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Jirka Pfahl
Ba ding ba ding − occurency, 2014

Interaktive Netzkunstinstallation


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„Das Kompositum occurrency ist ein zusammengefallenes Wort aus dem englischen Verb to occur und dem englischen Substantiv currency. 'Ba', 'Ding' ist gleich zweier Urlaute, gleich einem einsetzenden Takt“, definiert Jirka Pfahl. Etwas ereignet sich, aber was ist die entsprechende Währung? Etwa die Urlaute, auf welche der Künstler anspielt? Zur Karlsruher Museumsnacht KAMUNA wird sich „Ba ding ba ding − occurrency“ ereignen.

Der Leipziger Künstler ruft das Publikum ans Mikrofon und ans Web-Interface. „Wie gesagt, es ist jetzt keine Hochkultur, wir sind jetzt keine Geübten“, sagte er 2013 während einer Vorläuferaktion. Mitmacher sollen also keine Scheu entwickeln, sondern können ganz frei sprechen oder singen. Zusammen mit Beatboxern, also talentierten Imitatoren von Rhythmusinstrumenten, die sich allerdings ausschließlich ihres Körpers bedienen, erfüllen Worte und Klänge den Raum. Doch es bleibt nicht bei dieser Performance.

Im Raum sitzen so genannte Realtimer, früher hätte man Stenografen gesagt. Heute arbeiten sie in der Regel auch nicht mehr mit den klassischen Stenoblöcken und Bleistiften, sondern traktieren spezielle Tastaturen. Bis zu 300 Anschläge in der Minute schaffen sie. Auftraggeber sind in der Regel Gerichte, aber auch Universitäten, die Vorlesungen mitschreiben lassen. In „Ba ding ba ding − occurrency“ notieren jene Schreibvirtuosen sämtliche eingespielten Laute. Jeder Laut fließt in ein Protokoll, das wiederum, online gestellt, erneut die TeilnehmerInnen zu neuen Beträgen inspiriert, die in den Raum des ZKM schallen und abermals Gegenstand der textlichen Aufnahme werden: eine anstiftende Endlosschleife, die in vielfältiger Weise allgemeine Fragen aufwirft: Was ist die Beziehung zwischen Code, Rhythmus, Sprache, Gesetz und Übersetzung? Und welche Währung wird eingesetzt? Ist es die Schrift, in der alles, was sich ereignet, zusammenfließt?

Autor: Dr. Matthias Kampmann


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