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ZKM_Symposien

Jean Baudrillard und die Künste

Eine Hommage zu seinem 75.Geburtstag

16.Juli 2004 18.Juli 2004
ZKM_Medientheater und Projektraum im MNK

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Gianni Vattimo

- Vortrag in italienischer Sprache -

Gianni Vattimo, geboren 1936, studierte Philosophie an der Universität Turin sowie bei Karl Lowith und Hans Georg Gadamer in Heidelberg, deren Spätwerk er in Italien bekannt machte. Ab 1969 war er Professor für Ästhetik und Theoretische Philosophie in Turin. Außerdem wurde er als Gastprofessor an verschiedene internationale Universitäten geladen. Er ist Herausgeber des Magazins »Rivista di estetica« und Mitglied in der Akademie für Wissenschaften, Turin. Seit 1999 ist Gianni Vattimo Mitglied im Europäischen Parlament. Im Deutschen sind unter anderem folgende Publikationen erschienen: Jenseits der Interpretation: die Bedeutung der Hermeneutik für die Philosophie, Frankfurt am Main 1997; Medien - Welten Wirklichkeiten, München 1998; Die Religion, Frankfurt am Main 2001 [mit Jacques Derrida]; Jenseits des Christentums, München 2004.

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Michael Wetzel
»You don't see what you get: Jean Baudrillards photographischer Illusionismus«

Video [8:16 min]

»Das Photo ist kein Bild in Echtzeit. Es bewahrt den Augenblick des Negativs, die Spannung des Negativs. Diese leichte Verschiebung ist es, die es dem Bild möglich macht, als solches zu existieren, als die von der realen Welt verschiedene Illusion. Mit dieser Einsicht ratifiziert Baudrillard Benjamins Entdeckung, dass eine andere Welt zur Kamera als zum Auge spricht. Zwischen den beiden Momenten der Aufnahme und der Entwicklung öffnet sich die entscheidende Differenz des Photographischen. Es ist kein Verlust, sondern eine Chance, der Zeitlichkeit des Bildwerdens teilhaftig zu werden. Aber in keinem Abzug, keiner Sichtbarkeit oder Visualisierung lässt sich diese Differenz tilgen. Auch den rein technisch produzierten Bildern wohnt immer diese Differenz inne, sei es als Differenz zwischen Denotation und Konnotation, Index und Icon, Reproduktion und Simulation oder zwischen Wirklichkeit und Illusion. Indem sich Baudrillard bei seiner photographischen Praxis der Vieldeutigkeit des Einbildens überlässt, erreicht er auf dem paradoxen Umweg über einen Verzicht auf Sehen die Einsicht in die Gabe der Lichtspur: ein Präsent der Präsenz, das man nie besitzen wird, noch dem eigenen Blick überantworten kann.

Michael Wetzel, geboren 1952, hat Philosophie, Literaturwissenschaft, Linguistik und Erziehungswissenschaft an den Universitäten Bochum und Düsseldorf studiert. Seit 2002 ist er Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Filmwissenschaft an der Universität Bonn. Michael Wetzel hat bereits im In- und Ausland gelehrt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Literatur und Literaturverfilmung, der Geschichte des Autor- und Künstlerbegriffs und in der Untersuchung von Ton - Bild - Text als Gegenstände einer vergleichenden Medienwissenschaft. Außerdem ist Michael Wetzel als freier Autor für verschiedene Zeitungen tätig, daneben sind zuletzt folgende Bücher von ihm erschienen: »Ethik der Gabe. Denken nach Derrida«, Paris/Berlin 1993 [mit H.Wolf]; »Der Entzug der Bilder. Visuelle Realitäten«, München 1994 [mit H.Wolf]; »Die Wahrheit nach der Malerei«, München 1997; »Mignon. Die Kindsbraut als Phantasma der Goethezeit«, München 1999.

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Christoph Wulf
»Vom Subjekt des Begehrens zum Objekt der Verführung«

Video [3:25 min]

Ausgehend von der »Agonie des Realen« werden die Vorstellungen Baudrillards vom Schwinden der Differenz zwischen dem Realen und den Zeichen des Realen behandelt. Danach wird das Reale durch die Zeichen des Realen ersetzt. Es kommt zu einer Verdopplung, die das Hyperreale erzeugt, das nicht mehr vom Realen und vom Imaginären trennbar ist. Das Hyperreale schafft die Simulation. Sie bestreitet die Differenzierungsmöglichkeit zwischen dem Wahren und dem Falschen, dem Realen und dem Imaginären. Von diesen Voraussetzungen ausgehend wird Baudrillards Theorie des Bildes nachgezeichnet. Darauf aufbauend werden seine Gedanken zur Theorie des Obzönen, zur Sexualität und zur Verführung rekonstruiert. Schließlich erfolgt ein Neubewertung seiner Theorie des Körpers und seiner Ausführungen über die Zusammenhänge zwischen dem symbolischen Tausch und dem Tod.

Christoph Wulf ist Professor für Allgemeine und Vergleichende Erziehungswissenschaft an der FU Berlin und Mitglied des Interdisziplinären Zentrums für Historische Anthropologie, des Sonderforschungsbereichs »Kulturen des Performativen« und des Graduiertenkollegs »Körper-Inszenierungen« an der Freien Universität Berlin. Daneben ist er Herausgeber beziehungsweise Mitherausgeber mehrerer Zeitschriften, darunter: »Zeitschrift für Erziehungswissenschaft«, die Reihe »Historische Anthropologie« [1988ff] und »Paragrana. Internationale Zeitschrift für Historische Anthropologie« [1992ff]. Christoph Wulf hat unter anderem folgende Bücher herausgegeben: »Mimesis. Kultur-Kunst-Gesellschaft«, Hamburg1992 [mit Gunter Gebauer]; »Das Soziale als Ritual. Zur performativen Bildung von Gemeinschaften«, Wiesbaden 2001 [mit Birgit Althans und Kathrin Audehm] und »Formen des Religiösen«, Weinheim 2004 [mit Hildegard Macha und Eckart Liebau].

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