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\\internationaler\medien\kunst\preis 2004

\\Ausschreibung

-> www.medienkunstpreis.de


Der \\internationale\medien\kunst\preis bietet Kunstvideos sowie anderen medialen und interaktiven Kunstprojekten ein Forum im Fernsehen und in der Öffentlichkeit. Veranstaltet wird der \\internationale\medien\kunst\preis 2004 gemeinsam vom Südwestrundfunk Baden-Baden [SWR] und vom ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fernsehen SF DRS und ARTE. Der Wettbewerb ist die Fortsetzung des Internationalen Videokunstpreises, der 1992 erstmals ausgeschrieben wurde.

»Der neue visuelle Zugang zur bislang unsichtbaren Welt der Atome und Moleküle ist die Voraussetzung zur Beherrschung der Materie in atomaren Produktionsprozessen. Das Zeitalter der Nanowissenschaften ist angebrochen.«
[Wolfgang M. Heckl, Nanowissenschaftler]

Der \\internationale\medien\kunst\preis 2004 versucht für die diesjährige Ausschreibung einen längst fälligen Paradigmawechsel erstmals nachzuvollziehen, nämlich die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass im Zeitalter der apparativen Wahrnehmung und der maschinen- und mediengestützten Bildproduktion die Kunst das Monopol der Bilder verloren hat und auch die Naturwissenschaft höchst interessante und relevante Bildverfahren entwickelt hat. Gerade darin besteht der »pictorial turn« [W.J.T. Mitchell]: auch die Naturwissenschaften sind zu Bildproduzenten geworden.

Was der Mensch mit seinen natürlichen Sinnesorganen sieht und hört, ist nicht die Grenze des Sicht- und Hörbaren. Vom Mikroskop bis zum Teleskop, vom Radio bis zum Fernsehen, gibt es Beispiele, die zeigen, dass die menschliche Wahrnehmung mit Hilfe technischer Apparate weit über ihre natürlichen Grenzen hinaus geht. Durch die technischen Abbildungsverfahren, von Röntgenkameras bis zu Rastertunnelmikroskopen, entsteht »ein Universum der technischen Bilder« [Vilem Flusser], das exponentiell beschleunigt expandiert. Die apparative Wahrnehmung liefert immer mehr Bilder der Welt, die das menschliche Auge vorher nie gesehen hat. Besonders die Wissenschaft ist von der Medizin bis zur Astronomie zur Domäne der technischen bildgebenden Verfahren geworden.

Das Sichtbarmachen von Strukturen, Oberflächen, Kräfteverhältnissen und Lichtwirkungen in der Größenordnung von einem millionsten Teil eines Millimeters führt zu faszinierenden Bildern.
Aber galt es nicht über Jahrhunderte lang als primäre Aufgabe der Künste, ästhetisches Wohlgefallen hervorzurufen?
Im Mikro- wie im Makrokosmos existiert eine Welt, die von Wissenschaftlern sichtbar gemacht wird. Es sind eigentlich die Wissenschaftler, welche das Programm der Kunst wie es Paul Klee 1920 formulierte, »Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar«, weiterführen.
Auch trifft auf sie zu, was Oswald Wiener über die Aufgabe der Ästhetik geschrieben hat: »Das ästhetische Erleben steht, meine ich also, nicht im Gegensatz zum Erkennen, es umfaßt Erkennen, es ist Erkennen.«
Insofern ist es höchste Zeit die Bilder, welche mit den modernen Medien erschaffen werden, nicht zu trennen in wissenschaftliche und künstlerische Bilder, denn viele Forscher geben ihren Entdeckungen Gestalt, indem sie Atome oder biologische Vorgänge künstlerisch mit Farbe und Form darstellen.

Der \\internationale\medien\kunst\preis 2004 möchte den Beweis antreten, dass Kunst und Wissenschaft im Zeitalter der apparativen Wahrnehmung trotz unterschiedlicher Methoden konvergierende Kulturtechniken mit einem gemeinsamen alphanumerischen Code sind.

Sponsor des \\internationalen\medien\kunst\preises 2004 ist die Landesbank Baden-Württemberg [LBBW]

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