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Veranstaltungen 11 | 2011

Do, 03.11.2011Mi, 08.02.2012
Digital Art Works. The Challenges of Conservation
Rahmenprogramm




Vorträge im Rahmen der Ausstellung Digital Art Works The Challenges of Conservation
ZKM_Vortragssaal, 18 Uhr, Eintritt frei

Information in English
Ausstellung

Die Ausstellung Digital Art Works. The Challenges of Conservation (29.10.2011–12.02.2012) im ZKM | Medienmuseum geht Fragen nach dem Sammeln, Ausstellen und Erhalten computerbasierter Kunstwerke auf den Grund und lässt die Vorgänge rund um die digitale Konservierung sichtbar werden. Eingebettet in ein didaktisches Rahmenprogramm werden die Kunstwerke als solche im Mittelpunkt stehen: Klassiker wie Nam June Paiks »Internet Dream« oder Jeffrey Shaw's »The Legible City« begegnen den BesucherInnen der Ausstellung ebenso wie die jüngsten Hack–Aktionen des niederländischen Künstlerduos Jodi oder die Diagramm–Poesie des Franzosen Antoine Schmitt.
Im Rahmen der Ausstellung beschäftigen sich verschiedene Vorträge mit dem Umgang mit digitalen Medien.

Rahmenprogramm

Do, 03.11.2011
Der persönliche Computer - 30 Jahre PC
Vortrag von Boris Jakubaschk

Der Personal Computer hat die Büroarbeit komplett verändert. Aber auch die Art, wie man sich im Berufsleben oder privat informiert, wie man kommuniziert und wie man kreativ arbeitet, wurde durch PCs stark beeinflusst. Der Vortrag schildert mit Hilfe funktionierender Exponate, wie der erste IBM PC entstand und welche der zahlreichen Vor- und Nachfahren seine Entwicklung maßgeblich beeinflusst haben.

Dipl.-Ing. Boris Jakubaschk arbeitet als Softwareentwickler in Karlsruhe. Seit fast 20 Jahren sammelt er in seiner Freizeit historische Computer und dokumentiert deren Geschichte. Das ZKM zeigt am Rande des Ausstellungsteils »Welt der Spiele« seit vielen Jahren einen kleinen Teil seiner Sammlung. Im Studiengang »Konservierung Neuer Medien und digitaler Information« an der Kunstakademie in Stuttgart hält er u. a. eine Vorlesung über Computergeschichte.

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Mi, 30.11.2011
Einführung in die langfristige Speicherung digitaler Bilder
Vortrag von Sven Schönauer

Einen Datensatz können wir ohne Hilfsmittel nicht betrachten. Das digitale Bild gibt es seit über 30 Jahren. Dabei gibt es viele Verluste – die Bilder, welche ‚überlebt’ haben, sind Vorbilder für heutige Strategien bei der Langzeitarchivierung von Daten. Aus den Fehlern der Anfänge hat man gelernt. Im Laufe der Zeit sind viele Entwicklungen in heute selbstverständliche Technologien eingeflossen. Eine Entwicklung ist die derzeit vieldiskutierte »Cloud«. Grundlagen der Digitalisierung des Farbmanagements helfen, den Bilddatenbestand zu erzeugen und ihn zu bewerten. Das richtige Dateiformat auszuwählen und auf ein geeignetes Medium zu speichern, sind einfache Mittel bei der Erhaltung.

Sven Schönauer ist von Beruf Medienfachwirt. Seit 15 Jahren ist er bei der Firma recom GmbH & Co.KG tätig. Recom GmbH & Co.KG ist seit mittlerweile über 20 Jahren eines der renommiertesten und leistungsstärksten Artwork/Post- und CGI-Studios in Europa mit Büros in Stuttgart (Head Office), Berlin und London. Zudem ist er an der Staatlichen Akademie der Bilden Künste in Stuttgart im Studiengang »Konservierung Neuer Medien und Digitaler Information« als Dozent für Bildaufzeichnungstechnologie tätig.

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Mi, 14.12.2011
Hacken als (Lebens-)Kunst
Vortrag von Sven Braun

»Hacken ist, wenn man das Wasser für das Fertigkartoffelpüree mit der Kaffeemaschine erhitzen kann.« (Wau Holland)

Sven Braun, Jahrgang 1991, absolvierte 2010 sein Abitur. Bis zum Sommer 2011 war er im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur in der Museumskommunikation des ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe tätig. Seit dem Wintersemester 2011/2012 studiert er Politikwissenschaft und Informatik an der TU Darmstadt. Seit 2007 ist Sven Braun Mitglied des Entropia e.V. und des Chaos Computer Clubs Karlsruhe. Sven Braun hielt diverse Vorträge zu den Themen Netzpolitik und Datenschutz im Internet, unter anderem im Rahmen von »Chaos macht Schule«.

