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Jugend[kultur] zwischen Entertainment und Gewalt

Symposium und Konzert

Freitag 11.07.2003

Biographien :

Jannis Androutsopoulos
ist Juniorprofessor für Medienkommunikation an der Universität Hannover. Er studierte Germanistik und Übersetzungswissenschaft in Athen und Heidelberg, promovierte in germanistischer Soziolinguistik [Thema Jugendsprache] in Heidelberg. Anschließend forschte er im Rahmen eines Postdoc-Projekts über Medienkommunikation in Jugendkulturen, wurde dann wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Deutsche Sprache Mannheim und Mitglied der DFG-Forschergruppe "Sprachvariation als kommunikative Praxis".
Die Forschungsschwerpunkte von Jannis Androutsopoulos liegen im Grenzgebiet zwischen Soziolinguistik und Medienanalyse mit empirischem Schwerpunkt auf Jugendkulturen und Online-Kommunikation. Er veröffentlichte in deutscher, englischer und griechischer Sprache, u. a. über Schreibstile in Punk-Fanzines, Text/Bild-Beziehungen auf Flyern, europäischen Rap im Ver-gleich, mediale Stilisierungen von "Türkendeutsch", zweisprachige Chaträume und Stilbildung auf Homepages.
Publikationen [Auswahl]:
"Hip-Hop: globale Kultur - lokale Praktiken" [2003] und "Discourse constructions of youth identities" [2003].

Roland Eckert
ist Professor für Soziologie an der Universität Trier. Er studierte Geschichte, Philosophie, Politikwissenschaft und Soziologie in Tübingen, Hamburg und Freiburg, wo er 1968 promovierte. Bis 1973 war er wissenschaftlicher Assistent in Tübingen, dann lehrte er als Professor in Trier-Kaiserslautern und Köln, dann wieder in Trier. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen Jugend und Politik, Neue Medien, Gewalt, Konflikt und Konfliktregulierung.
Er ist als Mitglied in unterschiedlichen Beiräten tätig: für das Bündnis für Demokratie und Toleranz der Bundesregierung, Berlin, das Gremium zur Erstellung des Ersten Periodischen Sicherheitsberichts der Bundesregierung 2000/2001, der Gewaltkommission der Bundesregierung [1988-1990], das Deutsche Jugendinstitut München, Survey Jugend und Politik sowie für das Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bie-lefeld.
Publikationen [Auswahl]:
"Auf digitalen Pfaden - Die Kulturen von Hackern, Programmierern, Crackern und Spielern" [zus. mit Waldemar Vogelgesang, Thomas A. Wetzstein, Rainer Winter, 1991], "Da-ten--rei-sen-de. Die Kultur der Computernetze" [zus. mIt Thomas A. Wetzstein, Hermann Dahm, Linda Steinmetz, Antje Lentes, St. Schampaul, 1995], "Wiederkehr des 'Volksgeistes'? Ethnizität, Konflikt und po-li-ti-sche Bewältigung [1998], "'Ich will halt anders sein wie die anderen' – Abgrenzung, Gewalt und Kreativität bei Gruppen Jugendlicher" [zus. mit Christa Reis und Thomas A. Wetzstein, 2000]

Eva Kimminich
Die Kulturwissenschaftlerin und Romanistin studierte Romanistik, Volkskunde, Kunstgeschichte und Ethnologie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. 1984 promovierte sie an der Universität Freiburg. 1992 habilitierte sie sich mit einem Forschungsprojekt zur kollektiven Reformulierung gesellschaftlicher Wirklichkeiten am Beispiel zensierter Chansons in Pariser Café-Concerts im 19. Jahrhundert. Seit April 2002 ist sie für das von der VolkswagenStiftung geförderte Forschungsprojekt "Hass und Hoffnung. Medienkulturwissenschaftliche, semiotische und kulturanthropologische Aspekte interkultureller Identitätsbildung der französischen und frankophonen Vorstadtkultur" verantwortlich. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Kultur- und Literaturwissenschaft sowie der Kultur-semiotik. Ihr Interesse gilt den komplexen Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Welt, die sich im Gebrauch sprachlicher und nichtsprachlicher Zeichen manifestieren und die sie in ihrem dynamischen Beziehungsgeflecht von Diskursen und kulturellen Praktiken der Vergangenheit und Gegenwart untersucht. Sie ist Beirätin für Semiotik für Jugendkulturen der Deutschen Gesellschaft für Semiotik. Publikationen [Auswahl]: “Erstickte Lieder“ [1998], "Illégal et Légal. Antholo-gie du Rap" [2002], "Kulturelle Identität: Konstrukti-onen und Krisen" [2003] “Tanzstile der Hip Hop Kultur: Bewegungskult und Körperkommunikation“, Multimedia-DVD [2003].

