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12.05.-27.06.2007 ::
Collecting Sounds
Audio-visuelle Produktionen des ZKM | Institut für Musik und Akustik

Werke ::

° Christina Ciupke: »Souvenir« [2004] 20:07 Min.

»Souvenir« basiert auf dem Zusammenwirken von Tanz/ Bewegung und Akustik/ Klang. Es ist eine Suche nach gemeinsamen Formen, deren Bedingungen und Möglichkeiten. Beginnend bei der Sprache, welche die grundlegende Verbindung von Körper und Klang darstellt, wird ein Prozess der Auflösung beschritten. Sprache wird in ihre sinnlichen und semantischen Bestandteile zerlegt. Ihre Methode ist die Wiederholung eines tradierten, weit über uns selbst hinausreichenden Systems; ihr Instrument ist der jeweils eigene Körper, das Epizentrum der Intimität. An der Nahtstelle zwischen Körper und Klang durchläuft »Souvenir« verschiedene Stadien von Annäherung und Entfernung, Abweichung und Ähnlichkeit.
Ciupkes Arbeitsweise verfolgt stets das Anliegen, mit dem Körper über das Mittel des Körpers selbst zu sprechen. Wiederholung, Reduktion und Verlangsamung von Bewegung lassen für den Moment der Aufführung Räume von einer eigenen, spezifischen Zeitlichkeit entstehen.

° Garth Knox/ Brian O'Reilly: »Spectral Viola« [2007] 30:08 Min.

Elektroakustische Werke von Salvatore Sciarrino, Michael Edwards und Kaija Saariaho und Improvisationen für Bratsche, Viola d’amore und Live-Visualisierung.
Eine Koproduktion der ZKM | Institute für Bildmedien und für Musik und Akustik mit Ultraschall.
Bratsche: Garth Knox/ Live-Video: Brian O’Reilly

Über Videotracking der Spielbewegungen von Garth Knox wird Brian O’Reilley mit seinem Bildmaterial in der konkreten Aufführungssituation zum konzertant-medialen Duo-Partner.
ZKM: Was sollen die Bilder zur Musik bewirken?
Knox: Die Augen helfen besser zu hören.
ZKM: Welche Funktion nehmen die Bilder ein?
Knox: Sie interpretieren die musikalischen und körperlichen Gesten, abstrahieren von meinen Spielbewegungen und kontrollieren den Sound.
ZKM: Wie eng sind die Bilder mit dem Klangereignis verknüpft.
Knox: Die Bilder, oder besser: das interaktive Video basiert auf einer Analyse der Live-Klänge, die dann über die Generierung von ganz verschiedenen Bildern Teil der Performace wird.

° Ludger Brümmer: »Medusa« [2000] 23:23 Min.

Die Komposition »Medusa« benutzt die Software Genesis, mit deren Hilfe physikalische Modelle erstellt werden. »Genesis« ermöglicht es, Klänge zu erzeugen, die eindeutig einem bestimmten Material entstammen. Jeder Klang wird sofort mit einer Quelle, wie Holz, Metall, Blech oder Eisenstange assoziiert. Zusätzlich sind manche Klänge, denen existierender Instrumente so ähnlich, dass man keinen Unterschied zwischen echtem und künstlich erzeugtem Klang hören kann. Sicherlich, in dem Moment, in dem der virtuelle Klang dem Wirklichen ähnlich ist, verliert er an Einzigartigkeit, besonders für einen Komponisten, der daran interessiert ist, neue Klänge zu finden.

° Jorge È. Lopez: »Gebirgskriegsprojekt« [2002] 21:40 Min.

Wachtraum für Videogestaltung mit konkretem und instrumentalem Raumklang
eine Koproduktion von ORF und ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe mit finanzieller Unterstützung der Ruhr Triennale

Die Natur oder besser gesagt das Phänomen Wildnis prägen seit vielen Jahren das kompositorische Werk des kubanisch-amerikanisch-österreichischen Komponisten Jorge E. López, der nun schon seit mehr als zehn Jahren in den Hohen Tauern in der Nähe von Heiligenblut wohnt, nachdem er zuvor Jahre in der Wildnis der amerikanischen Berge verbrachte. Das Überwältigende der Natur einerseits und die menschlichen Triebkräfte andererseits stellte der Komponist immer wieder in seinen Werken in Beziehung zueinander, in traumartigen, manchmal albtraumhaften Inszenierungen. Auch das jüngste Werk für voraufgenommenes Orchester in achtkanaliger Raumbewegung und mitkonzipiertem Video führt an eine solche Nahtstelle, an die Gebirgskriegsfront des Ersten Weltkriegs in den Dolomiten. Umweltklänge und Gebirgsbilder, Orchesterklänge und historische Filmaufnahmen sind die zentralen Bestandteile des multimedialen Werks. - Christian Scheib -

° Bojidar Spassov: »Asylphonia« [1995] 10:18 Min.

Das Geräusch, das entsteht, wenn eine Meereswoge auf Sand brandet, ist das zentrale akustische Ausgangsmaterial für Asylphonia. Das Stück handelt von Verfolgung und Verwandlung, allerdings in Form eines Computerspiels mit Musik und Bildern. Die vier Charaktere sind der § [gemeint ist § 18, der die Durchführung des Grundgestzanspruches auf politisches Asyl regelt], Lissa [der Fuchs im slawischen Märchen und Strawinskys »Le Rénard«] und Alice [aus Carrols »Through the Looking Glass«].

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