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Klaus vom Bruch: Ausgewählte Videos
27.03. - 04.05.2006

Werke ::

° »Die Entführung eines Kunsthändler ist keine Utopie mehr«, 1975
7 Min., Color, Mono

Die Einstellung besteht aus einem einzigen Schwenk von 7 Minuten; der Künstler hält eine Plastik-MP im Arm. Katharina Sieverding bewegte die Kamera; Ulrike Rosenbach kontrollierte die Schärfe. Aufgenommen in der Galerie Oppenheim als Kommentar zu der verstärkten Einflussnahme von Galeristen auf die Marktgängigkeit künstlerischer Arbeit. Die ironische Alternative einer parallelen Boheme zur Baader Meinhof-Welt.

° »Das Duracellband«, 1980
10 Min., Color, Mono

Diese dynamische Bildcollage montiert Kriegsbilder und martialische Fernsehspots, Fragmente aus Werbe- und Dokumentarfilmen, zu schnell geschnittenen Bildfolgen. Mit scheinbar wesensgleicher Brutalität wirken die grausame Realität der historischen Aufnahmen und das aggressive Stakkato der Produktwerbung auf das menschliche Bewusstsein ein. Das Bild des Künstlers ist der mediatisierten Bilderflut als Adressat ausgeliefert.

° »Relativ Romantisch [1000 Küsse]«, 1983/84
22 Min., Color, Stereo

...versammelt hunderte von Hollywood-Küssen, die in ihrer Botschaft provokanten Manipulationen unterworfen werden. Die gespielte Leidenschaft des Kinos wird von technologischer, kriegerischer und werbewirksamer Ikonographie untergraben. Leinwandküsse verschmelzen mit Bildern, die völlig andere Deutungen unterstellen.

° »Der Westen lebt«, 1983/84
4:30 Min., Color, Stereo [zus. mit Heike-Melba Fendel]

Die Auswahl der Bildfolgen, ihre schnelle Abfolge und ihre sich wechselseitig übertragenden Konnotationen erzeugen Spannung. Ihre kontinuierliche, bedrängende Wiederholung entwickelt im Verlauf ganz unterschiedliche erzählerische Zusammenhänge. Das erotische Geplänkel des Paares erscheint einmal leidenschaftlich, spielerisch oder gewalttätig.

° »Azimut, 1985
7 Min., Color, Stereo

Gesicht und Körper des Künstlers werden mit technischen Aufnahmen überblendet. Technologie, scheint die menschliche Identität gleichermassen zu konturieren wie zu determinieren. Der repetitive Soundtrack verleiht dem Loop eine hypnotische Wirkung, während Fidel Castro proklamiert: »Die Revolution wird nicht exportiert, die Revolution wird nicht angehalten.«

° »Hood«, 1981 [1998 Remix]
4:30 Min., Color, Stereo

Auch hier wird durch das formale Mittel permanenter Wiederholung eine geänderte Wahrnehmung hervorgerufen. Reduziert auf wenige, sparsame Bildfolgen und den unterlegten Soundtrack öffnet sich ein dramatischer Zusammenhang, der nicht notwendig an den Ursprung des Ausgangsmaterials oder eine verbindliche Erzählstruktur gebunden ist. Klaus vom Bruch »Wie wenig muss man tun, um beim Betrachter etwas zu erreichen?«

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