Daniel Canogar [E] :: Palpitaciones I,II,III [1998]

Ohne Übertreibung darf man Daniel Canogar als Magier des Lichts bezeichnen. Der spanische Künstler setzt das Licht nicht nur funktionell ein, sondern er erfaßt in seinen Photographien und Installationen das Wesen des Lichts als zwischen Materie und Energie angesiedeltes Mysterium der Physik.

Ein Zittern, Zucken, und Zappeln, ein Flimmern und Flirren durchdringt seine sensiblen Arbeiten.
Mit dem spanischen ::Palpitaciones:: -> Erregung, Herzklopfen oder Herzrasen, betitelt der 1964 in Madrid geborene Canogar eine Serie digital bearbeiteter Photographien, auf denen er flammende Hände zu einem unregelmäßigen Kranz von geisterhafter Erscheinung verwebt. Ein weiter Teppich assoziativer Verknüpfungen drängt sich auf: Das Geben und Nehmen der Hand, das sich Umfassen, das Auf- oder Hinhalten und das Zu- oder Festhalten. Die Hand als isoliertes Körperteil wird in die Metaphorik sozialer Handlungen transkribiert.
Aus dem Anagramm der Leiblichkeit, aus Ich und Du, erwächst die Dimension kommunikativen Handelns, das Wir.
Hände oder Füße, einzelne Skulpturen oder raumgreifende Environments, immer steht der Mensch im Mittelpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung, selbst wenn Canogar dazu mitunter nur mehr die Visionen eines menschlichen Körpers mit Hilfe starker Halogenspots projiziert.

Text: Barbara Könches

Die Organe des Körper als Buchstaben :: Vereinzelung

  
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Januar-März 2001
  
  

 





 
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