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Veranstaltungen 12|2006

Freud 150. Immer noch Unbehagen in der Kultur?

Fr–So, 01.12.–03.12.2006
Veranstaltungsort: ZKM_Medientheater
Beginn: Fr, 16 Uhr, Sa+So ab 10 Uhr
Eintritt: der Eintritt zu allen Vorträgen ist frei
Vorträge in deutscher und französischer Sprache

Symposium ::::: Programm ::::: R e f e r e n t e n :::::

Jacques Aubert ⁄⁄ Bernard Baas ⁄⁄ Jean Bollack ⁄⁄ Pierre-Henri Castel ⁄⁄ Edmond Couchot ⁄⁄ Hubert Damisch ⁄⁄ Monique David-Ménard ⁄⁄ Daisuke Fukuda ⁄⁄ Nicole Gabriel ⁄⁄ Marcela Iacub ⁄⁄ Franz Kaltenbeck ⁄⁄ Patrice Maniglier ⁄⁄ Geneviève Morel ⁄⁄ Claus-Dieter Rath ⁄⁄ François Rouan ⁄⁄ Anne-Lise Stern ⁄⁄ Jacopa Stinchelli ⁄⁄ Klaus Theweleit ⁄⁄ Peter Weibel

Ohne es zu wissen

»Sans le savoir Ohne es zu wissen« (Betacam-Video, 20 Min.)
Die Diskurse finden an der Peripherie statt, im Mittelpunkt steht das unveränderliche Schweigen der Kunst. Ein Gespräch wie eine Mäeutik zwischen dem Maler und seinen beiden Modellen: es findet in verschiedenen Landschaften statt, die untereinander keine Beziehung haben.
An einem sonnigen Tag in die Hügel von Collioure aufbrechen, nach Norden weiterziehen, die Somme überqueren, ihre Bucht, einen Friedhof aus dem Ersten Weltkrieg, während es zu schneien beginnt, um sich mit dem Schweigen der Bestände des Museums in Beauvais im Departement Oise zu verbinden.
Mieke, Magali und ich neben zwei Atlanten, zwei großen Holzfiguren, die im 17. Jahrhundert geschaffen wurden und die uns unter ihrer Staubschicht erwarten.
Verflechten, das heißt, oben/unten, das photographische Ebenbild doppelt belichten und die gefilmten Sequenzen schneiden/kleben, um die Schrift einer Entleerung zu erschaffen.
Die Lust am Blick und am Austausch mit diesen beiden Modellen, die nichts wissen, weder voneinander, noch etwas über Freud oder Lacan. Eine lückenhafte Geschichte.
Das Scheitern ist das Objekt, sagt Jacques Lacan.

»Le Bloc-notes magique Der Wunderblock« (Betacam-Video, 15 Min.)
Eine Viertelstunde lang fließen Tonspur und Bildspur ständig ineinander.
Manchmal verdunkelt die Verflechtung von französischen und schweizerdeutschen weiblichen Stimmen den Sinn der Worte, durch ein zeitweiliges Flimmern von einer zu anderen, aber das dient dazu, die Unebenheit zu steigern, den linearen Diskurs des Herrn zu brechen.
Das ist meine Weise, den Text über den »Wunderblock« in eine Konstruktion aus Schriften, Auslöschungen und Abdrücken zu versetzen, so ähnlich wie die, die Freud in Hinblick auf das Funktionieren des Erinnerungsapparates entworfen hat.
Die Bildspur ist ein revulsives Objekt, da die fotographische Transparenz abgedeckt und undurchsichtig gemacht wird; wie im »Wunderblock« geht es darum, die Inschrift gegen die strahlende Weisheit der Auslöschung auf beiden Seiten des schützenden Zelluloidfilms auszutauschen.
Nach diesem Vorbild wurde der Film durch ein 50x60 cm großes Fenster gedreht, auf dem drei »Schichten« von Bildern aufgespannt wurden: 1.) eine Farbzeichnung auf einer transparenten Folie, 2.) Schwarz-Weiß-Fotos, auch auf einer transparenten Folie, deren Abdrücke auf verschiedene Weise verknüpft wurden der Abdruck als Modell, 3.) eine weitere Farbzeichnung auf einer transparenten Folie.
Durch die Spiel des Lichtes wird das Motiv an den Schnittstellen des Austausches zwischen den drei Schichten erfasst. Die Körper werden durch eine Zerlegung in der Zeit und des Maßstabs erfasst und in Spannung versetzt durch die Heraufbeschwörung der endlosen Arabeske in den großen Dekorationen von Primatice, von denen nichts übrig geblieben ist.
Der Wunderblock versucht, den fantomatischen Abdruck einer Abwesenheit zu wiederzugeben, die dieses Video sich zur Ehre macht.

François Rouan Künstler, lebt und arbeitet in Saint-Maximin, 1971 Stipendiat der Villa Médicis unter der Führung von Balthus und Begegnung mit Jacques Lacan, Sammler seiner Zeichnungen. Zahlreiche Ausstellungen weltweit, u.a.: »Diesseits und jenseits des Traums. 100 Jahre Jacques Lacan«, eine Ausstellung der Neuen Wiener Gruppe/Lacan Schule im Sigmund Freud-Museum, Wien 2001. Veröffentlichungen u.a.: »Tord boyaux : Lascaux, Mondrian, Bacon, Freud« Paris 1997; »Balthus ou son ombre« Paris 2001; »Voir la peinture en bleu« Paris 2004.

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