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Ausstellungen 06|2007

23.06.-02.09.2007
Wolfgang von Kempelen.
Mensch-[in der]-Maschine

ZKM | Medienmuseum

Ausstellung: 23.06.-02.09.2007
Eröffnung: 22.06.2007, 19 Uhr, ZKM_Foyer

Information in English
Literatur zur Ausstellung
Kurzfilm
   (1:32 min., QuickTime erforderlich)

Bitte beachten Sie, dass das im Rahmen dieser Ausstellung für den 22.07.2007 um 15 Uhr angekündigte Schachturnier mit dem ungarischen Großmeister Zoltan Almasi aus terminlichen Gründen leider entfallen muss. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Das beseelte Bildnis und die sich selbst bewegende, intelligente Maschine sind zu allen Zeiten Faszinosum und Horrorvision zugleich gewesen. Seit mehr als zweihundert Jahren gab es keine einzige, die gleichzeitig im Kreise der Laien sowie der Wissenschaftler derart große Bewunderung und soviel Zweifel ausgelöst hat, wie der Schachautomat des Wolfgang von Kempelen (1734–1804). Wunderwerk von technikhistorischer Bedeutung und Brutstätte utopischer Gedanken, ist der Schachautomat, mit dem Kempelen (1785) auch das Karlsruher Fürstenhaus hinters Licht geführt hat, zugleich Ohrfeige und Parodie. Das spät aufgedeckte Geheimnis des in seinem Inneren verborgenen Menschen entlarvte die scheinbar über künstliche Intelligenz verfügende Maschine. Die Fortschrittsgläubigkeit eines ganzen Zeitalters stand mit ihr auf dem Prüfstand.

Ausgehend vom Schachautomaten erweitert die gemeinsame Ausstellung der Budapester C³ Stiftung und des ZKM | Karlsruhe das Bild des Wissenschaftlers, Ingenieurs, Künstlers, Schaustellers, Beamten und der Privatperson von Kempelens um die mechanischen Erfindungen seiner Epoche.

Die Ausstellung im ZKM legt den Akzent auf die aktuellen, künstlerischen Bearbeitungen der durch die Kempelenschen Apparaturen hergestellten Metaphern. Die Mensch-Maschine-Thematik findet in den Werken zahlreicher Künstler der Gegenwart Niederschlag. Von den mechanischen Automaten bis zu den Robotern und Hochleistungsrechnern unserer Gegenwart begleitet die Ausstellung die verschiedenen Varianten des Schachautomaten seit dem 18. Jahrhundert. Mit ihren Arbeiten ergründen die beteiligten 20 KünstlerInnen die theoretischen Implikationen und das Weiterwirken der Automaten von Kempelens im Kontext unserer Zeit. So tragen sie zum Verständnis der heutigen Welt und der uns betreffenden Fragen bei.

Einer der wichtigsten Punkte ist hierbei sicher, ob die Vorstellung einer intelligenten Maschine nicht ein Widerspruch in sich selbst ist. Die Ideen von »künstlicher Intelligenz«, die den Menschen durch die Maschine ersetzen, bringen diesen Frageprozess in Gang. Wenn wie im Schachautomaten von Kempelens in jeder Maschine immer der Mensch steckt, so kann dieser auch durch die Übermächtigkeit der von ihm in Gang gesetzten Maschinerie vernichtet werden.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Ralf Baecker, Zoe Beloff, Kim Deitch, Harun Farocki, Ken Feingold, Péter Forgács, György Jovánovics, Herbert Kitzel, Gergely Kovács / Bence Samu, Gergely László / Péter Rákosi, M+M, János Major, Daria Martin, John Miller / Frank Lutz, David Moises / Severin Hofmann, Gyula Pauer, Wolf Pehlke, Simon Penny, Martin Riches, robotlab, Alexei Shulgin, Zoltán Szegedy-Maszák mit Róbert Langh, Márton Fernezelyi und Richard Aczel, Katrin von Maltzahn, Tamás Waliczky, Georg Winter / Michael Markert

KuratorInnen: József Mélyi, Bernhard Serexhe, Rita Kálmán
Kuratorische Assistenz: Barbara Kirschner

Führungen: So 13 Uhr
Weitere Orte und Zeitpunkte der Ausstellung:
Mücsarnok / Kunsthalle, Budapest, 24.03. – 28.05.2007

Dieses Projekt findet im Rahmen von Bipolar deutsch-ungarische Kulturprojekte und Ungarischer Akzent statt. »Bipolar« ist ein Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes.




Abbildungen:
[1] Der Schachautomaten von Wolfgang von Kempelen
Rekonstruktion von John Gaughan, 1989
Foto: John Gaughan
Credits: John Gaughan

[2] Ken Feingold
»Box of Men«, 2007
Computer Installation
Foto: Ken Feingold
Credits: Ken Feingold

[3] Severin Hofmann, David Moises
»Turing Train Terminal«, 2004
Interaktive Installation
Foto: Severin Hofmann
Credits: Severin Hofmann, David Moises


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