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Installationen aus dem Institut für Musik und Akustik
in der Ausstellung des ZKM_Medienmuseums:


Homepage des ZKM | Instituts für Musik und Akustik

»Architektur Musik Labor [AML]«
Pierre Dutilleux/ Christian Müller-Tomfelde/
Frank den Oudsten, 1997
Interaktive Musik-Installation
ausgestellt in:
Meisterwerke der Medienkunst aus der ZKM_Sammlung

Das Orgelkonzert in der Kirche, die Orchesteraufführung in der Konzerthalle oder der Vortrag in der Aula - die Benutzeroberfläche des AML Räume verändern den Klang dessen, was in ihnen gespielt oder gesprochen wird. Dass jeder Raum scheinbar selbst klingt, hat große Bedeutung in der sinnlichen Wahrnehmung des Menschen: Wir erfassen unbewusst die Größe eines Raumes, indem wir die kleinen Zeitdifferenzen wahrnehmen, die zwischen dem auf unser Ohr treffenden Ton und den von den Wänden reflektierten Klängen liegen. In dem ArchitekturMusik Labor, das das Institut für Musik und Akustik für das Medienmuseum entwickelte, können die Besucher ihr Ohr schulen und die akustischen Eigenschaften von Räumen sinnlich erfahren.

Wie etwa hört sich die Musik der Beatles im Keller, in der Kirche oder im heimischen Wohnzimmer an? Virtuell wird möglich, was sonst unmöglich ist: der direkte Vergleich zwischen mehreren Räumen, die mit ein und derselben Musik beschallt werden. Es gibt ganz alltägliche Räume wie das Badezimmer, den Konzertsaal oder die Bahnhofshalle, aber auch streng geometrische Körper wie Kubus, Rohr und Kugel. Musik erklingt, es wird geredet, einfache Geräusche sind zu vernehmen, und jedes Mal ist die Wahrnehmung eine andere.

Für die Installation wurde ein synthetisches Hallprogramm verwendet, das die Akustik eines Raumes sozusagen imitiert. Es wurde am Pariser IRCAM [Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique] entwickelt und geht über die üblichen Standardprogramme, etwa für Musikstudios, hinaus. So können damit zum Beispiel Klänge in Echtzeit im virtuellen Raum bewegt werden. Außerdem ist die stereophone Wiedergabe per Kopfhörer möglich.


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»Audio Fraktal«
Joachim Goßmann, 2004
Interaktive Installation
ausgestellt in:
Meisterwerke der Medienkunst aus der ZKM_Sammlung

Audio Fraktal von Joachim Goßmann zeigt auf einer Projektionsfläche die zweidimensionale Darstellung eines »Escape-Time-Fraktals«. Diese Fraktale zeichnen sich durch eine große Dichte unterschiedlicher Strukturen auf kleinem Raum aus. Mittels eines Grafiktabletts kann der Besucher die visuelle Darstellung des Fraktals erkunden ZKM-Besucher erkundet die visuelle Darstellung des Audio-Fraktals und bekommt dabei einen klanglichen Eindruck dieser mathematischen Struktur. Während die visuelle Darstellung die fraktale Mathematik in die Färbung der Bild-Pixel übersetzt, umgibt die akustische Beschreibung den Besucher mit räumlichen Klängen. Farbe und Verortung des Klanges werden hierbei durch die Eigenschaften der vom Besucher abgetasteten Punkte innerhalb des Fraktals bestimmt. Nach und nach können so einzelne Bereiche abgehört und bestimmten wieder erkennbaren Klangcharakteristiken zugeordnet werden. Über die abstrakten, aber streng deterministischen Strukturen in Bild und Klang kann schließlich auch dem Unterschied von visueller und klanglicher Wahrnehmung bei der Informationsgewinnung nachgegangen werden.

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»Pattern Machine«
Ludger Brümmer/ Chandrasekhar Ramakrishnan/
Götz Dipper, 2004
Interaktive Installation
ausgestellt in: Algorithmische Revolution

Pattern sind Einheiten von Informationen, die wiederholt dargeboten werden. Pattern können visuell, als Sprache bzw. Wort und als Musik benutzt werden. Sie bilden ein in fast allen stilistischen Epochen benutztes Prinzip. Viele Präludien Benutzeroberfläche der Pattern Machine von Johann Sebastian Bach, die Alberti Bässe genannten Begleitfiguren in der Klassik oder Arabesken in Debussy’s oder Ravel's Musik weisen den rhythmischen oder melodischen Gebrauch von Pattern auf. Bekannt wurde die Pattern-Ästhetik durch die Komponisten der ausschließlich aus Pattern konstruierten »Minimal Music« vor allem Steve Reich. Die im Institut für Musik und Akustik des ZKM entwickelte Installation »pattern machine« stellt ein interaktives Werkzeug zur Gestaltung musikalischer Pattern dar. Hier werden Strategien des Komponierens und der Wahrnehmung in Form von Musterbildung, Ableitung und Verlaufsform, formalisiert und erfahrbar gemacht.

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»Random Machine«
Ludger Brümmer/ Chandrasekhar Ramakrishnan/
Götz Dipper, 2004
Interaktive Installation
ausgestellt in: Algorithmische Revolution

Zufall ist ein Prozess mit ungeheuer kreativem, leicht kontrollierbaren, sich ständig verändernden Resultaten. Schon Wolfgang Amadeus Mozart verstand es, diesen Prozess in seinem mit Hilfe von Würfeln ständig neu entstehendem Werk »Musikalisches Würfelspiel« (KV 294 d) zu nutzen. Zufall erzeugt eine ständig sich wandelnde, jedoch immer einheitlich Benutzeroberfläche der Random Machine verteilte Reihe von Werten. Konsequentester Verwender des Zufalls in der Musik ist der amerikanische Komponist John Cage und der griechische Komponist Iannis Xenakis. Allen Anwendern von »random machine« ist eines Gemein: Zufälligkeit herzustellen ist sehr einfach, die künstlerische Herausforderung jedoch entsteht in der künstlerischen Anwendung, denn für die Wahrnehmung wird Zufall erst im Zusammenhang mit klaren Vorschriften interessant. In der vom Institut für Musik und Akustik des ZKM entwickelten Installation werden verschieden Arten von Zufall und dessen Anwendung vorgestellt. Mit Hilfe dieses Instrumentes kann sich auch der musikalisch unerfahrene Anwender mit dem Phänomen auseinandersetzen und Zufall gestalterisch einsetzen.

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