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Kool Savas
Savas Yurderi, geboren 1975 in Deutschland, verbrachte seine Kindheit in der Türkei, wo sein Vater aus politischen Gründen für mehrere Jahre inhaftiert wurde. Aus Angst vor Repressionen floh die Familie zurück nach Deutschland, Savas verbrachte seine Jugend in Berlin-Kreuzberg. Zunächst rappte Savas auf englisch und orientierte sich besonders an Westcoast-Acts wie Too Short, Comptons Most Wanted oder MC Eight. Nach einem Amerika-Aufenthalt begann Savas in deutscher Sprache zu rappen. In den USA traf er auch Fu Manschu, mit dem er, zurück in Deutschland und zusammen mit Justus Jonas, den Song „Master Of Rap“ schrieb, der die Grundlage für den Crew-Namen M.O.R. lieferte. Es folgte das „Westberlin-Maskulin-Tape“ mit Taktlos und Melbeatz, das 1999 zusammen mit der Skandalmaxi „LMS [für „Lutsch meinen Schwanz“]/Schwule Rapper“ bei dem Label „Put The Needle To Da Record“ wiederveröffentlicht wurde und ihn über Nacht national bekannt machte. Der „Sex-Battle-Kram“ [O-Ton Savas] sprengte die Hip-Hop-Szene, die entweder deutschen Sprechgesang als Stand-Up-Comedy praktizierte oder sich in politisch korrekten Texten über Ausländer in Deutschland und freien Drogenkonsum äußerte. Im Herbst 2001 trennte sich Kool Savas von der M.O.R. Crew und entfernte sich zunehmend vom puren Battle-Rap. Zuletzt veröffentlichte er “Der beste Tag meines Lebens".
Diskographie [Auswahl]:
"Der beste Tag meines Lebens" [2001], "Till' Ab Joe" [2003], "Optik Anthem" [2003]. www.optikrecords.de

Albert Scharenberg
studierte Geschichte, Politik und Soziologie an der Universität Marburg, der University of Illinois [Urbana-Champaign] und der FU Berlin, wo er 1997 mit einer Arbeit zum Schwarzen Nationalismus in den USA promovierte. Derzeit lehrt er am John F. Kennedy Institute for North American Studies und dem Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft [beide FU Berlin]. In seinen zahlreichen Publikationen analysiert Scharenberg die Phänomene Globalisierung, Nationalismus und Rassismus aus einer politikwissenschaftlichen und kulturtheoretischen Perspektive. Er widmete sich in seiner Forschung speziell auch dem afro-amerikanischen Hip-Hop. Albert Scharenberg erhielt zahlreiche Stipendien, u. a. von der der Deutschen Forschungsgemeinschaft [DFG].
Publikationen [Auswahl]:
"Schwarzer Nationalismus in den USA. Das Malcolm X-Revival" [1998] und Herausgeber von "Klasse und Klassifikation. Die symbolische Dimension sozialer Ungleichheit" [zus. mit Anja Weiss, Cornelia Koppetsch und Oliver Schmidtke, 2001]; zuletzt erschien "Das Ende der Politik? Globalisierung und der Strukturwandel des Politischen" [zus. mit Oliver Schmidtke, 2003].

Tefla & Jaleel
Im Jahr 2001 veröffentlichten Tefla und Jaleel den ersten Longlayer „Interview“ [2001] auf dem eigenen Label „Phlatline Records“ und stiegen damit direkt in die Top 40 der deutschen Media-Control Charts ein. Es war das erfolgreichste Debüt einer Rapgruppe in des Jahres 2001 und bescherte den Chemnitzer Hip-Hopern euphorische Kritiken für ihre Lyrics. Mittlerweile ist Phlatline Records eine etablierte Größe im deutschen Rap-Business, Tefla & Jaleel tourten u.a. mit Curse und Nico Suave mehrfach durch das ganze Bundesgebiet und gaben – auf Einladung des Goethe-Instituts – Konzerte in St. Petersburg und Moskau. Zu ihrer musikalischen Herangehensweise sagen die beiden: „Der Grundtenor ist Entertainment; denn wir wollen auf Dinge hinweisen, aber genauso davon ablenken“.
Diskographie [Auswahl]:
"beats & raps" [2001], "interview" [2001], "postwendend" [2001], "bounce mit uns" [2002]
http://www.phlatline.de

Falk
geboren in Hannover, gründete als 15-Jähriger zusammen mit DJ Lord Wax [heute bei der Band MB 1000] seine erste Hip-Hop Crew mit dem Namen "Walking Endustries" und produziert seit 1995 Hip-Hop-Acts unter dem Pseudonym Hawkeye [u.a. Produktionen und Remixe für Ferris MC und Curse]. Falk schrieb als freier Mitarbeiter für das Musikmagazin "Intro" und moderierte von 1997 bis 2000 die Hip-Hop-Sendung "Da Flava" bei dem lokalen Radiosender Flora. Darüber hinaus war Falk als Partyorganisator in Hannover tätig, wo seine Partyreihe "Chiefrockaz" regelmäßig die Clubs füllte. Im Jahr 1998 moderierte Falk vorübergehend auch die Hip-Hop Internet Fernsehshow "IV Real" beim Kulturserver in Hannover. Falk war verantwortlich für das VIVA ZWEI Hip-Hop-Magazin „Supreme“ und moderiert nun im Wechsel mit Chris Reitze das Format "Mixery Raw Deluxe" bei VIVA.
http://www.viva.tv/falk

