: ZKM :: Artikel :: ZKMax | Lichtkunst | Werke
 
 

  

⁄⁄⁄ ZKMax _ _ _

Lichtkunst aus Kunstlicht @ ZKMax ::
Ausgewählte Experimentalfilme und dokumentarische Einblicke in die aktuelle Sonderausstellung des ZKM | Karlsruhe

27.03. - 04.05.2006

Werke ::

° John & James Whitney: »Film Exercises 2, 3, 4«, 1944
USA/ 10 Min.

Die Brüder John und James James Whitney zählen zu den wichtigsten Vertretern des amerikanischen Experimentalfilms der 1940er Jahre. Mit ihren »Film Exercises« entwickelten sie den abstrakten Film der 20er Jahre technisch und ästhetisch auf herausragende Weise fort: Auf der Grundlage von Kompositionstheorien der klassischen Moderne erschufen sie eine „visuelle Musik“, die sich zum einen durch eine besondere Lichtqualität der abstrakten Formen auszeichnete sowie zum anderen durch die mit ihnen synchronisierte, elektronische Musik, die mittels eines von den Whitneys entwickelten, speziellen Pendellsystems generiert und - ebenso wie die abstrakten Formen - als »Lichttöne« direkt auf dem Filmmaterial aufgezeichnet wurde.

[Courtesy Cinédoc, Paris]

° Tony Conrad: »The Flicker«, 1965-66
USA/ 7 Min.

Tony Conrads »The Flicker« zählt zu den wichtigsten Werken des »strukturellen Films«, einer sich in den 1960er Jahren in den USA und Europa herausbildenden Richtung des Experimentalfilms, welche die Grundlagen des Mediums technisch und materiell, formal und in Bezug auf Wahrnehmungsprozesse konzeptuell auslotete.
Der Einsatz des »flicker«-Effektes, das Alternieren von dunkeln bzw. hellen oder farbigen Bildern in unterschiedlichen Rhythmen bzw. mit unterschiedlicher Framerate, ist eines der signifikantesten Stilmittel dieses Genres. »The Flicker« besteht rein aus einem Wechsel von schwarzen und weißen Bildern, einem stroboskopartigem Flimmern, das die Wahrnehmung des Betrachters direkt auf physiologischer Ebene anspricht, und so den von Rezipient zu Rezipient variierenden Eindruck der Wahrnehmung von Formen und Farben evoziert.

° Tony Conrad: »Straight and Narrow«, 1970
USA/ 10 Min.

Die in Zusammenarbeit mit Beverly Conrad entstandene Arbeit führt formal den prominentesten Film Conrad’s, »The Flicker«, fort: Zu der von Musik begleiteten Abfolge schwarzer und weißer Bilder treten Aufnahmen ebenfalls in schwarz-weiß gehaltener, horizontaler und vertikaler Streifen hinzu. Die Überlagerung dieser minimal gehaltenen Grundelemente in Verbindung mit den heterogenen akustischen und visuellen Rhythmen, übt eine hypnotische Wirkung auf den Betrachter aus und lässt den Eindruck entstehen, immer neue Rhythmen und Farben wahrzunehmen.

° Paul Sharits: »N:O:T:H:I:N:G«, 1968
USA/ 36 Min.

Auch Paul Sharits [1943-1993] gilt als einer der Hauptvertreten des »strukturellen Films«. Durch die Thematisierung von u.a. grundlegenden Fragestellungen zu Wahrnehmungsprozessen, der materiellen Beschaffenheit, Technik und Logik des Mediums sowie des Bezug zu Betrachter und Raum wurden die Grenzen des Mediums hin zu anderen Gattungen erweitert und damit nachhaltig sowohl die bildenden Künste als auch nachfolgende Künstlergenerationen beeinflusst. »N:O:T:H:I:N:G« zählt zu den »flicker«-Filmen von Sharits, bei denen er über den Rhythmus und vorallem die farbliche Gestaltung der Einzelbildabfolge die technische und physiologische Grundlage und Logik des Mediums Films thematisiert und damit neue Wahrnehmungsräume für den Betrachter eröffnet. Sharits selbst bezeichnet den Film, der assoziativ das Motiv des tibetanischen Mandalas der Fünf Dhyani Buddhas zum Ausgangspunkt hat, als »eine Reise in das Zentrum des reinen Bewusstseins«, der »Zeit und Bewegung generiert und nicht illustriert«.

° Bill Brand: »Reconstructed simulation of the 2-screen vertical version of Paul Sharits' SYNCHRONOUSOUNDTRACKS [1973]«, 2004)
USA/ 32 Min.

Die Arbeit »SYNCHRONOUSOUNDTRACKS« [1973] ist Paul Sharits’ »locational films« zu zu ordnen, welche Präsentationsformen seiner Filme als Installationen in z.B. Galerieräumen als Mehrfachprojektionen oder durchgehende Projektionen im Loop bezeichnen.
Sie wird hier als rekonstruierte Simulation gezeigt, als eine Studie zu der Arbeit, die von dem US-amerikanische Filmemacher Bill Brand erstellt wurde.

Courtesy Anthology Film Archives, New York

° Lichtkunst aus Kunstlicht
12 Min.

Dokumentarische Einblicke in die Ausstellung des ZKM | Museum für Neue Kunst, Karlsruhe 19.11. 2005 - 06.08.2006
[- > Ausschnitt]

^

© 2014 ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe :: Impressum/Web Site Credits