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MultiMediale 2
Vorwort von Heinrich Klotz zur MultiMediale 2, 1991

[Heinrich Klotz (Hg.), MultiMediale 2, Ausst.- Kat. ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, ZKM, Karlsruhe, 1991]

"Mit der MultiMediale 1991, dem im zweijährigen Turnus stattfindenden Festival des Zentrums für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, setzen wir das 1998 mit der 1. MultiMediale Begonnene fort und geben auch heute wieder einen Überblick über die vielfältigen Entwicklungen in den Bereichen der Medienkünste, der Medientechnologie und der elektronischen Musik. Dieser Überblick kommt in manchen Teilen einem Rückblick und Resümee gleich, in anderen Teilen eröffnet er die Aussicht auf neue Möglichkeiten der Medienkunst.

Mit unserem Programm berücksichtigen wir einen Großteil der Aspekte, die in das breite Spektrum der Medienkünste und der Medientechnologie einbezogen sind. Von der elektronischen Musik bis zur Videoskulptur, vom interaktiven Lernobjekt bis zum Rotationshologramm geben unsere Veranstaltungen und Ausstellungen einen Überblick über die neuen Möglichkeiten der Medienkünste und der Medientechnologie. Jedoch verzichten wir vorerst auf die Darstellung der heutigentags so intensiv diskutierten Möglichkeiten einer 'virtual reality', der Herstellung 'künstlicher Wirklichkeit', da die äußeren Bedingungen für ein großes Publikum ungünstig sind und der obligatorische Simulationshelm nicht jedermann übergestülpt werden kann.

In den Fabrikhallen der ehemaligen Opel AG – vom Badenwerk und dessen Vorstands-vorsitzenden Dr. Benz dem ZKM für einige Wochen freizügig zur Verfügung gestellt –werden die Ausstellungen präsentiert und finden die Veranstaltungen der MultiMediale statt. Einige Konzerte werden zudem im Stephanssaal, im Konzerthaus und im Jugend und Begegnungszentrum (JUBEZ) gegeben.

Der Geburtstag des großen Karlsruher Architekten Friedrich Weinbrenner bot ferner den Anlaß, eine seiner bedeutendsten Karlsruher Bauten, die evangelische Kirche am Marktplatz, in die Szenerie der MultiMediale einzubeziehen und in der neu eröffneten klassizistischen Krypta dem Publikum mit Hilfe einer Videosimulation zu zeigen, wie Weinbrenners Karlsruhe ausgesehen hätte, sofern seine Pläne vollständig verwirklicht worden wären.

Und es kommt noch ein weiterer Ort hinzu, an dem sich die MultiMediale von den Neuen Medien zurückbezieht auf die klassischen Künste, auf die Malerei, die in den Räumen des Badischen Kunstvereins Karlsruhe mit der Ausstellung Matjuschin und die Leningrader Avantgarde eine angemessene Umgebung gefunden hat. Der Leningrader Maler Matjuschin, Freund Malewitschs, Tatlins und Filonovs, hat als ausgebildeter Musiker interessante Farbstudien betrieben and im Sinne einer Synästhesie, einer Verbindung der Künste, den Versuch unternommen, Klänge auf Farben zu beziehen, also mit klassischen Mitteln nach den Möglichkeiten eines multimedialen Gesamtkunstwerks gesucht (eigener Katalog).

Schließlich möchte ich an dieser Stelle auf ein besonderes Ereignis aufmerksam machen: Das Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe ist in die Lage versetzt, bei Eröffnung der MultiMediale 2 die Einrichtung des 'Deutschen Medienkunstpreises 92' bekanntgeben zu können. Dieser Preis wird vom Siemens Kulturprogramm gestiftet und mit einem Preisgeld von 100.000 DM dotiert.

Zusätzlich zum 'Deutschen Medienkunstpreis' hat das Siemens Kulturprogramm dem ZKM zwei Projektstipendien für Medienkünste von 15.000 DM jährlich zur Verfügung gestellt. Wir freuen uns, die 2. MultiMediale unter solch nicht nur für das Publikum, sondern auch für die Künstler günstigen Umständen eröffnen zu können."

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