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Mi, 18.01.2012
8mm Ewigkeiten. Vom analogen 8mm Schmalfilmformat zur digitalen Kopie
Vortrag von Anna Leippe

Der 8mm-Schmalfilm blickt auf eine über 80-jährige Geschichte zurück und ist damit ein wichtiger Teil unseres visuellen und kulturellen Gedächtnisses geworden. Um die Filme zu schonen und trotzdem zugänglich zu machen, scheint eine Digitalisierung die ideale Lösung zu sein. Aber hier zeigen sich unerwartete Schwierigkeiten. Der 8mm-Film gilt als Material des Amateurfilmers und wird daher in den wenigsten hochprofessionellen Kopierwerken behandelt. Das Archiv muss auf einen Markt ausweichen, der stark durchmischt ist mit verschiedenen Techniken und Qualitäten. In diesem Vortrag sollen die Besonderheiten des 8mm-Films bei der Vorbereitung und Durchführung seiner Digitalisierung besprochen und eine Übersicht über die unterschiedlichen ‚Übersetzungsmöglichkeiten’ gegeben werden.

Als ausgebildete Kameraassistentin hat Anna Leippe, Jahrgang 1976, acht Jahre für unterschiedliche Filmproduktionen (35mm, 16mm und Video) gearbeitet. 2004 begann sie mit dem Studium der Kulturwissenschaften an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt / Oder, das sie 2007 mit einem Bachelor abgeschlossen hat. 2010 folgte der Master in »Konservierung Neuer Medien und Digitaler Information« an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart. Zeitgleich zum Studium begann sie für das Haus des Dokumentarfilms zu arbeiten. Dort ist sie vorwiegend in der Abteilung Landesfilmsammlung Baden-Württemberg für die Dokumentation und Konservierung des Film- und Videobestandes zuständig.
 
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Mi, 08.02.2012
Die Erhaltung von Computerspielen und die Rolle der Emulation
Vortrag von Andreas Lange

Wie Computerspiele sind auch die meisten digitalen Kunstwerke komplexer Natur und erfordern nicht selten die Interaktion mit dem Rezipienten. Dies führt dazu, dass technisch aber auch kuratorisch gesehen die Erhaltung von Computer- und Videospielen und digitalen Kunstwerken gleiche Voraussetzungen und Ziele hat. Ein zentrales Werkzeug der Konservierung für komplexe digitale Artefakte sind Emulatoren, die ganz wesentlich in der Retrogamer Community entwickelt worden sind und die nun von institutioneller Seite aufgegriffen werden. So startete 2009 das Europäische Forschungsprojekt KEEP (www.keep-project.eu) mit dem Ziel, die in der Games Community entstandenen Programme in einem größeren gesellschaftlichen und kulturellen Kontext nutzbar zu machen. Andreas Lange wird als Direktor des Computerspielemuseums und Mitglied des KEEP Konsortiums über den aktuellen Stand und zukünftige Perspektiven berichten.

Andreas Lange (Jahrgang 1967), studierte Religions- und Theaterwissenschaft und ist seit 1997 Direktor des Computerspielemuseums in Berlin. Davor war er von 1994-95 Gutachter der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Lange kuratiert verschiedene Ausstellungen, u. a. »pong.mythos« (ab 2006) und »Computerspiele. Evolution eines Mediums« (2011). Er ist Autor unterschiedlicher Publikationen u. a. »Spielmaschinen« (Berlin, 2002) und »pong.mythos« (Berlin, 2006). Seine Essays sind u. a. erschienen in »Game on. The History and Culture of Videogames« (London 2002), »M_ARS. Art and War.« (Austria 2003) oder »See? I’m real... Multidisziplinäre Zugänge zum Computerspiel am Beispiel von ‚Silent Hill’« (Germany 2005) oder »Space Time Play« (Schweiz 2007). Er hält regelmäßig Vorträge in akademischen und anderen Kontexten, ist Mitglied der Akademie des Deutschen Entwicklerpreises sowie der Jury des Deutschen Games Awards Lara. Lange ist Projektleiter des Computerspielemuseums für das EU-Forschungsprojekt KEEP, Sprecher der AG Emulation des deutschen Kompetenznetzwerkes zur digitalen Langzeitarchivierung nestor und hält den Status eines Visiting Professor am Jilin Animation Institute (China).


Dokumentationsfoto „digital art conservation“,
2011 © ZKM | Karlsruhe

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