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ZKM_Symposien

Jean Baudrillard und die Künste

Eine Hommage zu seinem 75.Geburtstag

16.Juli 2004 – 18.Juli 2004
ZKM_Medientheater und Projektraum im MNK

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Colin Fournier | Boris Groys | Marc Guillaume | Caroline Heinrich | Henri-Pierre Jeudy | Douglas Kellner | Chris Kraus | François L'Yvonnet | Sylvère Lotringer | Michel Régis | Michaela Ott | Mario Perniola | Florian Rötzer | Mikhail Ryklin | Aurel Schmidt | Rüdiger Schmitt-Grépály | Alan Shapiro | Gianni Vattimo | Michael Wetzel | Christoph Wulf

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Douglas Kellner
»Baudrillard, Globalisierung und Terrorismus«

Video [4:05 min]

Lange Jahre hat Baudrillard beklagt, dass die heutige Zeit eine Ära der 'weichen Ereignisse' sei, dass die Energien der Geschichte erschöpft seien und dass die Politik zunehmend banal und langweilig geworden sei. Nun waren die Terroranschläge in New York und Washington vom 11. September 2001 offensichtlich starke Ereignisse, die weltweite Reaktionen ausgelöst und zu bedeutenden Veränderungen geführt haben. Dazu gehörten die Kriege in Afghanistan und im Irak und der Versuch der Bush-Regierung, den 11. September zu benutzen, um rechtslastige Maßnahmen gegen den Extremismus in den USA durchzusetzen und eine neue Ära der amerikanischen Militärhegemonie und Großmachtpolitik zu beginnen - ein Drama, das immer noch im Gange ist und für die Zukunft vielleicht noch viele Überraschungen bereithält. Baudrillard hatte schon früher über den Terrorismus geschrieben und begann über die Globalisierung nachzudenken, als die Anschläge vom 11. September stattfanden, die zu einem umstrittenen Buch über das Terror-Spektakel führten: »Der Geist des Terrorismus«, Wien 2002. In meinem Vortrag geht es um eine Lektüre von Baudrillards Analyse des Terrorismus und der Globalisierung und um die Kontroverse, die sie ausgelöst hat. Dabei befasst sich Douglas Kellner mit ihren Grenzen, Einsichten und Folgen für eine Beschäftigung mit Baudrillards jüngeren Werken.

- Vortrag in englischer Sprache -

Douglas Kellner ist Professor am George Kneller-Lehrstuhl für Erziehungsphilosophie an der University of California, Los Angeles [UCLA] und Autor vieler Bücher über Gesellschaftstheorie, Politik, Geschichte und Kultur. Unter anderem: »Camera Politica: The Politics and Ideology of Contemporary Hollywood Film«, [mit Michael Ryan]; »Critical Theory, Marxism, and Modernity«; »Jean Baudrillard: From Marxism to Postmodernism and Beyond«; »Postmodern Theory: Critical Interrogations« [mit Steven Best]; »Television and the Crisis of Democracy« und »The Postmodern Turn« [mit Steven Best]. Zu den jüngeren Büchern gehören eine Studie über die Präsidentschaftswahl in den USA im Jahre 2000: »Grand Theft 2000. Media Spectacle and a stolen election« und »The Postmodern Adventure. Science, Technology, and Cultural Studies at the Third Millennium« [mit Steve Best]. Seine neuesten Bücher heißen: »Media Spectacle« und »From 9/11 to terror war: the dangers of the Bush legacy.«

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Chris Kraus

Video [3:00 min]

- Vortrag in englischer Sprache -

Chris Kraus lehrt am San Francisco Art Institute. Seit 1990 gibt sie zusammen mit Sylvère Lotringer Semiotexte heraus. 1996 organisierte sie »Chance: Three Days in the Desert with Jean Baudrillard«, einen Philosophie-Rave mit Medientheoretikern, Hip-Hop-Künstlern, Dichtern, Gauklern, amerikanischen Aktivisten und Jean Baudrillard. 500 Personen nahmen an dem 3-Tage Event in einem Casino in Nevada. Essays von Chris Kraus über Los Angeles, neoformalistische und institutionalisierte Kunst erscheinen im September 2004 bei Semiotexte/MIT Press unter dem Titel: »Video Green: Los Angeles Art and the Triumph of Nothingness«.

