt auf amüsante Weise, eine Mischung aus Mathematik und Musical, ein Mathematical, Werk und Wirken von Kurt Gödel und ist gleichzeitig ein vielzitiertes Quellenwerk.

· 19.06.2002 ::

N come negri [N wie Negri]
[I, 2000; R: Charles Gurerra; 130 min., italienisch (mit dt. Übersetzung)]

Der Film basiert auf einem Interview mit Toni Negri in dessen Wohnung in Rom im Juni 2000. Negri ist zusammen mit Michael Hardt Autor des im gleichen Jahre erschienenen Antiglobalisierungs-Weltbestsellers »Empire«. Entstanden ist ein zweistündiges Video, in alphabetischer Reihenfolge organisiert von B wie »Biopolitik« über E wie »Empire« zu R wie »Revolution«. Zu »Empire« bemerkt Negri, dass es vom Machtmonopol dreier maßgeblicher Bereiche herkomme: dem Monopol der fundamentalen Waffe, dem Monopol des Geldes und dem Monopol der Sprache und Kommunikation, der Information und Spionage.

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