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Ausstellungen 01|2011

29.01.25.04.2011
Robert Cahen.
Das Unsichtbare erzählen




ZKM | Medienmuseum, Projektraum
Eröffnung: Fr, 28.01.2011, 19 Uhr, ZKM_Foyer

Information in English
Gespräch und Videovorführung am 23.02.
Interview mit Robert Cahen
Robert Cahen im Gespräch mit Isaac Julien (engl.)

Der französische Künstler Robert Cahen (1945 in Valence geboren, lebt und arbeitet in Mulhouse) ist einer der großen Pioniere und Erzähler der Videokunst. Nach einem Kompositionsstudium im Kontext der Musique concrète und ersten Kurzfilmen entwickelte Cahen in seinen frühen Videoarbeiten die grundlegenden Prinzipien seines Werks: einen Erzählansatz, der sich karg an Wörtern auf die Montage von Bildern und Musik stützt, ein Interesse für den Übergang vom unbewegten zum bewegten Bild sowie die Nutzung der Zeitlupe, um das Ungesehene wahrnehmbar zu machen. Die Ausstellung Robert Cahen. Das Unsichtbare erzählen gibt einen Einblick in die jüngsten Videoinstallationen des Künstlers und lädt dazu ein, sein Werk als Ganzes zu reflektieren.

Parallel zu seinen Tätigkeiten als Komponist und Verantwortlicher für experimentelles Video an der nationalen Rundfunkanstalt Frankreichs ORTF begann Cahen in den frühen 1970er Videos zu schaffen, die durch einer bewussten Nebeneinandersetzung von Bild und Klang nicht-lineare, mehrdeutige Geschichten erzählten. Sein Bearbeitungsstil bezeugte dabei in gleicher Weise den Einfluß der Film- und Videogeschichte (namentlich der Tradition des surrealistischen Films) und der Musique concrète. Diese Musikbewegung stand für ein Komponieren frei vom Zwang der Schrift und für einen experimentellen Umgang mit den durch Aufzeichungeräten fixierten Klängen. So erzielte Cahen durch die experimentelle Behandlung seiner Bildaufnahmen mittels elektronischer Instrumente erstaunliche visuelle Effekte, durch die er seine Geschichten zum Ausdruck brachte.

Die Ausstellung präsentiert acht Videoinstallationen Cahens, ein Format, in dem der Künster seit Mitte der 1990er arbeitet (1995 erhielt Robert Cahen für seine Installation Sept Vision Fugitives den Internationalen Videokunstpreis des ZKM). Diese sind hauptsächlich großformatige Videoprojektionen, die einen dunklen Raum voraussetzen. Es entsteht eine kinoartige Erfahrung, indem das Werk den Betrachter sowohl durch das Bild und den Klang als auch durch seine räumliche Umgebung umhüllt. In seiner Videokunst verzichtet Cahen darauf, dem Betrachter frontal Ideen und Kritik zu vermitteln, vielmehr beabsichtigt er es ihn zu verführen und ihm lediglich mögliche Interpretationen einzuflüstern. Ihm so zu helfen, das Unsichtbare zu lesen.

Kuratiert von Chiara Marchini Camia

DVD-Boxset
Parallel zur Ausstellung erscheint bei Ecart Production mit der Kooperation des ZKM das DVD-Boxset »Robert Cahen. Films + Videos 1973-2007« mit 29 Filmen und Videos und sechs unveröffentlichen Musikstücken Cahens, sowie Texten von Stéphane Audeguy und Hou Hanru, EUR 40.00 (01/2011).

Öffentliche Führungen
An den folgenden Terminen werden öffentliche Führungen durch die Ausstellung angeboten: 18.02., 25.02., 04.03., jeweils um 16 Uhr

Gespräch und Videovorführung (in englischer Sprache)
Gespräch mit Isaac Julien, Professor an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Vorführung von Videos Cahens am 23.02. um 19 Uhr im ZKM_Vortragssaal, Eintritt frei

Im Rahmen der Ausstellung Robert Cahen. Das Unsichtbare erzählen findet im ZKM_Vortragssaal ein Gespräch zwischen dem international renommierten französischen Videokünstler Robert Cahen und dem britischen Videokünstler und Filmemacher Isaac Julien statt. Isaac Julien, der in den letzten Jahren auch als Kurator bekannt wurde und an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung eine Professur innehat, wird das Gespräch führen und ergänzend zur Ausstellung eine Auswahl von Einkanal-Videoarbeiten Cahens präsentieren.

Die beiden Künstler, die unterschiedlichen Generationen angehören und deren Arbeit aus unterschiedlichen Traditionen herrührt, weisen in ihren Arbeitsweisen erstaunliche Parallelen auf: die Erkundung anderer künstlerischer Gattungen sowie der Malerei, der Skulptur und dem Tanz findet sich in beiden Arbeitsweisen ebenso wie die Verfilmung von Gedichten, die Nutzung von Geschichten und Bildern aus fremden Ländern von Südamerika bis Ostasien.


Robert Cahen »Traverses«, 2002, Filmstill, © Robert Cahen

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