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20 Jahre ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie



Gründung

Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie wurde 1989 von der Stadt Karlsruhe und dem Land Baden-Württemberg als Stiftung des öffentlichen Rechts gegründet. Mit der Konstituierung des Stiftungsrats und der Berufung von Professor Heinrich Klotz (1935–1999) zum Gründungsdirektor wurde die europaweit einzigartige Kulturinstitution ins Leben gerufen.

Die Idee eine Institution zu gründen, welche künstlerische Konzepte mit zukunftsweisenden Technologien zusammenführt, geht auf das Jahr 1984 zurück und wurde im Kulturreferat der Stadt Karlsruhe weiter entwickelt. Vertreter der Kommunalpolitik, der Universität, der Staatlichen Hochschule für Musik, des Kernforschungszentrums und anderer Institutionen sowie Vertreter der Karlsruher Kunstszene bildeten 1986 die „Projektgruppe ZKM“. Im Februar 1988 schloss die Projektgruppe die inhaltliche Arbeit ab und legte das Konzept '88 vor, in welchem die Initiative für die Zusammenführung der Künste und der Neuen Medien in Theorie und Praxis beschrieben wurde. Dieses Konzept diente als Grundlage für die Erarbeitung der Satzung des ZKM, die am 12. August 1989 in Kraft trat. Noch 1988 gründete sich die Gesellschaft zur Förderung der Kunst und Medientechnologie e.V., die seitdem zu den engagierten Unterstützern des ZKM zählt.

Als Domizil des „elektronischen Bauhauses“, wie Heinrich Klotz das ZKM definierte, sollte ein zukunftsweisender Neubau errichtet werden, welcher Raum für ein Museum, eine (Medienkunst-)Sammlung, Forschungsinstitute, Studios sowie ein Medientheater bieten sollte. Dafür wurde 1989 im Rahmen der Neugestaltung des Areals südlich des Karlsruher Hauptbahnhofs ein internationaler Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Der Niederländer Rem Koolhaas gewann diesen Architekturwettbewerb mit seinem visionären Entwurf, der einen 60 Meter hohen „Würfel“ mit Medienfassade vorsah und auf den barocken Stadtplan Bezug nahm. Nach langen, engagiert geführten Debatten scheiterte jedoch die Umsetzung des ambitionierten Projekts aus Kostengründen. 1992 gab die Stadt Karlsruhe schließlich das Neubauvorhaben und damit den Koolhaas-Entwurf auf.


Rem Koolhaas und Roland Stuij, Computersimulation des ZKM-Neubaus für den Realisierungswettbewerb, 1990/91
© ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie


Rem Koolhaas, O.M.A. Rotterdam, Modell des ZKM-Neubaus, Nordfassade, 1989
Foto: Samuel Degen
© ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie

Eine interessante Standortalternative bot der historische Hallenbau der ehemaligen Industriewerke Karlsruhe-Augsburg (IWKA), zwischen 1914 bis 1918 von dem Architekten Phillip Jacob Manz als Waffen- und Munitionsfabrik erbaut. Die Stifter entschieden sich für den Umbau dieses Meisterwerkes der Industriearchitektur. Das Architekturbüro Schweger + Partner konzipierte und verwirklichte den bis heute funktionellen und ästhetisch ansprechenden Umbau. 1993 erfolgte der symbolische Spatenstich, 1995 das Richtfest.


Schweger + Partner,
Entwurf für den Umbau des IWKA-Hallenbaus, Holzmodell

Foto: Dirk Altenkirch
© ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie


Heinrich Klotz, Direktor des ZKM und Gründungsrektor der HFG, beim Spatenstich für das neue Haus
Foto: Evi Künstle
© ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie


Hallenbau im September 1995
© ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie

Bis zum Einzug 1997 waren die Büros des ZKM sowie die Studios des ZKM | Instituts für Bildmedien ZKM | Instituts für Musik und Akustik über die Stadt Karlsruhe verstreut. Um einem interessierten Publikum von Anfang an Einblick in die künstlerischen und wissenschaftlichen Produktionen des ZKM zu geben, präsentierte sich die Stiftung mit verschiedenen Veranstaltungen an wechselnden Orten der Stadt. Die Veranstaltungsreihe "ZKM in der Fabrik", das alle zwei Jahre stattfindende Medienkunstfestival MultiMediale sowie öffentliche Preisverleihungen für herausragende Beispiele der Medienkunst und -theorie, beispielsweise der Siemens Medienkunstpreis und der Internationale Videokunstpreis, weckten die öffentliche Aufmerksamkeit. In den knapp 10 Jahren der Gründungsphase veröffentlichte das ZKM zudem über 60 Bücher sowie CD-Editionen, die auf dem Gebiet elektronischen Publizierens wegweisend waren. Im Oktober 1997 eröffnete das ZKM mit einem großen Festakt die Tore des restaurierten Hallenbaus und stellte seine Institute und Abteilungen sowie die großzügige Ausstellungs-, Konzert- und Veranstaltungsräume der Öffentlichkeit vor: das ZKM | Medienmuseum und das ZKM | Museum für Gegenwartskunst sowie das ZKM | Institut für Bildmedien, das ZKM | Institut für Musik und Akustik, die ZKM | Mediathek, das Medientheater und der "blaue Kubus". Die Multimediale 5 präsentierte sich als Eröffnungsausstellung des Medienmuseums.


Pressekonferenz zur Einweihung des Hallenbaus im Oktober 1997
Von links: Michael Heck, Gerhard Seiler, Heinrich Klotz

Foto: ONUK
© ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie

-> Eröffnung des ZKM, Fotos

-> MultiMediale5 / Eröffnung 1997, Fotos Festival Teil1
-> MultiMediale5 / Eröffnung 1997, Fotos Festival Teil2

Zeitgleich übersiedelte auch die Städtische Galerie Karlsruhe in den Kunstkomplex. In einem zweiten Bauabschnitt wurden die Räumlichkeiten der, ebenfalls von Heinrich Klotz gegründeten, HfG | Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und das zum ZKM gehörige ZKM | Museum für Neue Kunst fertig gestellt.
Am 4. Dezember 1999 eröffnete das ZKM | Museum für Neue Kunst, in welches das Museum für Gegenwartskunst und die ZKM Kunstsammlung eingingen. Zusätzlich wurden Kooperationen mit prominenten privaten Sammlungen aus dem Land Baden-Württemberg etabliert, so dass das Museum auch als Sammlermuseum an die Öffentlichkeit trat. In dieser Konstellation von Museen, Forschungsinstituten und Hochschule kann das ZKM für sich beanspruchen, ein "Museum aller Gattungen und Medien", ein Bürgerforum und internationaler Leuchtturm gleichermaßen zu sein und Sammlungen, Ausstellungen, künstlerische Produktion, Forschung und Lehre unter einem Dach zu vereinen.

1990 erschien erstmals das Mediagramm, das bis zum Jahr 2011 Besucher regelmäßig über aktuelle Ausstellungen, Symposien und Konzerte informierte. Abgelöst wurde das Mediagramm von dem Quartalsflyer, der alle 3 Monate eine Übersicht der Veranstaltungen am ZKM liefert. In den knapp 10 Jahren der Gründungsphase veröffentlichte das ZKM zudem über 60 Bücher sowie CD-Editionen, die auf dem Gebiet elektronischen Publizierens wegweisend waren.

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