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<SA/JO>
SONIC LINES N'ROOMS NO. 7
(2001)

»SONIC LINES N´ROOMS NO.7« ist eine Raumklang-Installation, die von dem Künstlerpaar <sabine schäfer ⁄⁄ joachim krebs> (seit 2009 <SA/JO>) im Jahr 2001 speziell für die Architektur der VIP Lounge der Fördergesellschaft entwickelt und produziert wurde. Die Installation ist Bestandteil der ZKM-Sammlung.

Die Tondokumente können im Archiv »mediaartbase.de« abgerufen werden.

Das Werk wurde von der Fördergesellschaft angekauft; die Einweihung fand am 11. Oktober 2001 mit dem Festvortrag »Akustische Raumarchitekturen« von Prof. Dr. Helga de la Motte-Haber sowie einem Gespräch zwischen der Kunsthistorikerin Dr. Marlene Angermeyer-Deubner und dem Künstlerpaar statt.

Die Installation ist während der Geschäftszeiten der Fördergesellschaft − jeden Mittwoch von 12−16 Uhr − zugänglich. Außerhalb der Geschäftszeiten ist ein Einlass in die Lounge über die MitarbeiterInnen der Infotheke im ZKM_Foyer möglich.

Die kompositorische Grundlage des Werkes bilden sogenannte »Klang-Mikroskopien« von Tierstimmen und Naturklängen. Das gesamte Klangmaterial generiert sich damit − wie in der gesamten Projektreihe »SONIC LINES N ROOMES« − ausschließlich aus dem Bereich der natürlichen akustischen Phänomene. Hierfür entwickelte <SA/JO> eigens ein Verfahren, das auch in der 2009 ausgestellten Audio-Video-Installation »MicroSonical Shining Biospheres No.1« im Subraum des ZKM für die Klangproduktion eingesetzt wurde.

Zuvor nicht wahrnehmbare Binnen-Polyphonien mit ihren jeweiligen inneren Resonanzräumen werden hörbar gemacht, um daraus, durch unterschiedliche artifizielle Transformationsprozesse sogenannte »RaumKlangMilieus« zu kreieren. Diese artifizielle Konsistenzbildung gelingt als »symbiotisch-fluoreszierendes Tier-Natur-Geräusch-Werden von Klang an sich« umso mehr wie das Tier bzw. die Natur oder das Geräusch etwas »Anderes« wird: reine Linie, reine Farbe, reiner Klang, reiner Rhythmus, reine Bewegung, reine Figur ... reiner Zustand!
[Sabine Schäfer/Joachim Krebs]

Eine zentrale Rolle in dieser Raumklangkunst spielen die freie Verteilung der Klangquellen im Raum sowie der, um die reale Bewegung der Klänge erweiterte, kompositorische Klangraum: Musik, die primär als Zeitkunst definiert ist, avanciert zur Raumkunst. Das Erleben der im realen Raum bewegten Raumklang-Ereignisse intendiert nicht nur eine intensive räumliche Erfahrung, sondern wird auch zur Erfahrung von künstlerisch gestalteter Zeit. Raum und Zeit werden dabei selbst zu interagierenden Wahrnehmungsqualitäten, die permanent zwischen »realem« und »irrealem« Raum-Zeit-Empfinden kreisen. Die Raumklang-Bewegungen wurden mit Hilfe einer am ZKM | Institut für Musik und Akustik speziell entwickelten Audiotechnik im Rahmen der »TopoPhonien« realisiert.

Linkempfehlungen
www.sajo-art.de
TopoSonic Arts, Kehrer Verlag
oder auf Wikipedia
Joachim Krebs
Sabine Schäfer

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