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ZKM | Medienmuseum präsentiert:
Text/Ton Arbeiten aus der Sammlung

bis 12.10.2003

ZKM | Medienmuseum

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Zum Thema Text und Ton zeigt das ZKM | Medienmuseum eine Reihe interaktiver Installationen aus der Sammlung. Wie hört sich die Musik der Beatles im Keller, in der Kirche oder im heimischen Wohnzimmer an? Mit dem Architektur-Musik-Labor, 1997 von Pierre Dutilleux und Christian Müller-Tomfelde im Institut für Musik und Akustik für das Medienmuseum entwickelt, wird virtuell möglich, was sonst unmöglich ist: der direkte Vergleich zwischen mehreren Räumen, die mit ein und derselben Musik beschallt werden.

Die CD-ROM Small Fish (1999) von Kiyoshi Furukawa, Masaki Fujihata und Wolfgang Münch zeigt, was man hört: 15 faszinierende Partituren, in denen Bewegungen und Kollisionen graphischer Objekte und Symbole Musik erzeugen.

In subtiler Weise spielt die Multiuser Installation Bubbles mit der Ästhetik der Interaktion: Durch ihren Schatten können die Besucher projizierte Seifenblasen zum Platzen bringen. Als kleine komplexe Systeme erzeugen die Seifenblasen durch Berührung nichtlineare musikalische Strukturen, die in Echtzeit über ein Midi-Interface und -Synthesizer ausgegeben werden. Um die Schatten zu erkennen, bedient sich Bubbles eines Echtzeit Video-Tracking Systems. Das Medienkunstwerk wurde 2000 von Wolfgang Münch und Kiyoshi Furukawa am ZKM Karlsruhe realisiert.

Die Installation Miraton (2003) von Frédéric Post basiert auf einem frei verfügbaren Programm, mit dem via Internet Klangdateien (.wav, .aiff, .mp3 etc.) importieren werden können. Ein speziell entworfenes Keyboard, getragen wie eine Gitarre mit einem Schultergurt, ist über ein langes USB-Kabel mit einem Laptop verbunden. Dieses „Instrument“ und ein einfach gestaltetes Interface erlauben dem Künstler oder dem Besucher, eine elektronische Performance, bei der sie mit Tönen improvisieren und experimentieren können. In seinen Performances bezieht sich Frédéric Post auf die ästhetischen Ausdrucksformen der Club-Kultur.

Das Looppool -Prinzip für fließende und nahtlose Verzweigungen nichtlinearer Zeitmedien wurde 1997 von Bas Boettcher an der Bauhaus-Universität Weimar entwickelt. Looppool 1.2 verbindet Text und Ton zu einem interaktiven Rap. Via Tastendruck können sich die Benutzer durch einen ornamental verflochtenen und verzweigten Musiktitel navigieren. Eingebunden in ein Hypertext-Gefüge erhält dasselbe Textfragment unterschiedliche Bedeutungen.

Die interaktive Netzwerkinstallation The Rules are no Game (1999) von Markus Huemer verbindet die Entstehung von Texten mit den Bewegungen der Besucher auf einer Reproduktion von Jackson Pollocks »No 32«. Dabei setzt die jeweils aktuelle Position des Betrachters einen entsprechenden Internetmechanismus in Gang, der über die Generierung des Textes entscheidet.

Poetry Machine (2001) von David Link verarbeitet Texte und extrahiert deren assoziative Verbindungen. Informationsquelle der selbständig dichtenden Maschine sind die gigantischen Informationsmengen des Internets. Mit der Selbstreferenzialität von Sprache beschäftigt sich schließlich Lacan Bottle von Adolf Mathias. Die 2001 am ZKM l Institut für Grundlagenforschung entstandene Arbeit besteht aus einem Texteditor mit Navigationsmöglichkeit auf einer Kleinschen Flasche, einer topologischen Struktur, bei der die Frage nach dem Außen und dem Innen obsolet erscheint.

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