: ZKM :: Artikel :: Veranstaltungen 01-02/2003 Röller
 
 

  

ZKM_Veranstaltungen

Milieus der Zeit Vertraut und fremd zugleich

Fr 24.01.2003, 19 Uhr, Eintritt frei
ZKM_Kubus

Podiumsdiskussion mit

Karl von Meyenn
Wissenschaftshistoriker und Herausgeber der Pauli-Briefedition. Seit Januar 2001 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Theoretische Physik der Universität Ulm

Hans-Jörg Rheinberger
Molekularbiologe und Wissenschaftshistoriker. Seit 1997 Direktor des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin

Nils Röller
Medientheoretiker. Seit Juni 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZKM | Institut für Grundlagenforschung

Peter Weibel
Medientheoretiker und Künstler. Vorstand des ZKM Karlsruhe

Diskutiert wird das Verhältnis von Naturwissenschaft und Kultur aus der Perspektive der Wissenschaftsgeschichte, die Parallelen zwischen Kunst und Wissenschaft auf der Suche nach Determinanten der wissenschaftlichen Praxis feststellt. Hinterfragt wird die Vermutung, dass Medien zwischen den Wissenspraxen der Naturwissenschaft und der Öffentlichkeit vermitteln.

Karl von Meyenn stellt die Ansprache des Physikers Erwin Schrödinger vor, der 1932 fragte: »Ist die Naturwissenschaft milieubedingt?«. Schrödinger diskutiert in der Rede Parallelen zwischen der Kunst der »reinen Sachlichkeit« und der Quantentheorie und thematisiert damit Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen Tendenzen und erkenntnistheoretischen Fragen nach Statistik und Kausalität.

Hans-Jörg Rheinberger stellt Parallelen zwischen künstlerischer Praxis und wissenschaftlicher Experimentaltechnik vor dem Hintergrund einer Detailstudie fest, in der er die Laborpraxis von Biochemikern am Massachusetts General Hospital im Zeitraum von 1953 bis 1963 untersuchte.

In der Serie von Artikeln »Ökonomien des Dazwischen« stellt Nils Röller Gestalter wie Charles Wilp und Bruce Mau vor, die Diskrepanzen zwischen lokalen Wissenskulturen und der Öffentlichkeit für ihre Produktion zu nutzen verstehen. Damit sind allgemeine Fragen zur Zeit verbunden. Wird ein bestimmtes Milieu durch übergreifende wissenschaftliche Standards oder durch ein Bündel von Zeitpraxen aus Alltags- und Berufsverpflichtungen zur Kommunikation [öffentliche Vorträge, Radiosendungen und Publikationen in Fachzeitschriften] definiert? Wie verhalten sich lokale wissenschaftliche Gewohnheiten zu übergreifenden Tendenzen wie der Beschleunigung, deren kritisches Potential Peter Weibels Buch »Die Beschleunigung der Bilder : in der Chronokratie« 1987 thematisiert? Welche Chancen liegen im künstlerischen und im wissenschaftlichen Umgang mit der Zeit?

Weitere Informationen:

http://basic-research.zkm.de
http://www.romanform.de

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