: ZKM :: Artikel :: ZKMax | Robert Cahen
 
 

  

⁄⁄⁄ ZKMax _ _ _

11.01.-28.02.2007:
Robert Cahen: »Tomber« [1997] und »Tombe avec les mots« [2000]

Videoinstallation

22.02.2007, 19 Uhr:
»Visuelle Codes/visual codes«
Künstlergespräch mit Robert Cahen [Künstler/ F], Steina [Künstlerin/ USA], Thomas Thiel [Kurator, ZKM | Karlsruhe]. Moderation: Dunja Bialas
Ort: Cafe Max2, Völkerkundemuseum München

In »Tombe« und »Tombe avec les mots« arbeitet Robert Cahen mit zwei stummen, ins Hochformat gekehrten Projektionen. Im langsamen Absinken gleiten Gegenstände und Worte am Betrachter vorbei. Ihr Schweben in der raumlosen, diffusen Leere scheint aus dem Nichts zu kommen und im Nichts wieder zu verschwinden.

Die Arbeit »Tombe« entsteht 1997. Das Bild der einzelnen Objekte, die am Betrachter vorbei sinken, wird darin zum medialen Gleichnis für die Beziehung zwischen Wahrnehmung und Erinnerung. In der 2000 realisierten, späteren Arbeit »Tombe avec les mots« abstrahiert Cahen dieses Verhältnis weiter, in dem es nun Worte, Begriffe, manchmal auch nur einzelne Buchstaben sind, die durch den diffusen Raum nach unten gleiten. Wie auch in anderen seiner Werke arbeitet er dabei mit Zeitlupen, über die er die Ausschnitthaftigkeit der dargestellten Zeit spürbar macht. In dunkler Melancholie spielt der französische Titel der Videoarbeiten die Doppelbedeutung des Wortes »Tombe« aus, das ebenso »fallen« wie »Grab« bedeutet. Das Gedächtnis wird inszeniert als der Raum flüchtiger Erscheinungen und zugleich als der Grund in den all die Bilder und Begriffe einsinken.

Robert Cahen, 1945 in Valence geboren, lebt und arbeitet in Paris und Mulhouse. Er gehört zu den bedeutendsten Medienkünstlern Frankreichs, dessen Arbeiten international präsentiert werden. Während er in den 70er Jahren bereits erfolgreich als Komponist konkreter Musik arbeitet, beginnt er sich mit Videokunst auseinanderzusetzen und eigene Projekte zu realisieren. Neben audivisuellen Projekten entstehen mit Arbeiten wie »Tombe« und »Tombe avec les mots« Werke die rein visuell operieren. Die Ästhetik des filmischen Mediums nützend, sind sie dennoch mehr als bewegtes Bild, denn als Film zu verstehen. Wie seine Videoarbeiten aus den frühen 70er Jahre folgen auch die späteren Werke dem Interesse die eigenen Vorstellungen über Zeit, Übergänge und Transformation in Bilder zu übersetzen. Im Finden bildlicher Entsprechungen für emotionale Stimmungen und Erfahrungen, die damit in Beziehung stehen, liegt Cahen daran auch die Emotion des Betrachters zu berühren.

^

© 2014 ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe :: Impressum/Web Site Credits