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ZKM_Veranstaltungen im Juli 2002 ::

Die Abteilung Grundlagenforschung des ZKM feiert ihren Dritten Geburtstag
Werkschau und Festvortrag
Do, 11.07.2002
ZKM_Medientheater :
17 Uhr: Werkschau; 19 Uhr : Festvortrag
Eintritt :: jeweils EUR 4/2
[Freier Eintritt für Besucher der ZKM-Museen]

Das ZKM_Institut für Grundlagenforschung feiert sein dreijähriges Bestehen mit einer kleinen Werkschau ausgewählter Arbeiten. Die Aktivitäten des Instituts konzentrieren sich auf die Erforschung »komplexer Systeme«. Im speziellen sind das informationsverarbeitende und kognitive Systeme, wie z.B. neuronale Netzwerke. Diese können als Steuerungseinheiten für Roboter verwendet werden oder finden im Bereich der Medizintechnik Einsatz, was den innovativen Charakter der Forschung im Institut unterstreicht. Neben zahlreichen Projekten entstanden richtungsweisende Publikationen wie Studium generale zur Komplexität, hrsg. von Hans H. Diebner und Sciences of the Interface, hrsg. von Hans H. Diebner, Timothy Druckrey und Peter Weibel (beide Genista-Verlag, Tübingen 2001).
Die Werkschau steht unter dem Motto der »Performativen Wissenschaft«, das heißt der sinnlich wahrnehmbaren Umsetzung naturwissenschaftlicher Phänomene. Die Video-Computer-Installation »Micro relativity« von Sven Sahle und Hans H. Diebner benutzt das live aufgenommene Videobild der Betrachter, um es nach den Regeln der Quantenmechanik zu verzerren. Die Installation ist eine Metapher auf die Heisenbergsche Unschärferelation, die sonst in unserer makroskopischen Wahrnehmung keine Relevanz hat. Die Wellenartigkeit der Phänomene in der Quantenmechanik sollen dem Betrachter durch die Anwendung auf ihn selbst nahe gebracht werden.

Eine Einführung in die Werkschau gibt Hans Dieter Huber, Professor für Kunstgeschichte der Gegenwart, Ästhetik und Kunsttheorie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Huber spricht über die Verkörperung visuellen Wissens. Jede Außenwahrnehmung wird von einer Innenwahrnehmung des Organismus begleitet. Das Wissen um die Welt ist also verkörpert. Der Beitrag versucht herauszuarbeiten, dass es Wissensformen gibt, die nicht-propositional verfasst sind. In der Konzentration auf sprachlich verfasstes Wissen wird die Vielfalt von Wissensrepräsentationssystemen auf einen einzigen Erkenntnismodus reduziert. Hieraus folgen ernst zu nehmende Konsequenzen für eine Ausbildung verschiedenster Organisationsformen von Wissen.

Florian Dombois (Fraunhofer Institut für Medienkommunikation, Virtuelle Umgebungen, Schloss Birlinghoven, Sankt Augustin) hält den Festvortrag mit dem Titel »Erdbeben hören«, der Vertonung seismologischer Daten.

Weitere Informationen ::
-> http://diebner.de/
-> http://basic-research.zkm.de

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