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Onno Onnen :: Mechatron 10/11 [1993]

*_Onno Onnens Projekt Mechatron 10/11 ist als Versuchsanordnung einfach zu verstehen. Seine besondere Wirkung entsteht durch die Inszenierung, die nicht mehr ausschließlich das Ergebnis eines technischen Interesses ist. Die beiden kleinen Maschinen sind mechanisch und elektronisch so gebaut, daß sie sich differenziert bewegen können und fast den Eindruck von Lebewesen vermitteln. Die Geräte sind in Anlehnung an die Form von Käfern gestaltet, so daß die Grenze zwischen intelligenter Maschine und natürlicher Fortbewegung für den Betrachter nur schwer zu ziehen ist. Durch ein raffiniertes Projektionsspiel entsteht zudem ein immaterieller Raum für die Beobachtung des apparativen Geschehens. Beobachtet man das "Herumwesen" der Mechatrons, wird bald die Einsicht in die funktionale Logik von einer quasi emotionalen Teilnahme überlagert.
Mechatron 10/11 kann als Arbeit im Spannungsfeld von Kunst und Technik verstanden werden, weil sie sich nicht explizit der einen oder anderen Kategorie zum Verständnis unterordnet, sondern eine Grenze beschreibt, die nicht im Artefakt festgelegt ist, sondern sich beim Prozeß des Betrachtens und Wertens abzeichnet. Onno Onnen demonstriert in der ästhetischen Wirkung den Konflikt, aber auch die Faszination einer technischen Neuschöpfung nach der Natur. ][
Abteilung:
· Medienmuseum
publiziert in:
· Medien Kunst Geschichte
Credits:
· Konzept und Realisation: Onno Onnen
Gattung:
· Experimentelle Anordnung
Hardware:
· 4 Tageslichtprojektoren, Spiegelsystem
· 2 Miniaturroboter (Eigenentwicklung, Microcomputer, Microschalter)
· Podeste für die Tageslichtprojektoren
verwendete Software:
· Eigenentwicklung

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