: ZKM :: Artikel :: Ausstellungen MNK 01-02/2003 Kippenberger
 
 

  

MNK_Ausstellungen

Martin Kippenberger Das 2. Sein

Eröffnung: Fr 07.02.2003, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 08.02. - 27.04.2003
Museum für Neue Kunst | ZKM

Die Ausstellung ist die erste große Werkschau nach dem Tod Martin Kippenbergers, der am 25.02.2003 fünfzig Jahre alt geworden wäre. Die Retrospektive vereint über 500 Exponate des in Dortmund geborenen Künstlers aus allen Werkphasen von 1976 bis zu seinem Tod 1997 in Wien. Ein Schwerpunkt der Präsentation liegt auf weniger bekannten oder seltener gezeigten Arbeiten, die Kippenbergers so eigenwillige wie systematische Auseinandersetzung mit seiner eigenen Biografie, der Rolle als Künstler, dem Status und Formen von Kunst überhaupt verdeutlichen. Vertreten sind Gemälde, Plakate, Collagen, Fotografien und Skulpturen bis hin zu Rauminstallationen. Die Ausstellung belegt die Wandlungsfähigkeit und Experimentierfreude des Künstlers, die innerhalb von nur zwei Jahrzehnten zu einer ungewöhnlich großen Zahl an Werken führten. Überraschende Stilwechsel werden dabei immer wieder erkennbar: Kippenberger ließ Bilder bisweilen nicht nur von anderen ausführen [»Lieber Maler, male mir «], er verzichtete auch auf klassische Malmaterialien. So setzte er an Stelle von Öl- oder Acrylfarbe auf Latex und Gummi, mit denen er teilweise reliefhafte Bilder entwickelte. Viele Gemäldeserien setzen sich nicht nur technisch, sondern auch thematisch voneinander ab: neben »Hand-painted-pictures« stehen »Architekturbilder« oder der Komplex »Die Erfindung eines Witzes«. Ein zentrales Thema Kippenbergers ist die Befragung und Inszenierung seiner selbst in allen gewählten Medien und Techniken. Er bewohnt das »Spiderman Atelier«, präsentiert sich auf den »Laternenfotos«, mimt den »Eiermann« oder imitiert die Schiffbrüchigen in Géricaults Gemälde »Das Floß der Medusa«. Sein physisch und psychisch aufreibendes Leben und sein ebenso exzessiv wie professionell betriebenes Künstlertum (als »zweites Sein«) wurden immer wieder zum Thema. Dabei vergaß er die eigene Verortung in der Kunstgeschichte nicht. So malte er mit den Jacqueline-Bildern jene Werke, die »Picasso nicht mehr malen konnte«.

In der Kunsthalle Tübingen wird vom 12.04. bis 29.06.2003 im zweiten Teil der Ausstellung das bedeutende Werk des Zeichners Martin Kippenberger vorgestellt.

Zur Ausstellung in Karlsruhe erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Werner Büttner, Fritz Heubach, Susanne Kippenberger, Ralph Melcher, Albert Oehlen, Andreas Schalhorn [DuMont Literatur und Kunst Verlag, Köln].

^

© 2014 ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe :: Impressum/Web Site Credits