»Out of the Present« aus dem Jahre 1995 gilt als der nonfiktionale Film der 90er Jahre. Der weltweit gefeierte Montagefilm, in dem hauptsächlich dokumentarisches Videomaterial einer Weltraummission verwendet wird, erzählt in Form eines Tagebuchs die Geschichte des sowjetischen Kosmonauten Sergei Krikalev, der im Mai 1991 zur Raumstation MIR aufbricht und zehn Monate dort bleiben muss - doppelt so lang wie geplant. Während seines Aufenthalts im All ereignet sich der Augustputsch in Moskau, in dessen Folge die Sowjetunion zerbricht. Als Krikalev im März 1992 zur Erde zurückkehrt, heißt sein Heimatland Rußland. Er ist der erste Mensch, der sich das Ende einer Geschichtsepoche aus der göttlichen Perspektive anschauen konnte. »Out of the Present« wurde von der Kritik mit Meisterwerken wie Kubricks »2001 Odyssee im Weltraum« und Tarkowskis »Solaris« verglichen.
° Weiterführende Informationen::
Andrei Ujica im Gespräch mit Sergei Krikalev und Paul Virilio. in:
Lettre 73, 2001.
- > Andrei Ujica in einem Gespräch mit Paul Virilio am 7. April 1999. [Auszug]
[in: 1 monde réel, Actes Sud, Fondation Cartier pour l'art contemporain, Paris 1999.]