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Multimediale 5
18.10.-09.11.1997

Ausstellungsort: Fabrikhallen der ehemaligen Industriewerke Karlsruhe-Augsburg

· Vorwort aus dem Festivalmagazin
· Programmübersicht
· Publikation

Die Präsentation der Multimediale 5 fand - wie die MultiMediale 3 auch - in den Fabrikhallen der ehemaligen Industriewerke Karlsruhe Augsburg statt, diesmal jedoch im Zuge der Eröffnung des ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe. Unter den vielen Veranstaltungen fanden sich unter dem thematischen Oberbegriff "Eröffnung des ZKM im Hallenbau" u.a. ein Konzert mit der Gruppe Kraftwerk, Diskussionen, Vorträge und eine Livesendung mit Gesprächen, Filmen und Musik rund um die Eröffnung.

"Geschichte(n) der bewegten Künste" bot u.a. eine interaktive Performance von Steina Vasulka, die Vorstellung der Video- und der Audiosammlung des ZKM und Künstlergespräche im Nachtcafé. "Erzählformen der Medienkunst" stellte drei Multimedia-Opern und die Highlights und Preisträger des Internationalen Videokunstpreises vor.

Im Rahmen von "Nostalgie und Neue Kunst" gab es Konzerte, Präsentationen und Diskussionen. Am vorletzten Tag der Multimediale 5 fand die Preisverleihung des Siemens Medienkunstpreises statt.


Vorwort aus dem Festivalmagazin: Multimediale 5
zur Eröffnung des ZKM

Die Multimediale 5 beginnt am 18. Oktober 1997 mit der Eröffnung des Zentrums für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe. Damit endet eine lange Planungs und Aufbauphase, die im Jahre 1989 nicht zuletzt mit der Gründung der Multimediale 1 begann und nun einen vorläufigen Abschluß gefunden hat. Doch erst mit der Fertigstellung der Hochschule für Gestaltung, die dem ZKM verbunden ist und schließlich mit dem durch die Landesregierung Baden Württemberg neu gegründeten Museum für Neue Kunst ("Sammlermuseum") wird im Jahre 2000 diese große Kultureinrichtung vollendet sein. Das Medienmuseum und das Kunstmuseum des ZKM, das Medientheater, die Mediathek, die Studios und Institute werden sich mit den neu hinzugekommenen Einrichtungen zum größten und umfassendsten Zentrum für Neue Kunst und Medien in Deutschland verbinden. Mit insgesamt 41.800 qm unter einem gemeinsamen Dach werden ZKM und HfG, gemeinsam mit der Städtischen Galerie und dem "Sammlermuseum" eine Einheit bilden.
Die Multimediale 5 gibt davon einen Vorgeschmack. Wie bisher haben wir vieles vorzuzeigen; und vieles bringen wir zu Gehör, darunter drei von uns in Auftrag gegebene Multimedia Opern und Kompositionen, die im Rahmen des Festivals ihre Uraufführung erleben. Aber auch im Bereich der Bildmedien ist viel Neues hinzugekommen, meist Eigenproduktionen aus den Studios des ZKM, wie sich überhaupt die Multimediale von anderen ähnlichen Festivals vor allem dadurch unterscheidet nicht auf "Leihgaben" angewiesen zu sein, sondern ein breites Spektrum von Werken präsentieren zu können, die im eigenen Haus entstanden sind oder vom ZKM in Auftrag gegeben wurden. Im Vordergrund stehen diesmal die beiden ZKM Museen, die sich zur Eröffnung erstmals zu erkennen geben. Das Medienmuseum ist in allen seinen Teilen neuartig und durch seine interaktiven Exponate eine besonders publikumswirksame Ausstellung. Wenn es das programmatische Ziel des ZKM ist, Neuland zu betreten, so könnte diese Absicht mit dem Medienmuseum erfüllt worden sein. Das Museum für Neue Kunst kann sich nun in seiner gesamten Breite unterschiedlicher Kunstgattungen darstellen. Neben der großen Sammlung von Medienkunstwerken ist in aller Stille auch eine Sammlung der klassischen Künste, der Malerei, Grafik und Skulptur, aber auch der Fotografie entstanden, die wir nun in einer ersten Auswahl vorstellen: ein Museum aller Künste. Auch hier haben wir auf Leihgaben verzichtet und allein Werke aus dem eigenen Besitz ausgestellt. Das "Sammlermuseum" wird später den Akzent verschieben und bedeutenden Kunstbesitz aus großen privaten Sammlungen darbieten.
Schließlich haben wir nicht allein den Sinneserlebnissen von Auge und Ohr gehuldigt. In thematisch pointierten Gesprächsveranstaltungen greifen wir virulente Themen der Gegenwart auf, wobei wir meinen, daß drei bedeutende Frauen, Marion Gräfin Dönhoff, Hildegard Hamm Brücher und Jutta Limbach, möglicherweise Zuversichtlicheres zu sagen wissen, als es die Melancholiker des Fin de Siècle zur Zeit tun.

Heinrich Klotz

Publikation
Festivalmagazin: Multimediale 5 zur Eröffnung des ZKM
Hrsg.: ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe,
Heinrich Klotz
Konzept und Redaktion: Manuela Abel, Heike Staff
© ZKM Karlsruhe, 1997

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