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Margret Eicher :: Nach Corporate Identity II/2 [1994]

*_Corporate Identity bezeichnet einen ganzen Werkzyklus, der sich mit dem massenmedial vermittelten Bild beschäftigt. Die Identifikation des eigenen Selbst als Körper und im Bild wird durch die Orientierung an identitätstiftenden Bildern stark beeinflußt. Margret Eicher durchsucht die Gefilde der Printmedien nach Material für ihre Arbeit, sammelt, verwertet wieder und kopiert. Dieses Verfahren erlaubt ihr aus der Distanz einen unmittelbaren, gar rücksichtslosen Umgang mit dem Original. Sie vervielfältigt in Serie, spielt mit der Maximierung attraktiver Elemente und schafft im Prozeß des An- und Ineinanderfügens große Reproduktionsarchitekturen. Dabei bedient sie sich diverser Formsprachen, von totalitären Repräsentationsgebärden in monumentalem Ausmaß bis zur niedlichen Verschmückung im Dekor. Ihre Arbeit ist dort politisch, wo sie Bezug nimmt auf den Ort und der Betrachtung ihre Regeln auferlegt. Am deutlichsten wird dies in den großen Rauminstallationen, deren eigentliche Zielsetzung die Immersion des Betrachters in den dekorativen, unterschwellig aggressiven und damit bildkritischen Raum ist. Margret Eichers Arbeiten können damit als Kommentar zum Täuschungs- und Bildungsmanöver durch die Medien gelesen werden. Ein Kommentar, der in seiner Materialität verhalten bleibt und sich in der fragilen Präsenz geklebten Papiers behauptet. ][
Abteilung:
· Medienmuseum
publiziert in:
· Medien Kunst Geschichte
Credits:
· Konzept und Realisation: Margret Eicher
Gattung:
· Copy Collage

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