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Veranstaltungen 01|2006

ZKM Symposien

Das Bild in der Gesellschaft.
Neue Formen des Bildgebrauchs

Ein interdisziplinäres Symposium

20.01.-22.01.2006
ZKM|Medientheater

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Abstracts der Referenten ::::

Hubertus von Amelunxen | Volker Böhnigk | Cornelius Borck | Horst Bredekamp | Peter Chelkowski | Michael Diers | Thomas Dworzak | Tom Fürstner | Jim Gehrz | Philip Jones Griffiths | Boris Groys | Wilhelm Krull | Armin Linke | Scott Mc Kiernan | Klaus Neumann-Braun | Susanne Regener | Hans-Jörg Rheinberger | Birgit Richard | Florian Rötzer | Rolf Sachsse | Peter Weibel

Wilhelm Krull
Moderation

-> Biografie

Armin Linke

-> Biografie
-> Abstract in English

Bei seinen Reisen um die Welt hat Linke für seine Dokumentation über die Auswirkungen der Globalisierung, der Wandlung von Städten in Megametropolen und ihre sozialen und politischen Folgen für die Lebensbedingungen der Menschen sowohl Film als auch Fotografie als Medium eingesetzt. Seine Fotografien und Videos untersuchen diese zeitgenössischen Landschaften und unsere veränderte Wahrnehmung von Raum und Zeit. Das Video »Bagdad« [2002] bietet einen gebrochenen Blick auf die Stadt Bagdad. Der Betrachter dieses aus dem Aufzug eines Hotels aus aufgenommenen Videos blickt teilweise auf das Hotel Palestine, das später während des Irakkriegs zum internationalen Medienzentrum wurde. Die Serie der Fahrten das Hochhaus hinauf und hinunter schafft eine Sequenz vertikaler Bilder, die durch einen ununterbrochenen Klangfluss miteinander verbunden werden. Wie die Fotodrucke wirft auch der Film die Frage auf, ob es eine klare Trennlinie zwischen Fiktion und Wirklichkeit gibt. Für das Video »Gaza« wird Archivmaterial mit Bildern des täglichen Lebens, das bei einer örtlichen palästinensischen Nachrichtenagentur gekauft wurde und vorher nicht in die Medien gelangt war, weil es nicht zu den aktuellen Themen passte, zu einem Kurzfilm verarbeitet.
Es ist die Idee des Archivs, die den konzeptionellen Rahmen für Linkes fotografische und filmerische Arbeiten darstellt. Egal ob er fotografisch gerade auf dem Gebiet der Mode oder der Kunstperformance, der Architektur, des Portraits, der Reportage oder an verschiedenen Themen wie Verschiebungen, Verlust von Vergleichsmaßstäben, Verlust des Ortes, Schnittstellen, Umschlägen, Modellen der Darstellung, Kontrolle, Wirtschaft, Forschung, häuslicher Gewalt usw. arbeitet, er bedient sich immer eines nahezu unerschöpflichen Archivs unserer zeitgenössischen Bilderwelt. Fragen dazu, wie ein Archiv dargestellt und wie es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann, haben Linke dazu geführt, seine Bilder ins Internet zu stellen und sein »Book on Demand«-Projekt ins Leben zu rufen, das in der »Utopia Station« bei der Biennale von Venedig das erste Mal vorgestellt wurde. Der Betrachter kann dieses interaktive Archiv durchblättern und sich sein eigenes Armin Linke-Buch zusammenstellen. Die unterschiedlichen Methoden der Katalogisierung nach Themen, nach Orten oder in chronologischer Reihenfolge spiegeln die Komplexität des Systems wieder, das auf dem Prinzip der Vielfältigkeit basiert.

Scott Mc Kiernan :: »Einsatz von Bildern in den Medien aktuelle Trends«

-> Biografie
-> Abstract in English

Die Medien werden bei der Beschaffung und Darstellung von Bildern, die Geschichten erzählen, immer einfallsreicher. Es wird über die neuesten Trends bei der Recherche und der Veröffentlichung von Bildern berichtet, von der Beteiligung des Bürgers an der Berichterstattung bis hin zu Podcasting, U-Bahn-Zeitung und mobil empfangbaren Stream-Inhalten. Außerdem wird anhand von jüngsten Beispielen gezeigt, wie die Wiedergeburt der Fotoreportagen den politischen und sozialen Wandel antreibt.


Klaus Neumann-Braun :: »Vorstellungsbilder und Bebilderungspraxis im Kontext von Jugend-Diskursen und jugendlichem Alltag«

-> Biografie
-> Abstract in English

Vorstellungsbilder von Jugend entstehen in gesellschaftlichen Diskursen über Jugend durch Erwachsene und Jugendliche. Die Fremd- und Selbstbilder von/ über Jugendliche(n)/ Erwachsene(n) tangieren Machtinteressen und Wertefragen (Generationsdifferenz). Jugendbilder entstehen in einem komplexen Vermittlungsprozess zwischen Ansprüchen der Erwachsenengesellschaft, medialer Inszenierung, wissenschaftlicher Fundierung sowie jugendlicher Reaktion auf diese. Sowohl Wissenschaft als auch Medienöffentlichkeit konstruieren ein Jugendbild, welches prinzipiell darauf angelegt ist, sensibel für soziale Abweichungen zu sein, um einen präventionslogischen Diskurs herbei zu führen, der zwischen »negativen« Jugendbildern und »positiven« Bildern von Jugendlichkeit oszilliert. Diskurstheoretisch ist zu fragen, wie Jugendbilder (machtbasiert) und Bilder von Jugendlichkeit (wertbasiert) miteinander korrelieren. Im Alltag der Jugendlichen werden die Fremdbilder abgewehrt und durch eigenproduzierte Selbstbilder einer »peer-culture-society« ersetzt: Der technologische Fortschritt (Digitalfotografie, Handy, Web) macht dies heute jedem möglich. Präsentiert werden Bebilderungen von Szenepartizipationen (»token« (Einzelbild) eines »types« (Stils)) sowie mediale Eigenproduktionen von selbstbestimmter Freizeitpraxis. - Die skizzierte wissenssoziologisch-diskurstheoretische Untersuchung wird durch beispielhafte Bildanalysen empirisch erläutert.

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