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Michel Foucault und die Künste

Probleme einer Genealogie. Ein Treffen

Vorträge | Ausstellung | Filmprogramm | Konzert

Konzept: Peter Gente
in Zusammenarbeit mit Peter Weibel
und dem Centre Michel Foucault, Paris

Koordination : Barbara Könches
Assistenz : Michael Ammann

° Filmprogramm ::

· 20.09.2002, Fr ::
20 Uhr, ZKM_Medientheater
Eintritt :: Es gelten die Tages- und Festivaltickets.
[4-Tages-Karte : EUR 20/12; Tageskarte : EUR 10/6]

L´hypothèse du tableau volé
[Die Hypothese vom gestohlenen Bild]

von Raúl Ruiz [F 1978; OMU]

Dies ist die Geschichte eines geheimnisvollen Bildersammlers, der uns zu einer Art Führung einzuladen scheint. In seiner Sammlung scheint ein Bild zu fehlen, das ist die Hypothese vom gestohlenen Bild, um welches sich ein Skandal und argwöhnische Vermutungen ranken. Es geht darum, dieses unsichtbare Bild zusammenzusetzen, um das Geheimnis zu durchdringen, das der Kollektion insgesamt ihren Sinn geben könnte. Aber anstelle einer Erklärung des Geheimnisses entdecken wir nur eine Folge von Rätseln, die spiralförmig zueinander angeordnet scheinen.

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· 21.09.2002, Sa ::
20 Uhr, ZKM_Medientheater
Eintritt :: Es gelten die Tages- und Festivaltickets.
[4-Tages-Karte : EUR 20/12; Tageskarte : EUR 10/6]

Moi, Pierre Rivière, ayant égorgé ma mère, ma soeur et mon frère...
[Ich, Pierre Rivière, habe meine Mutter, meine Schwester und meinen Bruder umgebracht]

von René Allio [F 1976, OMU]

Der Film erzählt die authentische Geschichte des Pierre Rivière, der am 3. Juni 1835 in dem Dorf La Faucterie, gelegen in der Normandie, seine Mutter, seine Schwester und seinen Bruder mit einem Gartenmesser umbrachte. Berühmt aufgrund seines Berichts, in dem Pierre Rivière die Gründe und die näheren Umstände seines Verbrechens schildert, hat der »Fall Rivière« auch die Aufmerksamkeit Michel Foucaults auf sich gezogen, der 1973 zusammen mit einem Wissenschaftlerteam vom Collège de France ein Kollektivwerk über den Fall veröffentlichte.

Der Film ist Studie eines Verbrechens, wunderbares ethnologisches Dokument, Rekonstruktion der tragischen Geschichte eines 20jährigen jungen Bauern, Vatermörders und zugleich dreifachen Mörders, gefangen in der unentwirrbaren Verstrickung der Tatsachen. Seine Einzigartigkeit liegt darin, daß er zur gleichen Zeit mit seinem Verbrechen auch die Abfassung eines Morandums geplant hat, in dem er der kaum lesen und schreiben konnte nicht nur seine Tat rechtfertigt, sondern uns auch eins der schönsten Zeugnisse über die Lebensbedingungen der Bauernschaft der damaligen Zeit liefert.

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· So, 22.09./ 06.10./ 20.10./ 03.11.2002 ::
10-18 Uhr : ZKM_Medienmuseum/ Projektraum
Eintritt :: EUR 3,10

[- im Rahmen der Ausstellung »Michel Foucault und die Künste«, 20.09. - 03.11.2002-]

Hitler, ein Film aus Deutschland

von Hans Jürgen Syberberg [D/F/UK 1976/77; 411 min]

Ein ausufernder Versuch Syberbergs, sich der Figur Hitlers über die irrationalen Schichten der deutschen Volksseele zu nähern. Es entstand eine vielschichtige Komposition visueller und klanglicher Leitmotive und Referenzen, wechselnder Perspektiven und Darbietungsformen, die mit unzähligen Zitaten aus Literatur, Malerei, Musik und Film gespickt ist. Syberbergs viel kritisierte positive Mythologie bricht radikal mit den Gesetzen des narrativen oder rational argumentierenden Kinos. Als monumentales Gesamtkunstwerk konzipiert, polemisiert sein Film gegen den modernen Kulturverfall und gegen die bundesdeutsche »Kulturhölle«, die als Fortsetzung der faschistischen Korruption dargestellt wird.

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