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Ausstellungen 08|2010

07.08.-03.10.2010
The Song of the Line. Stephan von Huene
Zeichnungen aus fünf Jahrzehnten

ZKM | Museum für Neue Kunst, 1. OG
Eröffnung: Fr, 6. August 2010, 19 Uhr im ZKM_Foyer

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Literatur zur Ausstellung

Der Künstler Stephan von Huene (19322000), bekannt als Konstrukteur von Klangskulpturen, war auch ein herausragender Zeichner. In Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle gibt die Ausstellung The Song of the Line erstmals einen Überblick über sein gesamtes zeichnerisches OEuvre. Im Kalifornien der 1960er-Jahre entstanden Feder- und Bleistiftzeichnungen, die von Huenes Vertrautheit mit den Werken Pablo Picassos wie auch den nordamerikanischen Skulpturen der Kwakiutl-Indianer und den Trickfilmzeichnungen des Disney-Imperiums zeugen. Die Figuren dieser frühen, virtuos ausgeführten Zeichnungen eröffnen einen panerotischen Bildkosmos voller Anspielungen auf mythologische Bildtraditionen verschiedenster Kulturen und Zeiten.

Stephan von Huene, der 1976/77 Gast des Künstlerprogramms DAAD in Berlin war, von 1993 bis 1996 auch eine Professur an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe inne hatte, ließ sich nach einer Zeit als Gastprofessor an der Hochschule der Künste 1980 in Hamburg nieder. In diesem Zusammenhang entstand die Serie der ZEITCollagen, die mit Zeitungsfragmenten und Handzeichnungen einen Blick auf die Gesten der Politiker, Literaten und Künstler wirft. Diese Collagen reflektieren auch die weitreichenden Studien amerikanischer Kommunikationstheorien, die für diesen Künstler-Wissenschaftler ebenso wichtig waren wie die Kenntnisse über Klangfarben und Körpersprache, Computer und Karikatur. Mit den sogenannten »Mind Maps« entwickelte er in den 1980er-Jahren die Gattung der Wort-Bilder weiter. In diesen Schaltplänen der Erinnerung wird die Genese seiner Klangskulpturen in Bild und Text sichtbar.

In den 1990er-Jahren wandte sich der technisch versierte Künstler im Zusammenhang der Klangskulptur »Die neue Lore Ley« dem computergenerierten Zeichnen zu. Eine Auswahl von Skizzen und Studien aus dem Arbeits-, Lebens- und Hochschulalltag von Huenes runden diese umfassende Ausstellung seiner Arbeiten auf Papier ab.

Kurator Peter Weibel

Katalog »Stephan von Huene. The Song of the Line. Die Zeichnungen 19501999.« hrsg. von Petra Kipphoff von Huene und Hubertus Gaßner, Hatje Cantz, 2010.

Führungen Sonntags, 13 Uhr

Weitere Stationen der Ausstellung Hamburger Kunsthalle (09. 04. bis 06.06.2010); Stiftung Brandenburger Tor / Max Liebermann Haus, Berlin (14.06. bis 25.07.2010)




Stephan von Huene: Ohne Titel (Pasadena-Bleistiftzeichnung), 1964
Stephan von Huene: Ohne Titel (Rauchzeichnung), 1964, mit Rauchspray geschwärztes Papier, Griffelgravuren, Hand- und Fingerabdrücke, mit Lack versiegelt, Courtesy Petra von Huene, Hamburg
Stephan von Huene: ZEIT-Collagen, 1980, Filzstift, Zeitungspapier und Klebestreifen auf Papier, Courtesy Petra von Huene, Hamburg
Stephan von Huene: Getty Talk, 1991, Filzstift und Bleistift auf Papier, Courtesy Petra von Huene, Hamburg

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