Alba d'Urbano [I/D] :: Touch Me [1995]

Wer bin ich? Ein Blick in den Spiegel liefert mir ein Bild meines Aussehens, aber kann das mehr als ein oberflächlicher Eindruck sein? Wie sehe ich aus, wenn ich lache, zornig bin, mich ärgere? Die Installation Touch me von Alba d´Urbano überrascht den Besucher mit der Aufnahme seines eigenen neugierigen Blicks. Zunächst sieht man das Gesicht der Künstlerin, doch durch die Berührung lösen sich deren Augen, Nase, Mund auf. An Stelle dessen treten die in Echtzeit aufgenommenen Videobilder des Betrachters.

Plötzlich erkennt man seine eigene skeptische Mimik auf dem Bildschirm wieder. Aus dem DU entsteht das ICH, Ich lerne mich aus der Perspektive des Fremden kennen. Schnittstelle zwischen dem Ich und Du, zwischen Innen und Außen, Subjekt und Objekt ist die Haut, daher thematisiert die 1955 in der Nähe von Rom geborene Künstlerin vor allem in ihren neuesten Werken dieses sensible Organ, das mehr als einen bloßen Schutz oder eine Regen abweisende Hülle darstellt. Alba d´Urbano, die klassische Malerei und Philosophie studierte, setzt die neue Medientechnologie nicht als modische Attitüde ein, sondern sie untersucht den die Postmoderne charakterisierenden Begriff des
SIMULAKRUM. So zeichnete sie zum Beispiel die verschiedenen Darstellungsformen einer Rose nach das gemalte Bild, Photographie, digitale Reproduktion etc. -, die schließlich in dem Buchstabengefüge ROSE endet. Wer mehr über die Arbeit der in Leipzig lehrenden Künstlerin erfahren will, dem sei ihre vorbildliche
Homepage ans Herz gelegt.

Text: Barbara Könches

Der virtuelle Körper :: der Körper als reines Bild

  
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Januar-März 2001
  
  

 





 
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