ZKM_Veranstaltungen 05|2005
Kulturkrieg - Hitlers Reden zur Kunst
Symposium
Fr, 06.05.2005, 16 Uhr
ZKM_Medientheater, Eintritt frei
Eine Veranstaltung des ZKM in Zusammenarbeit
mit
»Revolver – Archiv für aktuelle Kunst«
Referenten:
Elisabeth Bronfen – Robert Eikmeyer – Boris Groys – Wolfgang Ullrich
[=> Information in english]
Adolf Hitler hat im Zeitraum von 1933 bis 1939 anlässlich von Ausstellungseröffnungen im Haus der Deutschen Kunst in München
und auf den Kulturtagungen der Nürnberger Parteitage eine
Reihe von programmatischen Reden zur Kunst- und Kulturpolitik
gehalten. Eine konzentrierte Sammlung dieser so genannten Kulturreden
ist im Oktober 2004 in der Schriftenreihe »Kunst Propaganda
Dokumente« des Verlags Revolver – Archiv für aktuelle
Kunst erschienen [1]. Boris Groys zeigt in seinem einführenden Essay »Das Kunstwerk Rasse«, dass das eigentliche Kunstwerk des Dritten Reiches der Kunstrezipient sein sollte. Die Rassentheorie ist somit auch der innerste Kern von Hitlers Kunstdiskurs, welcher
durch eine paradoxale Doppelbewegung bestimmt ist: Instrumentalisierung der Kunst für Zwecke der Politik (Kunst als
Propaganda) und vor allem, und bisher wenig beachtet, Instrumentalisierung der Politik für Zwecke der Kunst (Kunst als Telos der Politik). Auf dem eintägigen Symposium werden die zentralen
Begriffe von Hitlers »Kunsttheorie« vorgestellt und diskutiert, wie
die geschichtsmächtige Wirkung dieser Reden zu erklären ist.
Im Rahmen der Veranstaltung präsentiert das ZKM zum ersten Mal
die erhaltenen Film- und Tonaufnahmen der Reden sowie den
Farbfilm von H. Feierabend zum Tag der Deutschen Kunst in
München 1939. Dieses Audio- und Videomaterial wird den Teilnehmern
und Besuchern ab 15 Uhr vor dem Medientheater zur
Verfügung stehen.
[1] Adolf Hitler: »Reden zur Kunst- und Kulturpolitik 1933 - 1939«.
Herausgegeben und kommentiert von Robert Eikmeyer, mit einer
Einführung von Boris Groys;
erschienen in der Reihe »Kunst Propaganda Dokumente«, bei Revolver - Archiv für aktuelle Kunst, Frankfurt am Main.
ISBN 3-86588-000-2, € 19
=> Revolver Verlagsprogramm
=> Rezension [Quelle: »Perlentaucher«]
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