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Jürgen Heiter zu seinem Essayfilm »Der Photograph«

Zwanzig Kapitel/Filme wie gesägte Granitblöcke, die man in der Zeit [Film] anordnet, nicht aber wie eine Anhöhe, die man erklimmt und chronikartig beschreit[et]. Also eher Blöcke spiritueller Wirklichkeiten in eine Reihe gestellt, die ihrerseits wieder ein Bild ergibt.

Ganz nebenher ergeben sich folgende Bildpositionen/Räume: Unser Film porträtiert [elektronisch: DV] einen Porträtisten [Benjamin Katz] der seinerseits analog Bildermacher porträtiert, die, wenn man so will, 40000 Jahre alte Methoden/Materialien variieren und erneuern. Dabei bleibt Katz allerdings eher im Bildmittelgrund, schafft Raum für die anderen Künstler/Energien. Die relative Abwesenheit von Katz ermöglicht die Präsenz der von ihm porträtieren Künstler und diese wiederum sind es, die Katz sichtbar machen. Anders gesagt: Während Katz sich unsichtbar macht, indem er die anderen Künstler abbildet, macht der Film Katz wieder sichtbar, indem er diesen Prozess zeigt.

Erinnerungen als Wurzeln der Vergangenheit, die die abstrakten Empfindungen der Gegenwart mit Saft und Leben speisen.
Aber vor allem gibt es ein wiederholtes Zurückgehen, an die Vergangenheit denken, darin Zeichen der Gegenwart, des Kommenden zu suchen, zu sehen.
Dazu Momente der Kontemplation/Reflexion.
Keine dramatische Zuspitzung, eher erfolgt alles wie Nebeneinander [und doch aus sich heraus sich entwickelnd].
Daher die gemäße Form: 20 oder mehr Blöcke / Filme, die jeweils auch formal unterschiedliche Verfahrensweisen der Kamera und Montage notwendig machen: Feste Einstellungen mit Plansequenzen und extreme Handkamera und kurze Montageeinheiten. Jede Situation ist aus mehr als einem Grunde da: Um ein realistisches Bild zu geben. Um eine Geisteshaltung zu positionieren.

Unsere Arbeit ist auch eine Art archäologisches Unternehmen über Strategien und Formen von künstlerischer Wahrnehmung/Wahrnehmungsapparaten, vor allem aber ein Film der Präsenzen mit z.T. eigens für diesen Film entwickelten Aktionen, Performances von: Benjamin Katz und Georg Baselitz, Blank = Rüdiger Carl, Oliver Augst, Christoph Korn, Johannes und Anna Blume, Jan Hoet, Ora Katz, Walther König, Ralf Küpper, Markus Lüpertz, Jonathan Meese, Werner Nekes, Rudolf Springer, Anna Maria Tappeiner, Rosemarie Trockel, Cony Theis, Verdi-Quartett, Andreas Walther.

- Jürgen Heiter -

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