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ZKM_Institut für Musik und Akustik

Projekte und Kooperationen

Jaroslaw Kapuscinski

Der in den USA lebende Komponist Jaroslaw Kapuscinski konzentriert seit dem Ende der achtziger Jahre seine künstlerische Tätigkeit auf audiovisuelle Kompositionen, bei denen akustisches und visuelles Material parallel und in Abhänigkeit voneinander entwickelt werden, ohne das eines dem anderen überlegen ist. Kapuscinski benutzt Computertechnologien, um traditionelle Konzeptionen visueller und akustischer Repräsentation zu hinterfragen. Seine Performances sind audiovisuelle Ereignisse, deren Bedeutung sich aus der Wechselwirkung beider Ausdrucksformen erschliesst.
Derzeit entwickelt Kapuscinski in Zusammenarbeit mit dem Tänzer und Choreographen Nik Haffner an den ZKM Instituten für Bildmedien und für Musik und Akustik eine audio-visuelle Performance [Arbeitstitel Yours] als 'ganzheitliche Komposition'. In dieser Arbeit verschmelzen Tanzaufnahmen, Raumklang, gesprochener Text und Musik zu einem polyphonen Geflecht von gegenseitiger Beeinflussung.
Im Oktober dieses Jahres wird die Performance am ZKM präsentiert.

Paulo Ferreira Lopes

Im Zentrum der künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeit des portugiesischen Komponisten Paulo Ferreira Lopes steht die Beschäftigung mit der Interaktion zwischen Interpret und live-elektronischen Systemen. Einen weiteren Aspekt seiner kompositorischen Tätigkeit sind Instrumentalmusik für Orchester und Ensembles sowie Theater- und Filmmusiken. Im Rahmen seiner Tätigkeit am ZKM_Institut für Musik und Akustik seit 1998 erarbeitet Lopes praxisbezogene Teile seiner Dissertation zum Thema Live-Elektronik und entwickelt erste Bausteine für eine zukünftige Komposition.

»Sotto Voce« für Cello solo mit Verstärkung
Uraufführung :: ZKM Karlsruhe :: 20.04.2000

Paulo Ferreira Lopes schrieb das Stück 1993, ein Jahr nach dem Tod seiner ersten Professorin für Komposition Constan?a Capdeville, um eine lebendige Erinnerung an die Person zu schaffen, die seinen Weg stark geprägt hatte. In »Sotto Voce« wird kein zielgerichteter Diskurs verfolgt, vielmehr möchte es in einem Moment der Tiefe und Reflektion verharren und diesen immer weiter ergründen. Die elektroakustische Bearbeitung mit Nachhall intensiviert dieses Kontinuum.

»doN«
Das musiktheatrale Stück kam zustande als Auftrag der Kulturstiftung Culturgest der portugiesischen Bank Caixa Geral Depositos über eine Hommage an das große Künstlerpaar John Cage und Merce Cunningham. Das Stück fingiert einen nächtlichen Besuch in Johns und Merces »jardin secret«, jenem geheimen Bezirk der intimsten Gedanken, Wünsche und Lüste. Die Rollen sind vertauscht: Merce ist bereits gestorben, John schreibt an seinem letzten [fiktiven] Stück, einer Art Botschaft an den Freund. Schließlich erscheint ihm Merce in der Morgendämmerung. Das Werk fühlt sich schwarzer Romantik mit ihren mystischen, dunklen Bildern verbunden, allerdings nicht ohne das Gewürz des Humors beizufügen. Wenn man so will: Cage Goes Gothic.

»Genesis«
Physikalische Modelle als klangliche und visuelle Objekte«
Workshop :: Datum: 27.09.1999 - 04.08.2000 :: ZKM Karlsruhe

Zum erstenmal ein Kurs, bei dem Musiker und bildende Künstler dieselbe Software für die Synthese von Ton und Bild benutzen: Sowohl die Musik als auch die Bilder werden mit der Software Genesis erzeugt, jeder Bereich ist auf der gemeinsamen Grundlage des "physical modelling" in sich geformt. Die Teilnehmer entwickeln mit Cordis-Anima/Genesis physikalische Modelle für Animationen und Klänge. Die Computeranimationen können später mit "realen" Videosequenzen in digitaler Bilbearbeitung verbunden werden.

Leitung :: Ludger Brümmer | Mitarbeit :: Yvonne Mohr

Beiträge

Jaroslaw Kapuskinsky ::
»Composing with Sounds and Images«
Johannes Goebel ::
»Klangfarbe - "natürlich", "elektronisch" und ?«
Prof. Silke Braemer ::
»Geste«
Ludger Brümmer ::
» -> Thrill<- «
Judy Dunaway ::
»The MP3 Phenomena and Innovative Music«

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