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Ira Schneider -
»From the beginning… – Video total«

Eröffnung der Ausstellung mit Vortrag von Ira Schneider
[24.04.2002, 18:00 Uhr]

Ausstellung :: 25.04. – 02.06.2002

1969 – ein Jahr das Spuren in der nordamerikanischen Geschichte hinterlassen hat: In Woodstock, einem kleinen Ort in der Nähe von New York, findet das berühmte gleichnamige Musikfestival statt, die Stones touren durch die Staaten, in der Howard Wise Gallery in New York wird die erste, mittlerweile legendäre, Videokunstausstellung präsentiert. »TV as a Creative Medium«, so der Titel der Show, führt erstmals die künstlerische Dimension der Videotechnik in einer großen Gruppenausstellung vor. Zusammen mit seinem Partner Frank Gillette nimmt auch Ira Schneider, 1939 in Manhattan geboren, mit der Installation »Wipe Cycle« an der Ausstellung teil. »Television als künstlerisches Medium, - Television als Lebenselixier«, so könnte auch der Titel einer Autobiographie von Ira Schneider lauten. Nach umfangreichen Studien, u.a. der Kunstgeschichte und der Psychologie, befaßt sich Schneider bereits zu Beginn der 60er Jahre mit Film, Performances, Happenings. Er ist einer der Ersten, die eine Videokamera erwerben, er ist einer der Besessenen, die die Kamera nie mehr aus der Hand legen. Ira Schneider weiß die Möglichkeiten des Videos zu nutzen, er dreht informelle Filme z. B. über Woodstock, über Buckminster Fuller, über die Documenta X, aber auch über die großen Videoausstellungen, wie die von Howard Wise oder die 1989 in Köln gezeigte „Video Skulptur“. Gleichzeitig und gleichberechtigt entsteht daneben ein umfangreiches künstlerisches Werk mit Bändern wie »The Boring Years«, in Kooperation mit Beryl Korot 1973 entstanden, »A Day at Copacabana Beach«, 1988. Animationen und Installationen runden den Umgang mit der Videotechnik ab, bezeugen sowohl das Spektrum der Videokunst, aber ebenso die vielfältige Tätigkeit Schneiders, der nicht zuletzt vielen als Mitherausgeber der »Radical Software« [1970–74], der frühesten periodischen Veröffentlichung zur Medienkunst, in Erinnerung ist.

Ira Schneider hat sein umfangreiches Archiv mit über 270 Beiträgen der Mediathek des ZKM anvertraut. Seine Sammlung gestattet einen Einblick in rund 35 Jahre Videoschaffen, von den Anfängen bis zu seinen neuesten Arbeiten und Dokumentationen.
Für die Ausstellung »From the beginning… - Video total« hat Ira Schneider eine persönliche Auswahl von zwölf Tapes getroffen, die neu arrangiert das eigene Werk im Rück-Blick reflektiert.
-B.K.-

° Weiterführende Informationen ::

Ausschnitte aus den Videobändern
Interview mit Ira Schneider
Liste der gezeigten Bänder

° Literaturhinweis ::

→ Nicoletta Torcelli beschreibt in Video Kunst Zeit die Entwicklung des Mediums Video in der Kunst. Ausgehend von einer Kunstform der puristischen Insiderästhetik bis hin zum vielfältigen Ausdrucksmittel des elektronischen Mediums im Vergleich zwischen Vito Acconci und Bill Viola.

° Linkempfehlungen ::

The Early Video Project
Die frühe amerikanische Videokunst ist in weiten Bereichen die erste, unrealisierte Vision einer vernetzten Welt, in der ein freier Informationsfluß herrschen sollte. Projekte wie die Raindance Corporation hatten neben künstlerischen Interessen vor allem die Bestrebung, das Monopol des staatlichen Fernsehens in Frage zu stellen und ein alternatives Programm zu schaffen. Das Gedankengut dieser Generation zu bewahren und aufzuarbeiten ist Ziel des Early Video Projects.

→ Ira Schneiders Homepage: www.ira-schneider.com

→ Der Kameramann Ulrich Vielmuth berichtet auf der Homepage des Internationalen medienkunstpreises [IMKP] über Videokunst. [.pdf]

→ Das Medienhaus Hannover bietet einen umfangreichen Einblick in die Entwicklungen der deutsche Videokunst.

→ Einen Überblick über die Geschichte der Medienkunst bietet die Cronologia degli eventi new media, 1952 - 1998. [Die Seite liegt in englischer Übersetzung vor.]

»Attention! Production! Audience – Performing Video on the First Decade,1968 – 1980« - der Aufsatz von Chris Hill beschäftigt sich mit den Entwicklungen der frühen Videokunst.

→ Der Katalog zur Ausstellung Videoskulptur retrospektiv und aktuell 1963-1989 von Wulf Herzogenrath und Edith Decker (Hrsg.) behandelt den skulpturalen Zweig der frühen Videokunst.

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