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François L'Yvonnet

»Une affaire d'identité«

Wer ist Jean Baudrillard? Diese Frage betrifft seine 'Identität'. Die eines höchst paradoxen Denkers, der sich in seinem ganzen Werk darum bemüht hat, die Spuren zu verwischen und seine Quellen zu verbergen, um oft provokative Haltungen einzunehmen, und zwar nicht, um den Leser [der geneigt ist, alle Fahrten mitzumachen] zu schockieren oder abzuschrecken, sondern um ihn an andere Arten der Navigation zu gewöhnen, die zufälliger, immer einzigartig und auf jeden Fall poetisch sind. So gesehen, mag das Denken von Jean Baudrillard zersplittert erscheinen, was seine Gegenstände [die von aktuellen Themen inspiriert sind] und seine Reiserouten [wo will er hin?] betrifft, aber wer näher hinschaut, wer versucht, ihn auf seinen Forschungsreisen zu begleiten, wird von seinem beharrlichen Festhalten an frühen Eingebungen beeindruckt sein, die schon in seinen ersten Werken auszumachen sind und seine »Lebenslinie« bestimmt haben: ein durchgängiger Wunsch, sich zu lösen, eine Ablehnung jeglicher Akkumulation und aller Konstruktionen durch aufeinanderfolgende Ergänzungen [wie bei den großen Systemen]. Insgesamt, der Wille, eine Bresche zu schlagen, wie er sagt. Eine Einsamkeit - in einer totalisierten Welt gibt es nur noch exzentrische Möglichkeiten -, die allerdings mit anderen geteilt wird. Die Freundschaft im vollen und griechischen Sinne des Wortes ist bei ihm so etwas wie ein grundsätzlich belebendes Element.

- Vortrag in französischer Sprache -

François L'Yvonnet lehrt Philosophie in Paris. Er ist Herausgeber der Reihe »Cahier de l’Herne«, die Baudrillard gewidmet ist und in der Ende 2004 eine neue Publikation erscheint. François L'Yvonnet hat vor allem im Verlag Albin Michel veröffentlicht: »Louis Massignon, mystique en dialogue«, 1992 [mit D. Bourel]; »Le Mal«,1996; »D'un millénaire à l'autre«, 2000; »L'avenir de l'Esprit«, 2001 [mit Thierry Gaudin], »D'un fragment l'autre«, 2001 [mit Jean Baudrillard]. Desweiteren erschien im Jahr 2000 der Titel »Simone Weil« bei der L'Association pour la diffusion de la pensée française [adpf].

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Sylvère Lotringer
»Exterminating Baudrillard. Baudrillard und das Spektakel der Kunst im Frankreich der 60er Jahre und in den 80er Jahre in Amerika«

Video [4:45 min]

- Vortrag in englischer Sprache -

Sylvère Lotringer ist Professor für Französische Literatur und Philosophie an der Columbia University in New York. Er ist Herausgeber von »Semiotext[e]« und wird in Amerika vor allem als Vermittler 'Französischer Theorie' sehr geschätzt. Seine aktuellsten Publikationen auf diesem Gebiet sind »French Theory in America«, New York 2001 und »Hatred of Capitalism, A Reader«, New York 2002. Mit Jean Baudrillard erarbeitete er die Bücher »Forget Foucault«, 1986 und »The Conspiration of Art«, 2004; mit Paul Virilio »Pure War«, 1983; »Crepuscular Dawn«, 2003 und »The Accident of Art«, 2004.
Außerdem erschienen von Sylvère Lotringer zahlreiche Bücher über Kunst: »Philosophen-Künstler«, Berlin 1986; »Foreign Agent: Kunst in den Zeiten der Theorie«,1991; »Nancy Spero« London1995; »Yves Klein: Air Architecture«, Los Angeles 2004 und weitere Beiträge zu Ausstellungskatalogen für das MOMA New York, das Guggenheim Museum, das New Museum of Contemporary Art und die Kunsthalle Wien.

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