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ZKM_Ausstellungen

multiple choices

22.03. - 05.05.2002
Projektraum ZKM | Medienmuseum
[Eintritt :: EUR 5,10/3,10]

Zum Medienkunstfestival »intermedium 2« konzipierte ZKM-Kuratorin Sabine Himmelsbach eine Schau zum Thema Identität. Die Ausstellung stellt grundsätzliche Fragen zur Konstruktion von Identitäten, deren kultureller Bedingtheit und medialer Reflektion. Sie soll Aufschluss geben über künstlerische Praktiken, die sich mit dem Zerfall des Subjekts auseinandersetzen. Das kann die Entgrenzung des Subjekts an der Schwelle von Realraum und virtuellem Raum sein, die Etablierung fiktiver Identitäten im Cyberspace oder die Veränderung, Auflösung und Multiplikation des Subjekts durch Verlust der Identität im Zeitalter gentechnischer Manipulierbarkeit und fortschreitender Grenzverschiebung zwischen Mensch und Maschine sowie deren Auswirkungen und Rückkoppelungen auf den realen Körper.

Identität heute definiert sich im Spannungsbogen von Selbstauflösung und Vervielfältigung. Der Körper ist die Schnittstelle zwischen realer und virtueller Welt. Der Körper, nicht die Technik, stellt die Verbindung her zwischen Cyberspace und Realität. In den virtuellen Welten ist es uns möglich, die engen biologischen Grenzen des eigenen Körpers zurückzulassen, ohne den Körper wirklich zu verlassen und sich als Avatar im elektronischen Universum zu bewegen. Die Erfahrungen, die wir im elektronischen Netz sammeln und die eigene Körperwirklichkeit stimmen nicht mehr überein. Virtualisierung bedeutet jedoch nicht Entkörperlichung, sondern Verdoppelung. In elektronischen Netzwerken wird Identität zur Wahlmöglichkeit. Unsere Vorbilder kommen aus der Welt der Medien, die Identitätsmuster anbieten. Befreit von Individualität dienen sie als Projektionsflächen, die als Vorlage für die Umsetzung in der realen Lebenswelt dienen. Die Medienwirklichkeit verdrängt die Realität oder wirkt auf diese zurück, der reale Körper wird zum Abbild eines Originals, welches in seiner Perfektion nur in den Medien oder im Cyberspace erreichbar ist.

° Beteiligte KünstlerInnen ::

Manuela Barth/Barbara U. Schmidt, Felix Stephan Huber, Christin Lahr, Kristin Lucas, Bjørn Melhus, Anny Öztürk, Paul Smith, Milica Tomic

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