Jennifer Bolande [USA] :: Hand Held Photographs (Set B) und (Set D) [1994]

In den beiden ausgestellten jeweils dreiteiligen Fotoserien »Hand Held Photographs (Set B) und (Set D)« sehen wir die Hände einer unbekannten Person, die kleine Fotos in den Fingern halten. Auf diesen Fotos sehen wir wiederum kleine Hände, die in einem nicht näher bestimmten Raum ins Leere greifen bzw. sich in offenen Gesten dem Betrachter darbieten. Der Hintergrund der Fotos und der Hintergrund der dargestellten Situation sind identisch und bestätigen die Vermutung, daß zwischen dem kleinen Foto und den es festhaltenden Händen eine Beziehung besteht, die Wiederholung einer Situation, die Verdoppelung einer Szene, die beliebig fortsetzbar wäre.

Das Zusammenspiel von Hand und gehaltenem Foto ergibt verspielte Bezüge, mal scheint die Hand auf dem Foto aus der anderen herauszuwachsen, mal scheint sie eine Verlängerung derselben in Miniatur zu sein. Diese Gegenüberstellung von realem Objekt und Miniatur hat Bolande bereits in anderen Arbeiten erprobt. In der fünfteiligen Serie »The Road Movie« von 1994/95 beispielsweise hat Bolande fünf Lastkraftwagen, welchen sie die Heckklappe entfernen ließ, in einem Halbkreis aufstellen lassen und fotografiert (»Holding Pattern«). Ein weiteres Bild der Serie zeigt fünf Spielzeuglaster, die dieses Arrangement nachstellen »The Glove«. Auch hier fehlen die Heckklappen, dafür stecken die fünf Finger einer Hand, einem Handschuh gleich, in den Ladeflächen der kleinen Spielzeuglaster.
In »Hand Held Photographs« verweisen die Finger oft direkt auf die abgebildete Hand im Foto. Der offenen unbestimmten Geste der Hände auf dem Foto steht die Bezogenheit der Hand auf das Objekt der Fotografie gegenüber. Der haptische Sinn des Festhaltens wird mit Hilfe der Fotografie visualisiert. Auf dem Foto greifen die Hände ins Leere, sie deuten nur die Möglichkeit eines unbestimmten Zupackens an. Durch die Struktur des Bild-im-Bild Schemas wird der Tastsinn manifest.

Hat Jennifer Bolande in anderen Arbeiten direkte Bezüge zwischen fotografischem Bild (Image) und Objekt hergestellt, indem sie Fotografien mit realen Objekten zu Installationen arrangiert, so findet die Auseinandersetzung mit dem Thema der Wahrnehmung diesmal im Bild selbst statt.

Die Organe des Körpers als Buchstaben :: Vereinzelung

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Januar-März 2001
  
  

 





 
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