: ZKM :: Artikel :: Eröffnung EXPO 2000/Themenpark
 
 

  

Eröffnung :: EXPO 2000 :: ZKM - Projekte auf der Weltausstellung

Themenpark - Wissen, Information, Kommunikation

Der Schwarm als dynamisches Modell für vernetze Kommunikation

Das ZKM-Team Hannover hat 72 Ausstellungsmodule entwickelt, die sich auf einer Fläche von 4000 qm völlig frei bewegen können: fahrende Kapseln in drei verschiedenen Größen, die größte davon über 4 1/2 m lang; sie bilden einen Roboter-Schwarm, der sich ähnlich wie Wolken von ziehenden Vögeln oder ein Schwarm Heringe als "Superorganismus" verhält: als soziale Gruppe, deren Eigenschaften und Qualitäten erst dem Zusammenwirken einer Vielzahl von Individuen entspringen. Auf den transluzenten Kapsel-Oberflächen vermitteln projizierte Filme, Bildsequenzen und Computeranimationen dem Besucher Eindrücke von der Veränderung der Welt durch mediale Werkzeuge, regen an nachzudenken über die Möglichkeiten und Gefahren der neuen Kommunikationstechnologie. Die kontinuierlich fahrenden Objekte können sich themenbezogen zu Gruppen zusammenschließen und ihre Geschichte wie einen im Raum sich ausbreitenden Film erzählen, in dessen Mitte der Zuschauer wandeln und handeln kann.

Die Filme

Auf die Kapsel-Oberflächen, die milchigen Hauben der Roboter, werden Filme projiziert:

- Das Auge als Werkzeug in den Neuen Medien, wie es lenkt und steuert, Schlösser öffnet, als Identitätsausweis den PIN-Code ersetzt, am Rechner operiert, manövriert, bestätigt.

- Das Gehirn als noch zu kartografierende Welt im Innern, in der Zellen miteinander kommunizieren, Gebiete nach Zuständigkeiten unterschieden werden, ein innerer Globus, der erkundet sein will.

- Die Welt der Telekooperation: wo der Nutzen weltweiter Verbindungen konkret wird. Hier wird am Beispiel der Fa. Alcatel gezeigt, wie Infrastruktur mit den Menschen zusammenkommt und eine auf Telefonie gestützte Gesellschaft des 20. Jahrhunderts sukzessive abgelöst wird durch eine mehrdimensionale Kooperationsstrategie, die mühelos und in Lichtgeschwindigkeit grenz- und kulturübergreifend sozialisiert.

- "sustainable codes": eine radikale Vision. In Zusammenarbeit mit einem Team von Ethnologen zeigt das ZKM in scharfem Gegenschnitt zwei mögliche Entwicklungsstränge. Auf der einen Seite die "indigenen Elemente", Basis des Urwissens und wie es heute genutzt werden kann. Auf der anderen die Nanotechnologie, die durch perfekte Imitation der Natur die Technik mit Fähigkeiten ausstattet wie Reproduktion und Rekonstruktion im Molekularmaßstab, also Vervielfältigung und potentiell endlose Fortzeugung.

(Quelle und weitere Information: Homepage / ZKM Team, Hannover)

© 2016 ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe :: Impressum/Web Site Credits