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Texte von der ZKM-Seite in der Neuen Zeitschrift für Musik, Ausgabe 06/2008 (November+Dezember)


Giga-Hertz-Preis 2008

Das IMA verleiht in diesem Jahr zum zweiten Mal zusammen mit dem Freiburger EXPERIMENTALSTUDIO des SWR den Giga-Hertz-Preis für elektronische Musik. Über die Preisvergabe entschied eine international besetzte Fachjury, bestehend aus François Bayle, Ludger Brümmer, Jonathan Harvey (Hauptpreisträger 2007), Detlef Heusinger, Armin Köhler und Peter Weibel.
Der Giga-Hertz-Hauptpreisträger 2008 ist Trevor Wishart, geboren 1946 in Leeds, England. Die Giga-Hertz-Produktionspreise 2008 gehen an Natasha Barrett (geb. 1972 in Großbritannien), Dai Fujikura (geb. 1977 in Osaka, Japan), João Pedro Paiva de Oliveira (geb. 1959 in Lissabon, Portugal) und Åke Parmerud (geb. 1953 in Lidköping, Schweden). Die Preise werden am 29. November 2008 im ZKM verliehen, es spielt u. a. das Ensemble Modern. Am Tag davor gastiert das EXPERIMENTALSTUDIO des SWR mit dem ensemble recherche im ZKM. In beiden Konzerten werden Werke der Preisträger 2007 und 2008 erklingen.


Piano+ Stockhausen

Die Impulse, die Karlheinz Stockhausen schon Mitte des 20. Jahrhunderts gab, wirken noch heute. Am 13. Dezember 2008, genau ein Jahr nachdem die Öffentlichkeit von ihm Abschied nahm, möchten wir im Rahmen des Festivals «Piano+» sein frühes Wirken würdigen. Die Pianistin Pi-hsien Chen und der Pianist Benjamin Kobler beide arbeiteten zusammen mit Stockhausen werden die aufregendsten und anspruchsvollsten seiner Klavierwerke präsentieren. Zusammen mit dem Schlagzeuger László Hudacsek wird Kontakteaufge- führt werden. Dem gegenüber stellen wir ein frühes elektronisches Werk, das geradezu die Grundlage für interpretatorisches Denken im späteren 20. und 21. Jahrhundert bildet. Besonders reizvoll dürfte am 12. Dezember die Begegnung mit Stockhausens amerikanischem «Counterpart» John Cage sein. Christian Nagel, der ebenfalls mit Stockhausen zusammenarbeitete, wird sowohl Werke von Cage als auch von Jonathan Harvey, dem Giga-Hertz-Preisträger 2007, spielen. Nicht nur Bewährtes, auch Uraufführungen sind im Programm. Wir freuen uns, das noch junge, aber sehr erfolgreiche Ensemble 2x2 (zwei Pianisten, zwei Schlagzeuger) zum ersten Mal bei «Piano+» begrüßen zu dürfen.


Beyond vision

«Beyond vision» ist ein innovatives Konzert-Abenteuer, bei dem das Stuttgarter Kammerorchester (Leitung: Michael Hofstetter) in eine Videoinstallation von Steffen Wick (Komposition) und Simon Detel (Konzeption) integriert ist. Vier Musikergruppen (zwei Quartette, zwei Quintette) sind um Bildschirme positioniert, auf denen Ausschnitte aus der Lebensgeschichte eines Menschen gezeigt werden.


Atelierbesuche

Der österreichische Komponist Joseph Klammer arbeitet derzeit an seiner Komposition TOYSRUS 3.0 für Schlagzeug, Computer und acht Lautsprecher. Die Daten für die Echtzeitmodulation extrahiert Klammer aus seinem Schlagzeugspiel, seinem Gestus, seiner Dynamik und der Diadochokinese zwischen den vier Extremitäten. Damit steuert er z. B. Tonhöhen, Delayzeiten und Filterungen sowie die Aufteilung der Klänge auf das Lautsprechersystem.

Das neue Werk von Ludger Brümmer, dem Leiter des IMA, für Klavier und Laser, das für «Piano +» entsteht, besteht aus mehreren Varianten eines zentralen Algorithmus. Dieser verändert schrittweise seine Gestalt von einer melodiös akkordischen Struktur hin zu einer Skala. Zentraler Aspekt der einzelnen kurzen Stücke ist eine vierstufige Lautstärkenstruktur, die das Material reliefartig formt und dadurch eine perspektivische Tiefe entstehen lässt. Zusätzlich zur klanglichen Ebene tritt ein Laser, der zu den Klanggestalten sich ständig modifizierende Lichtobjekte produziert. Die Tongruppierungen des Klaviers steuern die Gestik, Rhythmik und Farbe dieses Lasers, der das Klangmaterial mit dem Medium Licht ausdeutet, aber auch direkt funktional mit dem Klang verbunden ist.

Götz Dipper, Musikinformatiker des IMA, kreiert zur Zeit für die Ausstellung «Notationen» die Audio-Video-Installation Klang-Stücke. Eine Sammlung von kurzen Videoclips kann der Besucher wie eine Bildergalerie betrachten und über Kopfhörer hören. Der visuelle Teil besteht aus einer Art grafischer Partitur, bei der geometrische Objekte zu klingen beginnen, sobald sie von einem Cursor überstrichen werden. Der Reiz der Klang-Stücke liegt im Miteinander des Visuellen und des Akustischen. Durch Reihung und Schichtung der Objekte entstehen dabei bausteinhaft-spielerische Anordnungen konkreter Klänge.


IMA Webradio

Das DEGEM WebRadio @ ZKM, eine Plattform für die elektroakustische Kunst, ist ein gemeinsames Projekt der Deutschen Gesellschaft für Elektroakustische Musik (DEGEM) und des IMA. Programm: u. a. Konzertmitschnitte des «Piano+»-Festivals 2007.
www.degem.de/webradio

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