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Texte von der ZKM-Seite in der Neuen Zeitschrift für Musik, Ausgabe 05/2008 (September+Oktober)

STOCKHAUSEN 80

Das ZKM | Institut für Musik und Akustik setzt sich seit vielen Jahren intensiv für das Werk von Karlheinz Stockhausen ein. Immer wieder werden seine Kompositionen in den Konzerten des IMA aufgeführt. Bisheriger Höhepunkt auch der intensiven persönlichen Zusammenarbeit mit Stockhausen war die Produktion der 3. Szene aus SONNTAG aus LICHT, LICHTBILDER; der Kompositionsauftrag des Studios CCMIX Paris und des ZKM Karlsruhe, gefördert von der Kunststiftung NRW, wurde am 16. Oktober 2004 bei den Donaueschinger Musiktagen uraufgeführt. Das Konzertjahr 2008 steht für das IMA im Zeichen der Ehrung Stockhausens anlässlich seines überraschenden Todes Ende des letzten Jahren und seines 80. Geburtstags am 22. August. Seine Klavierstücke stehen dabei ebenfalls auf dem Programm wie SPIRAL, Soli aus den ORCHESTERFINALISTEN, MANTRA oder KONTAKTE. Das nächste Festival «Quantensprünge» bündelt ganz verschiedene Werke zu einem großen Porträtkonzert, bei den «ARD Hörspieltagen» Anfang November widmet sich der Schlagzeuger Laszlo Hudacsek dem Werk Vibra- Elufa aus FREITAG auch LICHT. Das Festival «Piano +» im Dezember setzt ebenfalls seinen Schwerpunkt auf Stockhausens Musikdenken und Komponieren.

Einen künstlerischen Höhepunkt zu den 2009 bevorstehenden Feierlichkeiten anlässlich des zwanzigjährigen Gründungsjubiläums des ZKM wird sicher die für Herbst 2009 geplante Uraufführung postum von Karlheinz Stockhausens Komposition Strahlen für Schlagzeuger und ZehnSpur- Tonband sein, eine Version von HOCH-ZEITEN für Chor aus SONNTAG aus LICHT. Karlheinz Stockhausen konnte nach dem erfolgreichen LICHT- Projekt die Arbeit an Strahlen am IMA noch beginnen. In dem auch technisch sehr anspruchsvollen Werk müssen mehrere Tausende einzeln aufgenommene Töne nach einem genauen Plan des Komponisten elektronisch bearbeitet werden. Die Arbeiten an dem von der Kunststiftung NRW geförderten Kompositionsauftrag sind bereits in vollem Gang: «10 Stimmen werden nacheinander mit Vibraphon und Glockenspiel gespielt und auf 10 Spuren synchron aufgenommen.» (Stockhausen)


MUSIQUE CONCRÈTE 60

Am 5. Oktober 1948 um 21 Uhr wird im französischen Rundfunk in einer Radiosendung des von Pierre Schaeffer gegründeten «Club d’Essai» das erste «Concerts de bruits» (Geräuschkonzert) ausgestrahlt. Hier wurde mit real vorkommenden und auf Tonband aufgenommenen Klängen komponiert: Die vom Ingenieur und Komponisten Pierre Schaeffer so bezeichnete «Musique concrète» war geboren. Im Verbund mit anderen Studios für elektronische Musik und auf Initiative der Amici della musica, Gagliari/Italien, präsentiert das ZKM | Institut für Musik und Akustik Werke von Pierre Schaeffer und späteren wichtigen Komponisten der Musique concrète, u. a. von Ferrari, Bayle, Stockhausen und Messiaen. Moderation: Ludger Brümmer und Achim Heidenreich.


ATELIERBESUCH

Der Komponist Bernd Schultheis und der Schlagzeuger Michael Pattmann haben im August als Gastkünstler einer dreimonatigen Residency am IMA die Arbeit an ihrer großformatigen interaktiven Komposition Kiosk (Arbeitstitel) für Schlagzeug und elektronische Klänge im ZKM_Kubus abgeschlossen; die Uraufführung ist am 27. November 2008 bei den Hamburger «Klangwerktagen» auf Kampnagel. Kooperationspartner in dem technisch avancierten Projekt ist die Hochschule Karlsruhe, Studiengang Sensor-Systemtechnik: Ulrich Grünhaupt und Michael Littmann entwickelten erstmals einen digitalen Bewegungstracker, der es erlaubt, auch schnellste Bewegungen des Schlagzeugers punktgenau zu berechnen und in Daten umzuwandeln. In dem etwa 25-minütigen Konzertstück von Schultheis/Pattmann wird die Bewegung des Schlagzeugers als Choreografie begriffen, die über Kameras und Sensoren ständig verfolgt, analysiert und gespeichert wird. Neu daran ist die Verwendung eines einzigen digitalen Sensors, der die komplexe Räumlichkeit des Bewegungsablaufs unmittelbar erfassen kann. In früheren Aufbauten waren dafür drei Sensoren notwendig, deren Daten im Rechner synchronisiert werden mussten. Die so gewonnenen Daten bilden die Grundlage für die Modifizierung physikalischer Modelle, für die Granulation und für die Modulation von Echtzeit-Samples. So entstehen wechselseitige und vielschichtige Bezüge zwischen dem instrumental gespielten Klangraum und dem aus Klängen und Bewegungen transformierten elektroakustischen Projektionsraum.


QUANTENSPRÜNGE VII

Anlässlich von Karlheinz Stockhausens 80. Geburtstag am 22. August 2008 bildet sein Werk den Schwerpunkt des Festivals «Quantensprünge VII» mit der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA). Das ZKM | Institut für Musik und Akustik und die IEMA ergänzen sich hier mit ihren eigenen hochkarätigen Stipendiatenprogrammen mit Komponisten, Instrumentalisten und jeweils auch einem Tonmeister kongenial. Dabei werden instrumentale Bedingungen in einen Dialog zu den elektronischen Mitteln gesetzt. Erweitert wird die fruchtbare Kooperation um Musiktheaterprojekte in Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen, Klasse Heiner Goebbels.


PORTRÄT GILLES GOBEIL

Der in Montreal lebende Komponist Gilles Gobeil, gegenwärtig DAAD-Stipendiat in Berlin, wird anlässlich der Veröffentlichung seiner neuen DVD Trois songes ein Konzert am Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) geben. Hier wird er in dem einzigartigen Klangdom mit seinen 47 Lautsprechern die drei Werke aufführen, die er im Rahmen zweier Gastkünstler- Aufenthalte in den Jahren 2006 und 2007 am ZKM geschaffen hat. Gleichzeitig veröffentlicht das ZKM|Institut für Musik und Akustik zu diesem Zeitpunkt die Retrospektive zum Festival «Trans_ Canada» in Form einer DVD und einer Website mit Texten der Komponisten und des Symposiums, sowie Interviews mit den Künstlern. Die DVD erscheint bei dem kanadischen Label «Empreintes Digitales» und enthält einen exemplarischen Überblick über die elektroakustische Musikszene Kanadas. Diese einzigartige Sammlung von Werken der bekanntesten und einflussreichsten kanadischen Komponisten, allesamt Auftragsarbeiten des ZKM, entstand speziell für das Festival.


IMA Webradio

Das DEGEM WebRadio @ ZKM, eine Plattform für die elektroakustische Kunst, ist ein gemeinsames Projekt der Deutschen Gesellschaft für Elektroakustische Musik (DEGEM) und des IMA des ZKM. Es ging im Rahmen des ersten «next_generation »-Festivals im Juni 2005 online.

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