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Sabine Schäfer :: TopoPhonicPlateaus (1995)

Die akustischen und optischen Zustände des begehbaren Raumklang-Licht-Körpers „TopoPhonicPlateaus“ wechseln stetig. Elektroakustischer Klang, Instrumentalklang, menschliche Stimme und Geräusche (mithin jegliches Audiomaterial) sind miteinander verwoben und lassen einen komplexen Sprachcharakter entstehen, der die Grenzen fließend werden lässt, der sich zwischen den traditionellen Genres wie Elektronische Musik, Hörspiel oder "musique concrète" ansiedelt. Das Sprachmaterial unterliegt bei der Gestaltung polyrhythmischer Flächen, kontrapunktierender Sprachmelodik und repetierenden Strukturen vorrangig musikalischen Kriterien, sprachliche Syntax und Semantik werden mithin in Klang aufgelöst.
Als einziges akustisches Instrument nimmt der computergesteuerte Konzertflügel eine exponierte Stellung innerhalb der Raumklangkomposition ein. Die Computersteuerung erlaubt die Programmierung von für Menschen auf dem Klavier unspielbaren Passagen, die zuweilen Affinitäten zur elektroakustischen Musik entstehen lassen - etwa, wenn im ppppp Glissando-Linien erklingen, die eher an ein leises Surren eines elektronischen Klangbandes erinnern, als an einen Klavierklang. Die digitale Synchronisation verbindet den Flügel mit dem Lautsprecher-Ensemble zu einem gemeinsamen "spielenden" Klangkörper.
Gemeinsam mit der Lichtinszenierung entstehen Klang-Licht-Territorien, immer wieder eröffnen sich neue Szenen, entwickeln sich Metamorphosen. Fließend und bruchhaft entstehen komplexe Welten flüchtiger akustischer und optischer Eindrücke der nach außen geklappten Denkräume.
Texte von: Jochen Beyse, Lewis Carroll und Douglas R. Hofstadter

Dauer:
17´18´´ (im Loop)

Gattung:
Klanginstallation – 25-kanalige Raumklangkomposition für einen lichtinszenierten, begehbaren Raumklangkörper mit 27-gliedrigem Lautsprecher-Ensemble und computergesteuertem Konzertflügel

Hardware:
Die Raumklang-Verteilung des 24-kanaligen Zuspielbandes ist mit dem Raumklang-Steuerungssystem „Topoph24“ produziert, das am ZKM | Institut für Musik und Akustik, in Kooperation mit der Universität Karlsruhe (TH), entwickelt und gebaut wurde (Systemdesign: Sukandar Kartadinata). Die Programmierung des Bösendorfer Computerflügels fand an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe statt.

Uraufführung:
1995 Donaueschinger Musiktage

Credits:
Auftragswerk des Südwestfunks (SWF) Baden-Baden
In Kooperation mit dem SWF (Sprachaufnahmen), Sprecher: Doris Wolters, Helmut Wöstmann
In Kooperation mit der Fa. Bösendorfer Wien (computergesteuerter Konzertflügel) und
der Staatl. Hochschule für Musik Karlsruhe (Flügel-Programmierung)
Raumklangsteuerungstechnik: Sukandar Kartadinata
Lichtinszenierung: Sabine Schäfer und Joachim Krebs

Abteilung:
- Institut für Musik und Akustik

Projektdarstellung TopoPhonicPlateaus

Biographie Sabine Schäfer

Homepage Sabine Schäfer

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