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Veranstaltungen 06 | 2010

Di 22.06.10
Konrad Zuse – Erfinder des ersten
funktionsfähigen Computers

Vortrag von Prof. Dr. Udo Kebschull, anlässlich des 100. Geburtstags von Konrad Zuse
16.30 Uhr Vorabbesichtigung des »Zuse Z22« Computers im ZKM | Medienmuseum, 17 Uhr Beginn des Vortrags im ZKM_Medientheater, Eintritt frei

Bitte beachten Sie, dass dieser Vortrag entgegen der Ankündigung in unserem »Mediagramm« bereits um 17.00 Uhr beginnt!

Information in English

Im ZKM | Medienmuseum ist mit dem »Zuse Z22« (einer Dauerleihgabe des Landes Baden-Württemberg, Fachhochschule Karlsruhe, Hochschule für Technik), Seriennummer 13, der älteste noch voll funktionsfähige und originalgetreu erhaltene Röhrenrechner der Welt zu sehen. Prof. Dr. Udo Kebschull (Leiter der Arbeitsgruppe Technische Informatik in der Physik am Kirchhoff-Institut für Physik an der Universität Heidelberg) hält am ZKM einen Vortrag zu Zuses Wirken und Schaffen.

Konrad Zuse gilt heute als Schöpfer des ersten funktionstüchtigen programmgesteuerten und frei programmierbaren Rechners in binärer Gleitpunktrechnung. Diese Maschine – Z3 genannt – vollendete er 1941 in seiner kleinen Werkstatt zu Berlin-Kreuzberg. Erste Gedanken Zuse’s über die logischen wie technischen Prinzipien zum Bau solcher – völlig neuartiger - Rechnersysteme, die wir heute Computer nennen, gehen bereits auf das Jahr 1934 zurück. Konrad Zuse schuf auch mit dem Plankalkül (1941–1945) die erste höhere Programmiersprache der Welt. 1949 gründete Konrad Zuse zusammen mit Harry Stucken und Frank Eckhard in Neukirchen im hessischen Kreis Hünfeld die Zuse KG, die erste Computerfirma der Welt.

Die Baureihe der Computeranlage Z22 wurde ab 1957 von der Konrad Zuse AG gebaut und 50mal ins Inland und 5mal ins Ausland ausgeliefert. Nach der Z1, Z2, Z3, Z4, Z5 und Z11 war die Z22 das siebte Modell, das Zuse baute. Die mit 415 Elektronenröhren ausgestatte Baureihe Z22 war der erste serienmäßig ausgelieferte Röhrenrechner in Deutschland und einer der ersten, mit dem Aufgaben in der gerade erst entwickelten Programmiersprache ALGOL60 gelöst werden konnten. Z22 wurde insbesondere in der Betriebswirtschaft, Bautechnik, Elektrotechnik, Ballistik, Aerodynamik, Optik, Vermessungstechnik, im Maschinen- und Kernreaktorbau sowie im Bergbau eingesetzt.

ZUSE Z 22
Technik: Röhrenrechner
Taktfrequenz: 140.000 Hertz - elektronisch - mechanisch stabilisiert
Rechenwerk: Gleitkommarechenwerk, 38 Bit Wortlänge
Mittlere Rechengeschwindigkeit: Addition 0,6 ms; Multiplikation 10 ms; Division 60 ms; Wurzel 200 ms
Eingabe: Lochstreifen (Fernschreibcode) Streifenleser bis 200 Zeichen pro Sekunde
Ausgabe: Schreibmaschine oder Lochstreifen
Wortlänge: 38 Bit, Gleitkomma
Anzahl Bauelemente: 415 Röhren, 2400 Dioden
Anzahl Schrittschalter: keine
Speicheraufbau: Magnettrommel 6000 U/min, 8192 Speicherplätze, 25 Speicherplätze, Ferritkern. Z22R mit erweitertem Ferritkern-Speicher
Leistungsaufnahme: Ca. 3500 Watt
Gewicht: Ca. 1000 kg


»ZUSE Z22« (1957) im ZKM | Medienmuseum. Dauerleihgabe des Landes
Baden-Württemberg, Fachhochschule Karlsruhe, Hochschule für Technik
© ZKM, Foto: Franz Wamhof

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