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Veranstaltungen 05|2008

Do–So, 08.–11.05.2008
Les Avatars de Vénus
Ein Film von Jean-Jacques Lebel

Do 08.05.2008
Filmpräsentation und Einführung, 19 Uhr im ZKM_Medientheater durch den Künstler, Eintritt frei

Fr–So, 09.–11.05.2008
Filmpräsentation während der Museeumsöffnungszeiten 11–18 Uhr, im ZKM_Medientheater, Eintritt frei

Information in English

Die Venus aller Epochen, aller Zivilisationen und Kategorien in einem Film: Der Künstler Jean-Jacques Lebel hat die Kunstgeschichte dieser mythologischen Figur in seinem Film »Les Avatars de Vénus« aufgearbeitet. In einem knapp 45-minütigen Film ziehen sie am Betrachter vorbei. Die eine geht in die andere über, die Grenzen verschwimmen und es bleibt eine einzige, sich ständig verändernde Göttin der Liebe in Erinnerung. Ermöglicht wird diese mediale Venus durch die Technik des Morphing, die vielen bereits aus Michael Jacksons Video »Black or White« bekannt sein dürfte.
Lebels Interesse für die Figur der Venus leitet sich her von seiner Arbeit als Bildhauer an der Installation »Reliquaire pour un culte de Vénus«, an die er seit zehn Jahren immer wieder zurückkehrt. Sie besteht mittlerweile aus über 2000 Einzelteilen: Malerei, Collagen, Fotografien und Texte. Aus dieser kontinuierlichen Arbeit am Venuskult ging das am ZKM gezeigte Projekt hervor. In ihm wird die Kunstgeschichte bzw. die Geschichte der Sicht auf die Göttin in verschiedenen Epochen oder sozialen Kontexten in den Blick genommen. Ihre Avatare, wie Lebel die unterschiedlichen Darstellungen der Venus nennt, vermehren sich ständig weiter, manchmal nehmen sie unerwartete Formen an. Man stellt jedoch zugleich eine stetige Wiederkehr von Motiven fest. In zwölf Einheiten zusammengefasst zeigt der Film, welche Archetypen sich im Laufe der Geschichte auch über kulturelle und zeitliche Grenzen hinweg herausgebildet haben.
Jean-Jaques Lebel wird seinen Film selbst im ZKM vorstellen.

Jean-Jacques Lebel
geboren 1936 in Paris, lebt und arbeitet hauptsächlich in Paris. Der Künstler und Politaktivist hat bereits 1955 die Zeitschrift "Front Unique" zu Kunst, Politik und Poesie in Florenz herausgegeben. In Venedig veranstaltete er 1960 mit »L'Enterrement de la Chose« das erste Happening in Europa und publizierte einen der ersten französischsprachigen Essays über das Genre der Happenings. Er selbst führt die Praxis der Happenings, Performances und Aktionen auf allen Kontinenten weiter fort und bleibt zugleich bildnerisch, als Dichter und politisch aktiv.
Neben seiner künstlerischen Arbeit war er 1960 und 1961 Organisator der internationalen Demonstration und Gruppenschau »L'Anti-Procès«, die gegen den Algerienkrieg und die Folter Stellung bezog. 1964 war er Ideengeber des »Festival de la Libre Expression« und 1979 des »Festival International POLYPHONIX«, die sich beide mit Künstlern, Dichtern, Cineasten und Musikern aus unterschiedlichsten Ländern auseinandersetzten.
Jean-Jacques Lebel arbeitete unter anderem mit Claes Oldenburg, Allan Kaprow, Tetsumi Kudo, Erró, Carolee Schneemann, Yoko Ono, Daniel Pommereulle, Nam June Paik und Robert Filliou zusammen.

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