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Yann Gilg [Les Sons d`la Rue]
Yann Gilg leitet "Les Sons d'la Rue". Der Titel steht sowohl für einen Ort musikalischer und tänzerischer Kreation, mit eigenen Musikstudios als auch für eines der wichtigsten Hip-Hop Musiklabels in Frankreich. Yann Gilg, der seine Jugend in Markolsheim verbringt, beginnt nach dem Abitur Jura an der Universität Strasbourg zu studieren, engagiert sich bei den "Jeunesses Communistes Revolutionaires". Nach Jahren mit einer eigenen Reggae-Punk-Band entdeckt er 1990 den Hip-Hop. Er beginnt mit Jugendlichen zu arbeiten, Konzerte und Workshops zu organisieren. Schließlich gründet er in Neudorf, einem Stadtteil von Strasbourg, "Les Sons d'la Rue", eine autonome Struktur, die Jugendlichen die Möglichkeit geben soll, sich über Musik zu emanzipieren.
http://www.sonsdlarue.com

K.Fear [La Brigade]
Die Formation La Brigade aus Paris [Yvry], zu der K.Fear gehört, hat mit ihren Alben sowie dem um die Gruppe konzipierten Film „Le Cercle de la Haine“ [„Der Kreis der Gewalt“] in Frankreich für Aufsehen gesorgt. In diesem Film wird der Kreislauf von Gewalt in den urbanen Randzonen Frankreichs thematisiert. Die Ursachen und Wirkungen des Hasses, eines fatalen Lebensgefühls, das die Vorstädte vieler Städte dominiert, werden von "La Brigade" in Szene gesetzt. In ihren Texten behandeln die Rapper dieser multikulturellen Gruppe die Vorstadtproblematik der Pariser Banlieue.
Das 1995 gegründete Kollektiv besteht aus 12 Mit-gliedern. Sie verstehen sich als Verkörperungen verschiedener menschlicher Problembereiche bzw. Fähigkeiten, die Resultate sind ihrer Fremdheitserfahrungen in der französischen Gesellschaft. Das Konzept der 12 ,,hommes en colère" läßt sich mit dem Motto ,,l'union fait la force", ihre Lyrics als ,,éducatifs," umschreiben. Sie haben es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, Jugendlichen der Vorstädte ethische Werte zu vermitteln. Der Reichtum an Erfahrungen und Gedanken der verschiedenen Kulturen in der Banlieue sollen zusammengeführt werden, um gemeinsame Alternativen entwerfen zu können.
Diskographie [Auswahl]: "Le Testament" [1999], "Il Etait Une Fois..." [2001], „Le cercle de la haine“ [2001].

Omzo
geboren 1977, lebt in Thiaroye bei Dakar/Senegal. Er war zunächst Tänzer bei verschiedenen Gruppen, bevor er sich als Freestyle-Rapper in den Straßen Dakars einen Namen machte. Durch ältere Rapper ermutigt, wirkt er bei Auftritten der Dakarer Rap-Szene mit und nahm eine erste Demo-Kassette auf. Später beteiligte er sich an der Kompilationen „D-Kill Rap“ und „Politichiens“, beides Meilensteine in der senegalesischen Rap-Landschaft zwischen Gesellschaftskritik und Vermittlung neuer Visionen. Die beteiligten Rapper tourten durch den Senegal, Omzo lernte sein Land und die unter verschiedenen Bedingungen lebenden Menschen, ihre Probleme und Hoffnungen kennen. Omzo arbeitet auch mit amerikanischen und französischen Rappern zusammen und bringt dieses Jahr sein erstes Solo-Album heraus.
Diskographie [Auswahl]: "Africa Raps. Senegal, Mali and the Gambia" [2001]
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/musik/11651/1.html

Razbool [Les Sons d'la Rue]
Die ehemaligen Mitglieder von Ruffneck Smala, Mahooni und Pépé El Gringo gründeten Anfang 2000 die Formation RAZBOOL. Die Gruppe aus Elsau, einem Stadtteil von Strasbourg, kombinieren historische Elemente des Hip-Hop mit zeitgenössi-schen Sounds, Rapklänge mit Ragga, orientalische und abendländische Klangwelten. Die zwei MCs Pépé El Gringo und Mahooni treten auf mit DJ Zone. Ihre Texte sind engagiert und militant, lassen jedoch auch komische Elemente zu, wechseln von Rauheit zu feinen Nuancen.
Diskographie [Auswahl]:
La Ruffneck Smala, "Le Nouvel Esprit nouvelle ver-sion" [1999]; Razbool, "A Base de Guests" [2001]; Meufia, "MLF; Nouvel'R" [2001]; Ouesch Prod Sampler VOL 1, "EST SIDE STORY" [2001].
www.sonsdlarue.com

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