Werke aus der Sammlung Boros
Ausstellung: 7.2.04 - 9.5.04
Eröffnung am 6.2. um 18 Uhr
Mit der Ausstellung "Werke aus der Sammlung Boros" greift das Museum für
Neue Kunst auf seine Bestimmung als Sammlermuseum zurück und präsentiert die
Privatsammlung von Christian Boros aus Wuppertal. Die Ausstellung liefert einen
repräsentativen Querschnitt dieser Sammlung und stellt mit 31 Künstlern
(Jg. 1962-73) und über 200 Exponaten die bisher größte Präsentation dar.
Zahlreiche Arbeiten sind hier erstmals zu sehen. Christian Boros konzentriert sich auf das
Sammeln von Kunst aus seiner eigenen Generation; die Sammlung ist gekennzeichnet durch
umfangreiche Werkblöcke einzelner Künstler.
Gezeigt werden die wichtigsten Positionen zeitgenössischer Kunst aus Deutschland und
England der 90er Jahre. Unter Einsatz unterschiedlichster Medien sind diejenigen
künstlerischen Positionen vertreten, die charakteristisch die Kunst der 90er Jahre
prägten. Hierbei reicht das Spektrum von Pop-Art über minimalistische Tendenzen
bis zur Aktions- und Installationskunst. Zugrunde liegt allen Künstlern der Wille, mit
Vehemenz der eigenen Generation Ausdruck zu verleihen. Lifestyle, Pop-Generation und
künstlerisches Crossover sind Stichworte dieses Jahrzehnts.
Die seit den 90er Jahren wichtigen malerischen Positionen von Künstlern wie
Franz Ackermann, Michel Majerus und Elizabeth Peyton, wie auch die
jüngere Generation etwa mit dem Polen Wilhelm Sasnal und dem Dänen
Sergej Jensen, sind mit umfangreichen Werkblöcken vertreten. Auch
Olafur Eliasson, der sich mit der Rekonstruktion von Naturphänomenen im
Kunstkontext beschäftigt, ist mit einem bedeutenden Werkblock zu sehen, bestehend aus
Großskulpturen, kleineren Installationen und einer Folge von fotografischen Arbeiten.
Zahlreiche Fotografien von Wolfgang Tillmans aus einem Entstehungszeitraum von 13 Jahren
geben einen repräsentativen Einblick in sein Werk. Der vom Dadaismus und Wiener
Aktionismus inspirierte John Bock ist ebenfalls vertreten, wie auch der Objektkünstler
Henrik Olesen, der mit unscheinbaren Alltagsgegenständen soziale Ungerechtigkeiten
thematisiert.
Künstler wie Tobias Rehberger, Rirkrit Tiravanija und Cosima von Bonin
erweitern den Aktionsradius künstlerischer Praxisformen, indem sie den institutionellen
Rahmen des Ausstellungsortes verlassen, um neue Orte für die künstlerische Produktion
zu erschließen. Während das Crossover von Design und Kunst mit Tobias Rehberger
und Stefan Kern in die Ausstellung Eingang findet, versuchen Mark Leckey und
Daniel Pflum die Grenzen zwischen Musik und Kunst auszuloten. Die groß angelegten
Skulpturen des Bildhauers Manfred Pernice zeigen architektonische Setzungen zur Analyse
der gebauten Umwelt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung liegt bei den englischen Künstlern. Einige von
ihnen, wie Tracey Emin, Damien Hirst und Sarah Lucas, gehören zur ersten
Generation der Young British Artists, die 1997 mit der Schau "Sensation"
international Aufsehen erregt hatten. Jüngere Künstler wie Martin Boyce,
Jim Lambie und Paul Morrison zeigen neueste Entwicklungen der britischen
Gegenwartskunst.
Zur Ausstellung ist ein Katalog
mit Beiträgen von Florian Illies und Silke Immenga sowie einem Interview mit
Christian Boros zum Preis von 29,- Euro erschienen.
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