: ZKM :: Artikel :: Veranstaltungen 10|2004 The Camera [Filmprogramm C.Ruhm]
 
 

  

ZKM_Filmprogramm:

Fate of Alien Modes

Fr-So 08.10.-10.10.2004

ZKM_Vortragssaal | täglich 19 Uhr |
Tagesticket €4,50/2,50; 3-Tagesticket €9/4

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Freitag, 08.10.2004 ::

Babette Mangolte : The Camera: Je or la Caméra: I
[USA 1977, 88 Min.]

Babette Mangolte, die Chantal Akermans »Hôtel Monterey« sowie Michael Snows »Rameau’s Nephew by Diderot« fotografierte, reflektiert in ihrem Film The Camera: Je or La Caméra: I ihre Erfahrung als Kamerafrau und den Prozess der Bildproduktion. Der Film handelt von der Beziehung zwischen dem Blick und einer Form von Macht, die sich in der Verknüpfung von Kamera und Subjekt manifestiert. Im ersten Teil sieht der Betrachter Fotomodelle, die für die Kamera posieren. Ihr Unbehagen und die Autorität der Off-Screen-Stimme, die Instruktionen gibt [»smile«, »look to the left« …] reflektieren unsere Rolle als BetrachterInnen und hinterfragen zugleich den fotografischen Anspruch auf Natürlichkeit und Spontanität. Interessanterweise nehmen die DarstellerInnen, ob männlich oder weiblich, »feminine« Posen ein, wenn sie sich dem Blick der Kamera stellen – als wäre Weiblichkeit synonym mit »Pose«. Der zweite Teil des Films besteht aus einer hypnotischen Steadycam-Bewegung durch die Straßen von New York und führt so die Stadt als Bühne, aber auch als Darstellerin ein.

Babette Mangolte bezeichnet ihren Film, der zwischen Beobachtung und Gefühl oder Imagination wechselt, als Selbstporträt aus den Jahren 1976 bis 1977. »Der Film gründet auf zwei Erfahrungen: der als Fotografin/Kamerafrau und als jemand, die zwischen zwei Sprachen lebt [Französisch und Englisch]. Diese Dualität zeigt der Titel The Camera/La Caméra mit dem zusätzlichen Wortspiel I = Je/I = Auge. Als ich den Film machte, fühlte ich, dass sich die Fotografie als Übersetzung von einem Stadium [nenn es das Reale, die Gegenwart, die physische Welt] in ein nächstes [das Foto, ein Bild, eine Reflexion] denken lässt. Zusätzlich zum Filmtitel spielte ich noch auf die Buchstäblichkeit des fotografischen Bildes und des Films darüber an. Im wörtlichen Sinne ist der Film die Filmkamera«.
Babette Mangolte, 1996

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